Naturschutz frisst Vogelschutz: Der Fuchs ist kein Veganer

Waldrand, Baumgruppen, Wiesen: Die helle Kulturlandschaft soll finsterem Urwald weichen.
Waldrand, Baumgruppen, Wiesen: Die helle Kulturlandschaft soll finsterem Urwald weichen.

Der „Osterspaziergang“ ist ein urdeutsches Thema. Wir ziehen „hinaus in die grünende Flur“, spätestens seit Johann Wolfgang von Goethe dieses Gedicht  für seinen Faust geschrieben hat. Beim Osterspaziergang durch den Schwarzwald oder in der Pfalz könnten die Wanderer künftig in die Kadaver von toten Rehen und Hirsche treten. Ein neues Jagd-Gesetz in Baden-Württemberg verbietet, was bisher Pflicht war: Im Winter Rehe und Hirsche zu füttern. Jetzt sollen sie verhungern, statt gejagt zu werden. Auch in NRW soll es bald ein ähnliches Gesetz geben. Es richtet sich nicht gegen die Jagd, die brutale. Es geht um ein anderes Naturverständnis: Nicht mehr die vom Menschen letztlich hergestellte Naturlandschaft ist das Ziel, in denen der Jäger eine wichtige Funktion in der Regulation darstellt, sondern eine wilde Natur soll es sein, ein Urwald, ein urwüchsiger Wald. Und da kommt es auf ein paar Rehe nicht an. Aber damit kommen sich Mensch und Naturschutz ins Gehege, denn radikaler Naturschutz sieht den Mensch als Störenfried an und will ihn in seiner Ausprägung Jäger, Bauer, Imker oder Forstbesitzer ausmerzen. So hat der „Eichenprozessionsspinner“ riesige Wälder uralter Eichen kahl gefressen; zehntausende Hektar sind befallen oder schon grau und tot. Dabei verstreut die böse Raupe Nimmersatt auch noch winzige Härchen, wenn sie frisst. Bei Forstarbeitern und arglosen Wanderern in Brandenburg, Niedersachsen und NRW häufen sich Schwindelanfälle, Bindehautentzündungen und Asthma. Stellen wir uns einmal vor, irgendwo in einem Supermarkt käme es zu derartigen Erscheinungen. Der Teufel wäre los. Aber in der Natur – gelten andere Regeln.




Plötzliche Entwaldung und schleichende Enteignung

Frustriert ist Fried Graf Bernstorff über diese Entwicklung; seine Familie ist ein nachhaltiges Naturwunder und belobigt von Green Peace sowie vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Der alte Graf, sein Vater, ist berühmt geworden, weil er sich dem Widerstand gegen das Atommüll-Endlager in Gorleben angeschlossen hat. Riesige Flächen Waldes hat er verpachtet, in einem „Naturschutzvertrag“ als Ausgleich für den Bau des Versuchsbergwerks. Es ist dem Wald der gräflichen Familie nach 300 Jahren Pflege schlecht bekommen:  Wo früher grüner Forst stand ist jetzt eine graue Wüste toter Bäume. Dort hat der „Kiefernspinner“ riesige Wälder buchstäblich aufgefressen; kein Holz, kein Spaziergang, kein Vergnügen. Und keine Forstwirtschaft; hier ist kein Holz mehr zum schlagen, mag die Reklamemaschine für den Naturbaustoff auch noch so heiß laufen.

Warum? Der Käfer darf nicht mehr bekämpft werden. Die Regelungen sind undurchschaubar bürokratisch, Zulassungen werden auf die lange Bank geschoben, obwohl beim Befall mit den hungrigen Käfern jeder Tag zählt. Der Wald wird aufgefressen, und alle schauen zu.  Den Naturschutzbehörden ist es Recht; es soll Papiere geben, dass der Niedergang der Forstwirtschaft gern gesehen ist. Offiziell mahnen sie zur Geduld. Schon in 200 Jahren wäre ja wieder Wald da, sogar Urwald Made in Germany.

Und bis da hin? Der Graf klagt über schleichende Enteignung durch Naturschutz, der auf plötzliche Entwaldung setzt. Der Baum-Graf hat ein anderes, schneller wirksames  Rezept – schon seit Jahrzehnten baut die gräfliche Forstwirtschaft auf Mischwald, längst gibt es in der modernen Forstwirtschaft keine reinen Kiefer-Monokulturen mehr.

