ZDF logo!: Frankreich ist am Terror selbst schuld

Update: Das ZDF-Kinderfernsehen "erklärte" den Jüngsten, am Terror seien die Franzosen wegen ihrer ehemaligen Kolonien selbst schuld. Nun haben andere Medien die Kritik auch aufgegriffen.

Reaktionen

Inzwischen haben verschiedene Medien die Kritik am ZDF-Kinderfernsehen zum Islamistischen Terror in Frankreich nun auch aufgegriffen, manche beziehen sich auf Tichys Einblick, manche nicht:

Der Westen: “Inzwischen hat der Sender reagiert und rudert zurück: ‘Der kritisierte Beitrag kann für sich betrachtet missverstanden werden, weshalb er von der Redaktion noch einmal überarbeitet wird’, hieß es am Freitag.

Morgenpost: “Zumindest nach Ansicht vieler erwachsener Zuschauer ging der Erklärversuch gründlich daneben.”

FAZ: “Der Versuch, die Anschläge von Paris in der Kika-Sendung „Logo!“ kindgemäß zu erklären, ist gründlich schiefgegangen. Jetzt hat der Sender den Beitrag aus der Mediathek entfernt.”

BILD und Stern zitieren Norbert Bolz: “Man bekommt den Eindruck, dass sich die Macher des Beitrags als Aufklärer aufspielen, aber einfach nur antikolonialistische und antikapitalistische Affekte wecken wollen.”

DIE WELT meldet: “Das ZDF lässt einen Beitrag der Kindernachrichtensendung ‘logo!’ über die Terrorangriffe von Paris überarbeiten.”

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Primitiver und doktrinärer geht es nicht. Das ZDF-Kinderfernsehen “erklärt” seinem  jüngsten Publikum schlichtweg, am Terror seien die Franzosen wegen ihrer ehemaligen Kolonien selbst schuld. Kein Wort davon, dass Generationen von Einwanderern ganz selbstverständlich Franzosen geworden sind. Das Gegenteil von “Aufklärung” in einem GEZ-Sender. Mir fehlen die Worte nicht, aber ich möchte sie nicht aussprechen.

Wörtlich: “Heute hat Frankreich keine Kolonien mehr, aber viele Menschen aus den ehemaligen Kolonien sind nach Frankreich gezogen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die meisten von ihnen leben dort heute in Armenvierteln an den Rändern der Großstädte. Sie sind oft arbeitslos und wissen nicht, was sie tun sollen, und das macht sie wütend. Als einzige Hoffnung bleibt ihnen oft nur ihre Religion, meist der Islam. Dazu kommt die Erinnerung an das, was die Franzosen früher in den Kolonien, also ihren Heimatländern Schreckliches gemacht haben. Bei manchen geht die Wut so weit, dass sie im Namen ihrer Religion gewalttätig werden. In keinem anderen Land schließen sich so viele der Terrorgruppe ‘Islamischer Staat’ an wie in Frankreich. Diese Gruppe bekämpft alle, die anders denken als sie, oft mit brutaler Gewalt und eben auch in Frankreich.”

Ist der ZDF-Beitrag von logo! zur deutschen Kolonialschuld schon vorbereitet, der den Kindern die Welt derart “einfach” erklärt, wenn es den ersten Anschlag in Deutschland gibt? Übrigens: Wie viele Eltern, die das mitanschauen, bringt das auf den naheliegenden Gedanken oder bestärkt es in demselben? Besser keine Zuwanderer, sonst geht’s uns wie in Frankreich und wir sind auch selbst schuld.

„Die „logo!“ -Redaktion beleuchtet in ihrer Berichterstattung die Hintergründe der Anschläge von Paris aus unterschiedlichen Perspektiven und hat dazu ein facettenreiches, kindgerechtes Angebot bereitgestellt“, äußerte sich das ZDF in einer Stellungnahme. „Der kritisierte Beitrag kann für sich betrachtet missverstanden werden, weshalb er von der Redaktion noch einmal überarbeitet wird.“ Von der Homepage wurde er gelöscht, in der Mediathek ist er weiter vorhanden.

Auch Boko Haram ist lieb

Auf Achse des Guten hat Henry M. Broder einen weiteren Fall der ZDF-Verharmlosung dokumentiert: 

“Die Boko Haram ist eine Gruppe von Terroristen. Ihr Name heisst übersetzt so viel wie: Westliche Bildung ist Sünde. Die Boko Haram will, dass Kinder in Schulen vor allem nach sehr strikten Regeln des Islam erzogen werden. Menschen, die sich nicht an die strengen Regeln des Islam halten oder eine andere Religion haben, bekämpft die Terror-Gruppe mit Gewalt. Aber: Mit der Religion Islam haben die Terroranschläge der Boko Haram nichts zu tun…”

