Berichterstatter als Stimmungsmacher

Wer gegen den Euro oder Kindesmißbrauch kämpft ist ein Nazi? Wie der grassierende Bekenntnisjournalismus deutscher Medien aus der Flüchtlingskrise einen Kampf gegen Rechts inszeniert und seine eigentlichen Aufgaben vergisst.

Kritik am Euro, Vorbehalte gegen Kindesmißbrauch - und schon bist Du ein Nazi:  Die Amadeus-Antonio-Stiftung zieht mit alten Stasi-Kadern hinter Heiko Maas in den Kampf gegen alles, was nicht links ist.
Kritik am Euro, Vorbehalte gegen Kindesmißbrauch - und schon bist Du ein Nazi: Die Amadeus-Antonio-Stiftung zieht mit alten Stasi-Kadern hinter Heiko Maas in den Kampf gegen alles, was nicht links ist.

„Angesichts der Flüchtlingswelle haben die Medien, besonders in Deutschland, die kritische Distanz verloren. Die Berichterstattung geriet zur Kampagne“, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Sie bringt damit auf den Punkt, was Leser und Zuschauer in Deutschland seit Wochen erfahren: Ein Überwältigungsjournalismus hat das Land erfasst, eine Art propagandistische Monstershow, die jede kritische Distanz vermissen lässt, jede Nachfrage ausblendet, und jeden Andersdenkenden diffamiert. „In moralischen und emotionalen Ekstasen steigerten sich die deutschen Medien mit wenigen Ausnahmen (so die «FAZ») in einen Überbietungswettbewerb um Empathie und Willkommenseuphorie hinein, ohne Gedanken an den Überdruss, den derlei beim Leser erzeugen kann. Einseitigkeit war Trumpf: Die Umarmung der fernen Fremden ging einher mit rabiatem Kommunikationsabbruch dem deutschen Nachbarn gegenüber, der sich nicht auf die kommenden gesellschaftlichen Veränderungen freuen wollte.“

Keine kritische Distanz sondern Überwältigung

Die Bilanz der Schweizer über die professionelle Haltung deutscher Journalisten gerät zum Scherbengericht: „Kritische Distanz zu den Akteuren, genaue Recherche, die Zurückhaltung im Urteil bei unklarer Faktenlage, die gründliche Ausleuchtung der Hintergründe, Fairness bei der Präsentation unterschiedlicher Meinungen und ein analytischer Blick, der übers Aktuelle hinaus die Folgeprobleme einzuschätzen versucht, all das schien plötzlich unangemessen zu sein. Die Forderung eines «Spiegel»-Kolumnisten nach einem «neuen Journalismus» , der aktivistischer, leidenschaftlicher auftritt, wurde übererfüllt.“ Die Belege dafür sind leicht zu finden: Selbst Franz-Josef Wagner in der BILD-Zeitung freute sich über Journalisten, die nicht mehr distanziert berichten, sondern sich auf die Seite der vermeintlichen Opfer stellen.

Die Bösen waren schnell gefunden: Die Ungarn. Selbst die Agentur Reuters berichtete über Geheimlager für Flüchtlinge, über Folter und andere Dinge; gewaltige Vorwürfe ohne Belege, die von deutschen Medien sofort weiterverbreitet wurde. Selbst Hinweise darauf, dass die aggressiv auftretenden Flüchtlinge von ihren Eltern als Schutzschirme missbraucht werden – auch das wird weggewischt. „Zu wenige Männer oder zu viele Kinder als Schutzschilde?“, versucht die ZDF-Moderatorin Eva-Maria Lemke per Twitter ihre Kritiker abzubügeln, die die manipulative Bildauswahl kritisierten. Selbst Nachrichten, die Säule des unabhängigen Journalismus, werden instrumentalisiert. “«Wo Mitgefühl angebracht wäre, herrscht Menschenverachtung», tönt es in einer Nachricht über die Lage in Ungarn. Moderator Claus Kleber verdrückte eine Träne beim Bericht über einen Busfahrer, der seine Fahrgäste in Englisch herzlich willkommen geheissen hatte. Diese mediale Vorführung der angemessenen Betroffenheit war freilich etwas vorschnell: Als man die Facebook-Seite des «Helden» prüfte, fand man eher Kritisches zur sozialstaatlichen Versorgung der Migranten.”