Natur pur oder etwas Kultur dabei?

Es werden unterschiedliche Bäume als Inseln gepflanzt, die robuste und durchmischte Wälder unterschiedlicher Baumarten für unterschiedliche Lebensräume bilden. Der reine Urwald dagegen, wie er Deutschland vor dem Mittelalter bedeckte, wäre ein Buchenwald. Buchenwälder sind finster und schattig, und daher besonders artenarm. Es wächst und kreucht und fleucht nicht Vieles im Schatten der Buche.

Ist diese Vergangenheit die erstrebenswerte Zukunft?

Was zählt mehr: Natur pur oder Kulturlandschaft?  Natur in Deutschland ist seit mehr als 1000 Jahren gezähmt. Um die Klöster und Rodungen entwickelte sich ein Zusammenspiel aus Wiesen und Wäldern, Waldrändern, Feldrainen und Gehölzen, das es so vorher nicht gab und unser Naturbild geprägt hat – und dabei die Artenvielfalt erhöht hat. Diese Landschaftsformen sind längst nicht mehr Natur, auch wenn Bäume darauf wachsen, sondern das Produkt von Bauern und Jägern. Jetzt soll die Uralt-Natur ungehemmt zurückkehren. Nicht nur als Baum. Auch als Tier.

Willkommenskultur auch für den Wolf

Fünf Wolfsrudel reißen in Niedersachsen Schafe und Rinder. Derzeit jagen rund 300 Wölfe in Deutschland; bis zu 8.000 Wölfe sollen in 10 Jahren in Deutschland leben und töten, was ihnen schmeckt, so seriöse Schätzungen. Das Thema entwickelt sich zum Kulturkampf: Sind Wölfe nette Tiere, die eine „Willkommenskultur“ verdient haben, um die sich Wolfs-Berater und Wolfs-Paten kümmern sollen an einem „Runden Tisch Wolf“?

Oder sind das Illusionen, sind Wölfe nicht doch Raubtiere, die dem Menschen sehr schnell gefährlich werden, und zwar lebensgefährlich? Am Wolf entzündet sich ein Konflikt, der für alle steht, für den Eichenprozessionsspinner wie für das Jagdgesetz: Ist die Natur per se gut und alle Tiere lieb wie ein Haufen Plüschtiere im Kinderzimmer? Oder gibt es vielleicht doch auch böse Entwicklungen, die eine ordnende Hand erfordern – wie sie über Jahrtausende sich herausgebildet hat bis zu heutigen Bauern, Jägern und Forstwirten. Natur ist etwas anderes in den Augen der städtischen Wähler der Grünen und ihrer romantischen Gefühle – und in den Augen der Menschen, die tagtäglich in ihr leben oder sogar von ihr leben. Wer hat Recht – das romantische Gefühl, das „wolfspolitische Sprecher“ in Landesparlamenten hervorbringt oder pragmatischer Umgang und Weiterentwicklung einer längst von Menschen unwiderruflich umgestalteten Natur, die er auch im Gleichgewicht halten muss?

Ganz praktisch: Wie sicher sind die Wanderer? Dorfbewohner? Kühe und Hühner und Schafe? Wer oder was darf dem Wolf zum Opfer fallen? Der Landwirtschaftsminister von Niedersachsen setzt sich rührend ein, um das Töten männlicher Küken zu verhindern. Wenn sie ausgewachsen wären – darf dann der Wolf sich daran bedienen? Und nicht nur darum geht es. Man muss nur einmal ein vom Wolf gerissenes Tier gesehen haben, aufgerissen und zerfetzt, um die tiefe Angst zu verstehen, die Menschen vor dem Wolf mit sich herumtragen. Passen frei herumlaufende Raubtiere in das dicht besiedelte Deutschland des Jahres 2015? Kein Land ist so risikoscheu wie Deutschland, das jeden Spaziergänger informiert, dass im Winter dieser „Weg nicht gestreut und nicht geräumt“ wird. Aber 8.000 freilaufende Raubtiere? Diese Geschichte beginnt erst und wird ihre Opfer fordern.