Wo kommt dieser Dünnschiss, diese Verspottung aller Logik her? Natürlich aus dem ZDF, der Endlagerstätte der deutschen Erziehung, auf dem Mainzer Lerchenberg. Genauer: Aus der Nachrichtensendung für Kinder, Logo im Tivi.. Los geht es mit der Feststellung, in Nigeria käme es immer wieder zu Attacken auf Schulen. Und: “Die Gruppe, die dafür verantwortlich sein soll heißt Boko Haram.” Gruppe klingt schon mal viel besser als Bande, und weil man beim ZDF nicht riskieren möchte, dass Boko Haram eine EV wegen übler Nachrede erwirkt, ist die “Gruppe” nicht für die Überfälle auf Schulen verantwortlich, sie könnte es nur sein. Also, für alle, die noch nie einen Handkäs mit Musik gegessen haben, ganz langsam und zum Mitschreiben. Boko Haram will, dass Kinder in den Schulen nach den strikten Regeln des Islam erzogen werden; Boko Haram bekämpft alle, die sich nicht an die strengen Regeln des Islam halten oder eine andere Religion haben, mit Gewalt. Aber: Mit dem Islam hat das alles nichts zu tun.

Womit dann, Ihr Riesenzwerge? Haben die Boko-Haram-Leute zu heiß gebadet, zu viel Todenhöfer gelesen oder zu oft “Aspekte” gesehen? Fehlt nur noch, dass den kleinen ZDF-Junkies gesagt wird, die Boko-Haram-Gruppe bestehe aus lauter Verzweifelten, deren einzige Hoffnung die Religion sei.”

Soweit Henryk Broder. Es ist eine bemerkenswerte Tendenz: Überall weht die Trikolore – aber in vielen deutschen Redaktionen wird Mitgefühl nur geheuchelt. Eine Kollegin des Tagesspiegel schreibt uns per Twitter, dass es doch eigentlich die seit “40 Jahren mangelnde Integrationsbereitschaft der Deutschen” sei, mit der sich diese Verbrechen erklären lassen. Klar, wer kann dem IS schon verdenken, dass die so böse auf die Europäer sind und daher dauernd Köpfe abhacken müssen, oder? Kein Wort vom innerarabischen, mörderischen Dauerkonflikt, der von den Saudis und Katar angeheizt wird.  Kein Wort davon, dass der IS alles will – nur keine Rechnung für Kolonialkonflikte aufmacht, nein, lieber Tagesspiegel, das nicht, so viel historische Wahrheit muß sein. Den Islamisten geht es nicht “um offene diesseitige Kolonilalrechnungen, sondern um Vernichtung Andersgläubiger und Belohnung im Jenseits”, schreibt dazu die FAZ.

Aber so viel ist bei den Dampfplauderern in vielen Redaktionen noch nicht angekommen – sie machen routiniert aus Tätern Opfer und umgekehrt, gerade wie es in ihr seltsames Weltbild past, wonach immer Europa die Schuld trägt.

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(Screenprints via ZDF Mediathek)

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Kommentare {89}

  1. Um mit Hilfe eines weiteren Beispiels zu demonstrieren, wie ARD und ZDF mit der Wahrheit umgehen:

    Kein Frieden in Israel
    DIE ZEIT hat unlängst einen Artikel geschrieben über die Manipulationen des ZDF bezüglich Deutschlands Beste. Das ist löblich.
    Allerdings sucht der Leser des Blattes vergeblich die Gründe dafür, warum man in den deutschen Nachrichten fast nie objektive Berichte hört oder liest. Woran mag das liegen?
    Allein der Umstand, daß auf Schreiben wie dieses nicht geantwortet wird, zeigt, wie Deutschlands Medien mit Kritik umgehen. Nämlich gar nicht, weil unerwünscht.
    Sie verhalten sich nicht anders als viele Politiker. Renitent, taub, betonköpfig, indifferent. Und fühlen sich wohl dabei. Klopfen sich selbst auf ihre morschen Schultern.
    Vor allem wenn die Sprache auf Israel kommt, dann ziehen alle Journalisten den Schwanz ein, verbeugen sich vor den Juden, bis die Stirn am Boden aufschlägt und bezeichnen alle, die von Israel nur ein Quentchen Negatives behaupten als radikal, militant, extrem und was der unsinnigen Attribute mehr sind. Vor allem als antisemitisch.
    Obwohl, nebenbei bemerkt, Semiten keine Rasse darstellen sondern lediglich eine Sprachgemeinschaft bilden. Daher ist die Formulierung ‚antisemitisch‘ dumm, weil falsch! Aber das ist jenen Dummschwätzern, die jedes Massaker und jeden Massenmord ohne nachzudenken automatisch als Amoklauf bezeichnen, entgangen.