Manipulation per Bild

“Das Fernsehen ist wegen seiner Bilderlastigkeit besonders anfällig für die Verletzung von professionellen Standards. Bei emotionalisierenden Bildern ist das Risiko gross, dass sie nicht zeigen, was sie zu zeigen scheinen. Seit Kinder als Bildmotive in den Vordergrund rückten, häufen sich die Fehlleistungen. Zwar sind nach allen belastbaren Angaben Kinder eine eher kleine Minderheit unter den Migranten auf der Balkanroute, doch wurden sie zu Symbolen des Flüchtlingselends. Die Foto des toten Knaben am Strand von Bodrum trug dazu bei, «die Gefühle eines ganzen Landes zu synchronisieren» («Die Zeit») und die Politik zu mobilisieren.” Die Tatsache, dass ca. 80 Prozent der Flüchtlinge junge Männer sind wird in der Bilderwelt des Fernsehens wie der gedruckten Medien systematisch unterdrückt. Im Vordergrund stehen Frauen mit Kindern auf dem Arm. Es sind mächtige Symbole. Sie appellieren an menschlichen Anstand und Hilfsbereitschaft. Aber die Wahrheit steckt eher im Bildhintergrund. Jeder, der sehen kann, erkennt: Hier wird eine Minderheit für die Mehrheit genommen. Die Hilfsbedürftigkeit Einzelner wird instrumentalisiert, um die offenkundige Mehrheit der Flüchtlinge in ein anderes Licht zu setzen.

“Die Emotionalisierung der Berichterstattung führte zu einer bemerkenswerten Kritiklosigkeit den Politikern gegenüber, die den Medienhunger nach gefühlsstarken Szenen gern stillen. Noch nie war Angela Merkel eine so unkritisch angehimmelte Kanzlerin wie in den Wochen der Flüchtlingskrise. Ein Kommentator der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» schwärmte in purem Kitsch davon, wie «einfühlsam und lieb» doch die Kanzlerin mit Flüchtlingskindern umgehe”, so die NZZ und weiter: “Diese Berichterstattung hat viele blinde Flecken. Die heftig beschworene europäische Lösung wird kaum kritisch befragt. Die PR-Auftritte von Grossfirmen, die ihre Freude über die neuen Mitarbeiter äussern, die über die Grenzen drängen, finden nur vereinzelt Widerspruch. Wer mit welchen Qualifikationen über die Grenzen drängt, was sich unter den ethnisch und kulturell gemischten und oft verfeindeten Migranten abspielt und wie die daraus zu formende multikulturelle Gesellschaft aussehen wird, solche Fragen wurden lange ebenso marginalisiert wie die Kriminalität im Umfeld der Aufnahmelager.“ Soweit die NZZ. Die Schweizer zeigen das Panorama, zu dem auch die Zensurabsichten des Justizministers Heiko Maas gehören. Auch das ist eine Besonderheit. Zitieren wir noch einmal die ZDF-Moderatorin aus einem Tweet zwischen der Präsentation ihres neuen Karneval-Kostüms und Betroffenheit: „Gut, dass @heikomaas + #facebook eine “Task Force” gg Hetze gründen…“ Dass Journalisten sich darüber freuen, wenn der Staat zum Mittel der Zensur greift – das ist neu. Bislang wehrten sich deutsche Journalisten gegen jede Form der Beeinflussung. Doch diesmal ist alles anders: Journalisten machen sich zum Büttel einer linken Politik, die endlich ihre Gegner beseitigen will. Der neue Kampfbegriff ist der Aber-Nazi. Schon wer auch nur ein kleines „Aber“ benutzt, um selbstverständliche Fragen zur neuen Leitideologie zu stellen, gilt beispielsweise auf ndr.de als Nazi. So eng haben vermutlich nicht einmal Nazis und Stasi die Grenzen gezogen. Kein größeres Medium hat sich dagegen zur Wehr gesetzt – alle bejubeln Maas und fordern letztlich lustvoll „zensier mich!“ Man spürt die Absicht: Geht es den virtuellen Medien und sozialen Netzwerken an den Kragen, dann werden Journalisten wieder in den Stand der Gatekeeper zurück versetzt, der ihnen die Kontrolle über Gedrucktes, Gesendetes und Verbreitetes garantiert. Natürlich sagt das so keiner. Man kämpft nicht gegen konkurrierende Medien, sondern gegen Rechts. Und das auf breiter Front, beobachtet die NZZ:

„Sprachregelungen sind etabliert, Meinungskontrollen im Netz mit nachfolgender Denunziation beim Arbeitgeber werden empfohlen, Zensurforderungen sind gesellschaftsfähig. Sie finden Widerspruch nur bei unabhängigen Aussenseitern . Auch eine komplex angelegte Dokumentation wie der «Flüchtlingsreport» der ARD ist trotz einigen sachlichen Passagen insgesamt misslungen. Die Sendung bleibt fixiert auf die Perspektive der Einwanderer. Kritiker und Gegner erscheinen als randalierender Pöbel mit «Hasssprache». Als Expertin wird die ehemalige Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane bemüht, Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, in der heute als «Fachreferentin für Hate-Speech» eine Julia Schramm arbeitet, die selber durch hasserfüllte Tweets, etwa gegen die Erinnerung an die Opfer der Bombardierung Dresdens, bekannt wurde.”

Das ist der Blick der NZZ. Hasskommentare sind eine Sache, doch die Rechtslage reicht völlig aus, sich ihrer anzunehmen. Wer private Gesrpäche belauscht, erfährt Ungeheuerliches. Die Klowände sind schon immer die Kritzelwände der Gesellschaft, und heute haben vielleicht Postings deren Rolle übernommen. Das ist die eine Sache. Die andere, wie damit umgegangen wird und wer damit umgeht.

Die Schlachtrösser der Stasi ziehen wieder in den Krieg

Über Anette Kahane steht in Wikipedia: „Von 1974 bis 1982 arbeitete sie unter dem Decknamen „Victoria“ als Inoffizieller Mitarbeiter des Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Laut Berliner Zeitung notierte ihr Führungsoffizier Mölneck zu Beginn ihrer Tätigkeit für das MfS, dass sie bereits beim zweiten Treffen „ehrlich und zuverlässig“ berichtet und auch „Personen belastet“ habe.“ Für schwedische Medien ist sie daher eine „Stasi-Veteranin“. In Deutschland steht sie ehrenvoll im Kampf gegen Rechts. Um Hass-Sprache zu erkennen, verbreitet sie im Namen der Stiftung, die sie diesmal bezahlt, Indikatoren für „rechte Gesinnung“. Und genau da sieht man, mit welcher Zielrichtung: „Rechts“ im Sinne der Ausgrenzung und Verfolgung ist auch, wer sich gegen den Euro äußert oder sich über Kindesmißbrauch empört. Das Bekenntnis zur Währungsunion entscheidet über die weitere Akzeptanz. Kritik an Milliardengeschenken oder eine generelle Kritik – alle sind Nazis. Und man spürt die Immunisierungsstrategie der Grünen gegen den Vorwurf, sie hätten Kindesmißbrauch in ihren frühen Reihen nicht geächtet und politisch legalisieren wollen: Wer dies kritisiert, kann nur ein Nazi sein. Doch über die Stiftung und ihre Protagonisten findet man kaum eine kritische Stimmung in deutschen Medien – der Kampf gegen Rechts rechtfertigt jedes Mittel, und wie einen Kometenschweif zieht die Anti-Facebook-Aktion von Heiko Maas die übelsten Antidemokraten hinter sich her und verschafft ihnen neue Reputation. Frau Kahane und ihre Stiftung sollen Teil der Taskforce zur Kontrolle der virtuellen Medien werden. Die Wirklichkeit überholt jede Vorstellung.