Eine ungeklärte Frage um giftigen Honig

Denn neuerdings ungeklärt ist, was bislang immer eindeutig entschieden war: Was darf die Natur, was der Mensch? Wer wird vor wem geschützt? Früher wäre diese Frage als irre verstanden worden. Aber es hat sich umgedreht. Die Natur wird vor dem Menschen geschützt. In Schleswig-Holstein ist schon der Honig vergiftet. Auf den riesigen Flächen der Stiftung Naturschutz, mittlerweile der größte Landbesitzer im Norden, wuchert ungehemmt  das giftige Jakobskreuzkraut.

Neuerdings ist es besonders attraktiv für Bienen, weil durch die riesigen Monokulturen von Raps, der für Benzinbeimischung angebaut wird, entstehen Hunger-Phasen für die Bienen, wenn der Raps verblüht ist. Die Bienen schleppen dann aber dummerweise aus den Blüten des Jakobskreuzkrauts giftiges Pyrrolizidinalkaloide in den Honig; Krebs kann die Folge sein für Menschen; Pferde und Kühe sterben schon daran, und keine Biene hört zu. Der Naturschutz verbietet den Kampf gegen das Giftkraut, weil, so die bisherige Argumentationslinie der Stiftung Naturschutz, diese heimische Pflanze wichtig für die Schmetterlinge sei. Was zählt da schon der Mensch, wenn es bunt flattert?

Zu spät reagierte Kiels Umwelt- und Verbraucherminister Robert Habeck, und auch dann nicht durchgreifend. Man stelle sich vor, eine Packung Lasagne mit Pferde- statt Schweinefleischt taucht auf – wochenlange Aktionen des fixen Medienlieblings Habeck wären die Folge, wahlweise käme die Landwirtschaft auf die Anklagebank, wenn die Bedrohung von ihr käme. Aber während sonst jeder Giftverdacht höchste Alarmstufe auslöst – beim Bio-Gift musste Habeck vom Landtag buchstäblich zur Jagd getragen werden, nachdem die örtliche Presse und Opposition gemeinsam sich um den Honig zu sorgen begannen und die regionale Zeitungsgruppe Proben im Labor mit alarmierenden Ergebnissen testen lies. Im Flensburger Tageblatt werden Leserbriefe wie dieser gedruckt: „Die Massenbestände mit Jakobskreuzkraut breiten sich hauptsächlich auf Naturschutzflächen und werden nur sehr unzureichend oder überhaupt nicht bekämpft. Die Imker sind in einigen Gebieten bereits gezwungen, ihre Bienenstände aufzugeben“.

„Verzweifelt“ ist daher Gabriele Wegner vom Nordangler Imkerverein und sucht Hilfe bei den Pferde- und Tierhaltern, deren Viecher ebenfalls verenden. Es ist das Dilemma auf den Punkt gebracht: Gift im Honigglas, weil das Kraut wichtiger ist als Imker und Bauern? Wird als Natur-Inkompatibel aus dem Land gedrängt, wer jahrhundertelang davon und dafür gelebt hat?

Der Naturschutz frisst den Naturschutz auf

Vielleicht ginge es ja mit Augenmaß. Aber das ist begeisterten und mittlerweile beamteten Naturschützern nicht genug. Dafür beginnt jetzt der Naturschutz am Naturschutz zu verenden.

An der Nordsee sterben geschützte Vogelarten wieder aus; der Alpenstrandläufer und die Bekassine, der Brackpieper. Sie brüten am Boden. Der Fuchs holt die Jungen, noch bevor sie aus dem Ei geschlüpft sind. Der Fuchs darf nicht mehr ohne Sondergenehmigungen gejagt werden, Fallenstellerei ist faktisch verboten. Dummerweise ist der Fuchs aber kein Veganer und hört auf keine Bitten der Vogelschützer, sondern frisst deren Erfolge buchstäblich auf.