    ZDF – Journalist Christian Sievers, ehemals SZ Mitarbeiter, hatte einst meine Frage, warum er denn jeden Palästinenser von vorneherein als radikal, extrem oder militant bezeichnet, dahingehend beantwortet, daß er ,,das müsse, um seine Akkreditierung in Jerusalem nicht zu verlieren.”
    D.h. er bringt nur solche Nachrichten, die dem Juden genehm sind! Und deutsche Medien plappern nach, was sie von dort auf diese Weise serviert bekommen. Das ganze nennt sich dann Nachrichten. Auch im Dritten Reich wurden nur zensierte Meldungen ausgestrahlt.
    Wenn ein Volk, dem man fast sein gesamtes Land entrissen hat – und das weiterhin tut – sich in seiner Verzweiflung gegen seine Peiniger wehrt, weil ihm das Wasser bis zum Hals steht, dann darf man, ich wiederhole, dann darf man dieses Volk nicht als radikal oder extrem bezeichnen.
    Wir erinnern uns daran, daß einst ein ARD – Kameramann entführt wurde, eben aus diesem Grunde. Was die ARD natürlich nicht kapiert hat, denn sie schrieb in der Folge:

    Als Reaktion auf die Festnahme ihres Kameramanns Sawah Abu Saif durch die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat die ARD ihr Büro in Gaza-Stadt geschlossen. Der Kameramann sei fünf Tage nach seiner Festnahme immer noch nicht in Freiheit, teilte die ARD auf ihrer Internetseite mit.

    Ich vermute, wenn der ARD noch andere diffamierende Wörter eingefallen wären, sie hätte sie benutzt! Weil so etwas nicht geht. Wenn man schon ein winziges unterdrücktes Land, dessen Gebiet von einst auf einen lächerlich schmalen Küstenstreifen reduziert wurde – mit Billigung der restlichen Welt – tagtäglich beleidigt, desavouiert, diskriminiert, dann soll sich dieses Volk gefälligst nicht auch noch dagegen wehren. Wo kommen wir da hin.
    D.h. die ARD, der Hauptnachrichtensender Deutschlands, versteht die Zusammenhänge nicht oder leugnet sie schlicht. Und macht weiter wie bisher: Jeder Jude gut – jeder Palästinenser schlecht. Nach Ansicht der ARD (und da steht sie leider nicht alleine) werden Palästinenser bereits mit Handgranaten geboren, und in allen palästinensischen Kreissälen stehen deshalb geräumige Behälter, in welche man nach der Geburt die Granaten und Patronen hineinwirft, um sie für später aufzubewahren. Weil ja schon die Neugeborenen radikal und extrem sind. Das ist erblich.
    Das finde ich extrem. Und radikal. Damit schürt die deutsche Journaille das unversöhnliche Klima im Nahen Osten täglich bewußt und aktiv weiter.
    Weil er jene Palästinenser schlicht verleumdet, denen der Jude mit Rückendeckung der deutschen Journaille und der UN annähernd sein gesamtes Land weggenommen hat und dies auch weiterhin versucht, bis er ganz Palästina besitzt. Und wie geht es dann weiter? Was nimmt er sich als nächstes? Noch nie hat der Jude etwas freiwillig zurückgegeben, was er sich widerrechtlich angeeignet hat. Noch nie! Und das wird auch nicht passieren. Das steht im Gegensatz zu seiner Religion und die schreibt ihm sein Handeln vor. Er ist quasi völlig unschuldig.
    Der Jude ist nach deutscher Journalistenlesart auch nicht radikal, er ist orthodox; was nichts anderes bedeutet. Wenn er mit seinen Panzern ganze Dörfer niederwalzt oder Gemeinden der Palästinenser vertreibt, dann ist er – bestenfalls – orthodox. Denn radikal darf man den Juden in Deutschland nicht nennen, sonst ist man Antisemit. Wer über Israel in Deutschland seine ehrliche Meinung äußert ist automatisch Antisemit, was immer dieses dumme Wort bedeuten mag.
    Aus welchem Grund sollte man überhaupt noch Nachrichten hören? Ich meine, was sind schon ein paar hundert Tote durch Bombardierungen der israelischen Armee gegen drei getötete Israelis. Gegen drei im Heiligen Land Lebende, friedliche unschuldige Kreaturen, die keinem Menschen auf diesem Erdball etwas zuleide tun könnten.
    Und die Presse schaut zu! Und diffamiert weiterhin, Tag um Tag, Nachricht um Nachricht.
    Die deutschen Journalisten sollten sich einmal die Mühe machen – was sie natürlich nicht tun – und das 1972 im Fischer-Verlag erschienene Büchlein ‚Kein Frieden um Israel’ von Walter Hollstein, lesen.

    ‚Ein Volk, das andere unterdrückt, kann sich nicht selbst emanzipieren‘.
    Dieser Satz ist zwar von Friedrich Engels, trifft den Punkt jedoch genau.
    Wann tut ein deutscher Journalist den ersten Schritt in die richtige Richtung?
    Franz Wolf

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