Kampagnen- und Bekenntnisjournalismus, dazu die Jagd auf Andersdenkende durch die Ewig-Gestrigen – kein gutes Bild, das deutsche Medien abgeben. Kann sich das noch bessern? Erste Anzeichen sind in Sicht. Die Redaktionen werden mit Protestbriefen überschwemmt, denn die Diskrepanz zwischen der veröffentlichten Meinung und den Fakten ist mit Händen zu greifen. Verlage berichten von massiven Abo-Kündigungen; selbst beim gebührenfinanzierten ZDF und ARD sind Absetzbewegungen spürbar. Aber Vertrauen ist schneller verspielt als erarbeitet. Damit wird die Flüchtlingskrise auch zur Medienkrise.

Unterstützung
Wenn Ihnen unser Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie diese Form des Journalismus.
oder

Kommentare {134}

  1. An die Stelle des Qualitätsjournalismus, der mit Informationen aufklären will tritt der Gesinnungsjournalismus, der uns sagt, wie wir zu sein zu haben, er kommt als Erziehungsberater da her.

    Ich bedanke mich für diesen Artikel, er fasst zusammen und spricht aus, was uns seit 2012 heimsucht.

    Die Gesinnungsjournalismus betreibt seit Beginn dieses Jahres offen Propaganda, wie ein Krebsgeschwür metastasieren die neuen Bekenntnisse alle Bereiche unseres öffentlichen Lebens, statt eines Wechselseitigen Austauschs von Argumenten tritt dieVerkündigung des neuen politischen Katechismus. Wir sollen nachbeten, was uns vom Podium vor dem Brandenburger Tor vorgebetet wird und Denunziantin, wie Kahane werden zur Kornzeugin dieser ungeheuerlichen Umerziehungsmaßnahme. Es erfasst alle Lebensbereiche, bis hin zu den Kindersendungen und die “linke-aufklärerische” Comédie generiert zum Vorsänger für die gute Sache.

    Während die englische Presse von Migranten spricht, reden die Leitmedien von Flüchtlingen. Während die FAZ ihre Kommentarfunktionen abschaltet, finden im “Telegraf” eine rege Diskussion über Deutschland statt. Mehr als 1600 Kommentare ergänzen einen Beitrag der deutschen Politologin Dr, Ulrike Guérot zur aktuellen Politik Angela Merkels – und der Tenor der Kommentare -“die Spinnen, die Deutschen”.

    Von Ajatollah Khomeini stammt der Satz: “Der Islam ist nichts, wenn er nicht politisch ist” Ich würde den Satz abwandeln und heute sagen, der Journalismus ist nichts, wenn er nicht Gesinnung predigt.

  2. Ich lese mittlerweile ueberhaupt keinen Spiegel mehr, Rudolf Augstein wuerde sich im Grab umdrehen wenn er das sehen koennte was aus seinem ehemaligen Nachrichtenmagazin geworden ist. Sein Sohn macht da auch keine gute Figur und ist wohl auch nur kommerzieller Kolumnenschreiber mit gruen-linken Utopien.

    Auch Kommentare werden dort hinsichtlich der “Linie” zensiert, warum finden sich fast nur “die armen Menschen” Kommentare mit von Merkel verordnetem Helfersyndrom dort wieder, wo hingegen vom Baecker ueber den Automechaniker, Bademeister, etlichen Verwandten, Partygaeste einer groesseren Veranstaltung und auslaendischen Freunden die Generaleinladung von Merkel schlicht sche…. finden?