„Vierbeinige Räuber haben sich zu einer großen Gefahr für Küstenvogel entwickelt: besonders auf Nordstrandischmoor, Oland und Langeneß“; melden die Husumer Nachrichten um spöttisch fortzufahren: „Nun greift die Nationalparkverwaltung zum letzten Mittel: Das ist die Jagd.“ Die Katze beisst sich in den Schwanz, und das ist, wie immer in solchen Fällen, teuer: Ein „Prädations-Management zum Schutz von Küstenvogel-Brutbeständen“ soll herausfinden, wie stark der Vogelnachwuchs von Fuchs und Marder gefährdet ist. Für den Zeitraum 1991 bis 2009 wurden bei 16 von 26 Brutvogelarten Rückgänge festgestellt. Alpenstrandläufer, Kampfläufer und Bekassine sind als Brutvogel fast verschwunden. Jetzt wird der Klimawandel als einer der Gründe herangezogen – dabei ist es viel simpler: Reineke Fuchs hat keine natürlichen Feinde ausser den Menschen. Jetzt steht der staatliche Naturschutz vor einer unlösbaren Aufgabe:

Das Bambi hat noch ein Jahr Schonfrist

Wer ist wichtiger – Fuchs oder Vogel? Darf die Natur alles, der Mensch nichts mehr, schon gar nicht mehr wirtschaften in der Natur? Es ist ein tiefsitzender Konflikt. Grüne Wähler in den Städten entscheiden, wie Bauern und Imker zu leben haben, wie der Wald bewirtschaftet wird – ideologisch und lebensfremd. Paragraphen statt Erfahrung zählen. Und befriedigt wird das romantische Gefühl der Café Latte-Fraktion in den Universitätsvierteln und Beamtenvorstädten, das leider von der Lebenswirklichkeit mit Fuchs und Wolf und Jakobskreuzkraut wenig mitbekommt.

Übrigens: Das neue Jagdgesetz  in Baden-Württemberg ist seit 1. April schon in Kraft (und seine Durchführungsverordnung ab 1. Mai) – der Paragraph, der das Füttern der Bambis verbietet, aber fürsorglich erst ab 1. April kommenden Jahres. Zwei Wochen vorher ist Landtagswahl. Ministerpräsident Winfried Kretschmann fürchtet wohl, dass Bambi-Kadaver seine grünen Wähler erschrecken.

Ein Jahr geht er noch, der ungetrübte Osterspaziergang.

 

 

eine kürzere Fassung ist auch in BildamSonntag abgedruckt

 

Wegen einiger Nachfragen hier noch eine Präzisierung:

 

Der Gesetzestext sagt in §33 Abs. 2 Satz 1  JWMG BW “Die Fütterung von Schalenwild, einschließlich der Fütterung zur Ablenkung, ist verboten.”

Dies ist eine ganz klare Aussage. Ein grundsätzliches, gesetzliches Verbot, das ab 01.04.2016 gültig ist. Die Durchführungsverordnung berührt dies erstmal nicht.

 

Ausnahmen werden darunter, ebenfalls im Gesetz, definiert: ” Abweichend von Satz 1 ist in Ausnahmefällen eine Fütterung durch jagdausübungsberechtigte Personen nach Maßgabe des Absatzes 3 zulässig, wenn die Fütterung der obersten Jagdbehörde angezeigt und eine Konzeption zur Fütterung vorgelegt wird, welche die Anforderungen der Sätze 3 bis 8 beachtet. Die Konzeption muss wildtierökologische Erkenntnisse beachten, sich insbesondere auf den Lebensraum des Schalenwildes beziehen und mindestens 2 500 Hektar jagdbare Fläche umfassen. Sie muss die verfolgten Ziele, die zu verwendenden Futtermittel und Einrichtungen sowie den Umfang und die Art und Weise der Fütterung darstellen. Eine Fütterung ist nur zulässig, soweit sie aus den in § 31 Absatz 3 genannten Gründen erforderlich ist. […] ” (§33. Abs. 2 Satz 2ff. JWMG BW)

 

Link zum Gesetzestext: http://www2.landtag-bw.de/WP15/Drucksachen/6000/15_6132_d.pdf




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Kommentare {37}

  1. Daß der Mensch z.T. eine Kulturlandschaft geschaffen hat, die ökologische Vielfalt ideal fördert. ist richtig und entspricht im Grunde nach der Schöpfungsgeschichte (Garten Eden nicht nur bewahren, sondern auch (be)bauen).