    Agitprop, besser als das SED Blatt “Neues Deutschland”.

    1. Sorry, aber das ist nicht sein Sohn!

      1. Doch, sein Adoptivsohn, dessen leiblicher Vater wohl Herr Walser sein soll.

  3. Sehr geehrter Herr Tichy,
    Ihre gestrige Diskussionsteilnahme bei “Hart aber Fair” veranlaßt mich, Sie in Ihren Erkenntnissen und Prognosen im Zusammenhang mit der illegalen Zuwanderung in unser Land vollinhaltlich zu bestärken. Sie sind einer der seltenen Journalisten, die sich standhaft gegen den regierungsamtlich verordneten Meinungsterror stemmen, den die weitgehend links gesteuerten Medien ungeprüft unters Volk bringen. Die unsäglichen Entscheidungen und Äußerungen der Frau Bundeskanzlerin im Zusammenhang mit dieser beängstigenden Katastrophe sind fü mich unbegreiflich. Sie führt uns damit in eine noch nie da gewesene Verarmung. Soziale, ethnische und religiöse Unruhen sowie eine islamistische Unterwanderung sind vorprogrammiert. Einen Vorgeschmack wies weitergehen soll, hat der gestern ebenfalls eingeladene 2. Bürgermeister von Dinslaken, der Muslim Yildiz gegeben:”Der Druck nach oben muß erhöht werden.” Die da oben sind diejenigen, die die Musik für diesen vom deutschen Linkskartell gesteuerten Wahnsinn zahlen. Wenn diese vollends enteignet sind, dann soll man sie am besten am nächslten Baum aufhängen.

    Bitte bleiben Sie Ihrer Haltung treu. Ich wünsche Ihnen dafür die erforderliche Kraft. Die schweigende Mehrheit, die allerdings allmählich ihr Schweigen bricht, steht hinter Ihnen.

    Mit den besten Wünschen
    Ihr
    Erich Timper

  4. Lb. Herr Tichy,
    recht herzlichen Dank für diesen Beitrag.
    Es ist deprimierend, wie die gesamte Zeitungslandschaft einer Region in die tirilierenden Sirenengesänge von Tugendhaftigkeit einstimmt. Es ist deprimierend wie nahezu die gesamte Journalistenzunft besoffen und kopflos hinter irgendwelchen medialen Rattenfängern herzieht.
    Lb. Herr Tichy, behalten Sie und Ihre Mitarbeiter ihren eigenen Kopf. Sie werden dankbare Leser haben.
    Beste Grüße

  5. Ich habe einen Nachtrag wegen der Markus-Lanz-Sendung mit H. Geißler. Es offenbart wieder einmal, wie groß die wahre Nächstenliebe ist. Ich muss mich ernsthaft fragen, wer näher an rechter Ideologie dran ist: ich als kritischer Mensch oder die mit ihrer scheinbar linken Propaganda. Das ist auch ein Facebook-Kommentar von mir:

    Es ist derzeit interessant, denjenigen genauer zuzuhören, die alle kritischen Stimmen in die rechte Ecke stellen. Heiner Geißler bei Lanz. Erst Bibelzitate, Nächstenliebe, Samariter. Dann: aber wir müssen zwischen den syrischen Flüchtlingen und anderen unterscheiden…. wir brauchen junge Kräfte, die die leeren Ausbildungsplätze füllen. Ob das Jesus so wollte, zweifle ich mal stark an. Sorry, aber der Mann ist schlimmer als heutige rechte Gesinnung: Nächstenliebe ja, aber nur, für die, die wir brauchen. Wie schon Roth mit den verwertbaren Flüchtlingen.

    Diese Krise befördert endlich mal ans Licht, was diesen vermeintlichen guten Menschen so durch die Gehirnwindungen spukt. Auch bleibe ich dabei, Orban wegen seiner Haltung als Rassisten darzustellen, führt dazu, uns selbst so darszustellen. Sogar schlimmer, weil die Menschen an der griechisch-türkischen Grenze von den österreichischen und deutschen Beamten kein Essen bekamen, nachdem sie aufgebracht und zurückgeschickt wurden. Das kritisiere ich enorm im Moment, dieses verheuchelte Zurechtbiegen.

    Nur weil damals kein mediales Interesse an den zahlreichen Toten an dieser Grenze bestand, an der wir mithalfen oder noch mithelfen, sind wir plötzlich die Guten? Das Pack ist nicht rechts. Das Pack beeinflusst die Öffentlichkeit und sitzt in Politik und Nachrichtenagenturen. Ekelhaft!

    1. Geisler war zeit seines Lebens ein gnadenloser Populist, der wird sich nie ändern…

      Ist aber immer ein willkommener Mainstreamzeuge, wie so manch anderer Politmethusalem…

    2. @ Tom Hess, 22. Sept. 2015 um 8:56

      Die Titulierung “rechte Ideologie” ist ein (politisch militärischer) Kampfbegriff, der lediglich dazu dienen soll, andere zu verleumden und zu verwirren (eine klare Straftat). Die Nationalsozialisten sind eine linke Variante. Das ist alles das Gleiche planwirtschaftliche Gesülze. Weil dies jedoch dem Bürger auffallen müsste, versucht man ihn zu benebeln. Eine viele ehrlichere Herangehensweise wäre, Christen und Anti-Christen. Dies würde sehr helfen. Ich bin weder rechts noch links, sondern eine aufrichtige Christin.

      Die Sozis und die Muslime teilen zu viele Gemeinsamkeiten. Die sind sich ähnlicher als viele wissen.

      Wird ein Mensch zu Unrecht als “Nazi” tituliert, dann einfach erwidern: Das ist eine Lüge. Warum lügen Sie?

      Mit sehr freundlichen Grüßen

  6. Es ist immer wieder faszinierend, Sozialisten bei ihrem zerstörerischen Werk zuzusehen, zumal dann, wenn es in Echtzeit und aus sicherer Entfernung geschieht. Interessant ist auch die intellektuelle Beschränktheit von Sozialisten, insbesondere deutschen.

    Fünf auf deutschem Boden aufgebaute Systeme haben deutsche Sozialisten bereits erfolgreich gegen die Wand gefahren: Das Kaiser-Reich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die DDR und schließlich die BRD (selbst die EUdSSR befindet sich mitten im Zusammenbruch). Und sie sind intellektuell zu beschränkt, nach fast 100 Jahren, in denen Sozialismus und Kommunismus scheiteren, zu begreifen, daß er auch nach weiteren 100 Jahren scheitern muß.

  7. Bei jedem Gespräch das ich führe kommt heraus, dass alle nur noch entsetzt sind was hier passiert. Auf dieser Seite findet man nur zustimmende Kommentare zu brillianten Texten. Ich denke mir dann wir sind noch nicht verloren.
    Dann liest man Umfragen und ich bin völlig fassungslos wie Frau Merkel und Ihre Blockparteien solche Zustimmung für Ihre Politik bekommen. Was geht hier vor? Ist nur noch alles lug und trug?
    Eigentlich müsste es einen Aufstand geben und der Berliner Clan (Politik + Medien) müsste in die Wüste geschickt werden oder besser dorthin wo die Flüchtlinge herkommen.

    1. Ich bitte Sie, wer glaubt denn noch an Umfragen, die sind doch genauso Meinungsmache wie die Mainstreampresse…

      Beispiele? AfD u FDP bei den letzten Wahlen in der BRD oder ganz aktuell, gestern Syrisa in Griechenland.

      Noch so ein Beispiel? Orban wird als Diktator verteufelt, man fragt sich schon wann die USA in Ungarn den Regimechange einläutet, dabei ist der Mann mit über 6o% demokratisch gewählt und es gibt noch eine rechtsaussen Opposition in Ungarn.