    Man müßte hier aber in Sachen Geschichten in einem gesonderten Diskurs den Spannungsbogen zwischen Verherrlichung des Wolfes und einem grundsätzlichen Unverträglichkeitsszenario “Wolf und Kulturlandschaft” mit wildökologischem Tiefgang behandeln.

    Jedenfalls ist der Kiefernspinner (Dendrolimus pini) kein Käfer. So viel biologisches Wissen muß sein.

  2. Eines steht fest: Es waren einfache Menschen, Bauern, die in der Hauptsache unseree Kulturlandschaft geschaffen haben. Für die Natur spielt es überhaupt keine Rolle, wenn ein Einzelner seinen Hof und seine Äcker verkommen läßt?

    Wenn aber von Unfähigen von oben herab falche Vorgaben gemacht und deren Umsetzung verlangt werden, dann kommt es zur Katastrophe.

  3. Sehr geehrter Herr Tichy,
    ich gratulieren Ihnen zu diesem hervorragenden, nüchternen und ideologiefreien Ausblick auf die heutige Lage des Naturschutzes in der Version NABU/BUND und Konsorten.
    Schaue ich auf die Kommentare, haben Sie einen Nerv getroffen. Soviel Sachlichkeit und Wahrheit darf einfach nicht sein. Daher muss von dem wissensfreien Fußvolk (s.u.) der Spenden sammelnden Öko-Taliban (s.o.) reichlich geistige Gülle über Sie und Ihren Artikel ausgeschüttet werden.
    Auf einen sachlichen Artikel über Naturschutz folgt eine Hasstirade auf Jäger?! Mit den immer gleichen formularhaft vorgetragenen Vorwürfen (das Wort Argumente kann ich in diesem Zs.hang wirklich nicht verwenden) gegen Jäger wird auch hier Stimmung gemacht?!
    Das Schöne jedoch ist, dass ein Volk nicht so dumm ist für wie man es hier hält. Ideologen können eine Zeitlang durch gezielte Desinformation, falsch dargestellte Naturzusammenhänge und schlichte Lügen erfolgreich täuschen. Aber eben nur eine Zeitlang. Dann nehmen die Ideologen alle ausnahmslos den einen Weg – den Weg auf den Misthaufen der Geschichte.

    1. @ Clemens
      Sehr geehrter Herr Clemens! In Ihrem Kommentar fällt auffallend oft das Wort “ideologisch” im Zusammenhang mit Kritikern der Jagd!
      Es ist schon bedenklich, wenn gerade Jäger ständig mit diesem Wort um sich werfen!
      Jäger, die seit über 90 Jahren demselben wild-biologischem Wissen folgen und immer noch stur predigen als hätte die Wissenschaft seither keinerlei neue Erkenntnisse gewonnen.

      Nach Wikipedia wird ideologisch folgendermaßen definiert:

      ZITAT”Eine Ideologie ist im philosophischen Sinn eine Weltanschauung, die einen hohen Anspruch auf Wahrheit erhebt und die für abweichende Lehrmeinungen kaum noch offen ist.” ZITAT Ende.
      (Wie bereits erwähnt erzählt Ihr Jäger uns seit fast 90 Jahren denselben Schmarren und zwar unverändert).

      Wie sagte schon der BERUFSJÄGER Bruno Hespeler in seinem Buch “Jäger wohin?”

      Zitat:
      ” Zweierlei ist verblüffend:
      -1. Unheimlich viel jagdliches Wissen wurde in den vergangenen 90 Jahren durch die Wissenschaft AD ABSURDUM GEFÜHRT; gleichzeitig wurde – Verzeihung – oftmals DER GRÖßTE, LÄNGST WIDERLEGTE Schmarrn unbeirrt weiter abgeschrieben und den Jungjägern gelehrt- ”

      -2. Denken wir einmal darüber nach, wessen Wissen wir – wenn auch nur auf Teilgebieten – für uns in Anspruch nehmen:
      Zoologen, Biologen, Ökologen, Veterinärmediziner, Dipl.-Forstwirte, Dipl.-Landwirte, Tierpfleger, Juristen und Büchsenmacher.
      Für jeden dieser Berufe ist eine Ausbildungszeit zwischen sechs und zehn Jahren erforderlich. ZITAT Ende.