      Nur unsere Politprofis kommen weder mit Orban noch mit Zypras klar, bin gespannt wie Europa echt auseinanderfliegt wenn Frau Le Penn auch noch gegen den Willen Schäubles französische Präsidentin werden sollte…

  8. Obwohl ausnahmsweise offtopic: Danke für Ihre Teilnahme bei Plasberg, Herr Tichy!

    Bei einer einzigen Sache bin ich ausnahmsweise mal nicht ganz Ihrer Meinung: Ihrer Aussage, daß wir Zuwanderung als Arbeitskräfte brauchen.

    Solange die deutsche Regierung nicht durch Familienförderung alles an Anreizen für ein Ansteigen unserer eigenen Geburtenzahlen getan hat, halte ich es für einen mittel-bis langfristig verhängnisvollen Fehler, sich aus Gründen der “Verfügbarkeit” quasi bei Flüchtlingen bedienen zu wollen.

    Abgesehen von den praktischen Problemen der nur selten gegebenen Qualifikationshöhe, und der in den nächsten Jahren ohnehin zu erwartenden Abnahme der Zahl auch mittelqualifizierter Jobs durch Software – man spricht inzwischen von der Hälfte aller Jobs -, resultiert aus der zunehmenden Zahl von Kulturfremden im Land ein weiter steigendes Gefühl deutscher “Kultur-Minderwertigkeit” gegenüber dem “benötigten Fremden”, was beim Deutschen wiederum den Trend der mangelnden Bereitschaft zur Elternschaft verstärkt.

    Das klingt vermutlich “völkischer” als es gedacht ist, denn ich rede keineswegs einer Isolation Deutschlands das Wort. Ein gesundes Maß an Fremden im Land wirkt immer tatsächlich bereichernd.

    Aber die Rede ist ja von Millionen von Menschen, die in ein fremdes Land komen werden mit der Erwartung, den Wohlstand und das “Geregeltsein” des Deutschlands von gestern, das heute noch in den oft als Ursache für Einwanderungswünsche genannten soap operas im TV “nachwirkt” und Riesenerwartungen weckt, ebenfalls erwerben zu können.

    Das wird aller Voraussicht nach nicht der Fall sein können.

    Was werden die Menschen dann wohl tun? Sie werden in die Strukturen zurückfallen, die “in ihrem Blut” sind: Weiter zunehmende Aufsplitterung Deutschlands in Parallellgesellschaften, im Konflikt zwischen demokratischer Moderne und archaischem Stammesverhalten, wird die Folge sein.

    Das wird meines Erachtens Deutschland im weltweiten Wettbewerb deutlich mehr schwächen, als ein bevölkerungspolitisches Gesundschrumpfen mit Ausgabendisziplin.

    Produktivitätsfortschritt braucht keine Mindestmenschenmenge, sondern kreative Köpfe, die es in ihrem gemeinsamen Land einigermaßen miteinander aushalten.

    Nichtsdestotrotz, nochmals vielen Dank für Ihren prima Einsatz!

  9. Schade eigentlich, Sie sind eben bei Genosse Plassberg leider nicht so richtig zu Wort gekommen. ARD liebt halt mehr die Unterhaltung, als eine vernünftige Auseinandersetzung mit der politischen Lage.

    Mir wird täglich klarer, daß wir schon in 2 Jahren in einer anderen Republik leben werden.

    Warum fordert eigentlich niemand, daß den Asyl-Antragstellern ein Kurzexemlpar des Grundgesetz bei Antragstellung in Muttersprache ausgehändigt wird?

    1. Den Migranten nicht nur Grundgesetz aushändigen, sondern auch dessen Befolgung unterschreiben lassen…
      ….aber ich glaube , dass selbst der BPräs,die Kanzlerin und deren Minister das GG genauer kennen…

Kommentare sind geschlossen.