      Herr Clemens! Es ist wirklich amüsant wenn gerade Jäger mit dem Wort Ideologisch um sich werfen.
      Sorry, aber Ihr Freizeit Jäger mit Eurem Jägerlatein seid eigentlich ein Paradebeispiel für “ideologisch”!
      Es darf nicht sein, was nicht sein soll! Und wir legen uns die Wildbiologie so zu recht, dass es für uns passt.
      Denn wer hat denn einen großen persönlichen Nutzen von der Jagd? Ausnahmslos nur Ihr Jäger!

      Wenn also solche Menschen hier uneingeschränkt eine Lanze für die Jagd brechen, so ist das doch in erster Linie reiner Eigennutz. Und so muss man den Text des Herrn Tichly auch sehen.

      “.. hervorragend nüchterner und ideologiefreier Ausblick .. ” wie Sie das nennen, davon ist der Text wegen Befangenheit meilenweit entfernt.

      Noch zu Ihrem Feuerwerk von Parolen wie z.B. ” ..wissensfreien Volk …” oder auch “Spenden sammelnden Öko Taliban … ” oder “…geistige Gülle…” und und und!

      Wikipedia (Ideologie) sagt weiter : Zitat:
      ” Anders lautende wissenschaftliche Erkenntnisse werden geleugnet, Kritiker verunglimpft und der Anspruch auf Allgemeingültigkeit, alleinige Wahrheit und Alternativlosigkeit wird erhoben („Es darf nicht anders sein!“ und „Andere Meinungen werden bekämpft!“ und „Es gibt dazu keine Alternative”).” Zitat Ende!

      Na, haben Sie Sich in der Definition wieder erkannt Herr Clemens?

  4. Sehr geehrter Herr Tichy!
    Mal ganz im Ernst! Ich habe selten einen Artikel lesen müssen, der so vor Jägerpolemik, wilden völlig absurden vorrau sagen und Hetztiraden gegen unsere Wölfe strotzt!

    Wenn man Ihren Artikel so liest, so kommt einem unweigerlich der Gedanke: Oh mann, ohne Jäger und die Jagd währen wie hier schlicht verloren!
    (Sorry, aber genau deswegen gibt es den Begriff Jägerlatein. Hier war wohl auch der Wunsch der Vater des Gedanken!)

    Ich möchte hier jetzt nicht auf alle Ihre Aussagen eingehen.
    Aber zum Thema Wolf möchte ich was los werden.

    Ihre Aussage: “Fünf Wolfsrudel reißen in Niedersachsen Schafe und Rinder. Derzeit jagen rund 300 Wölfe in Deutschland; bis zu 8.000 Wölfe sollen in 10 Jahren in Deutschland leben und töten, was ihnen schmeckt, so seriöse Schätzungen. ”

    Mal ehrlich, warum ummalen Sie diesen Satz nicht noch blutig – mehr Bild Niveau geht kaum noch.
    Und mit Ihren seriösen Schätzungen! Jäger oder?

    Oder auch diese Aussage:”Man muss nur einmal ein vom Wolf gerissenes Tier gesehen haben, aufgerissen und zerfetzt, um …”
    Herr Tichy, ist das ihr Ernst?

    Das schreibt ein Mensch, der seinen Hund auf ein angeschossenes Reh hetzt.
    Oder Menschen, für die Tiere töten zum Hobby gehört. Die Tiere wenn Sie noch nicht ganz tot sind das Messer eigenhändig ins Genick stoßen! Menschen, die bei Treibjagden im Schnitt nur 30% sofort tödlich treffen. Die restlichen 70% aber noch Stunden, manchmal auch Tage mit zerschossenen Gliedmaßen und unsäglichen Schmerzen durch den Wald irren.
    Menschen, die Fuchswelpen mit Fallen fangen und diese dann mit einem Knüppel eigenhändig tot schlagen.

    Man muss nur einmal ein vom Jäger angeschossenes Wildschwein mit weg geschossener Schnauze, unsäglichen Schmerzen sehen und die Todesangst und Qual in den Augen dieses Tieres sehen.(selbst schon gesehen).
    Der Wolf tötet nicht brutaler als Ihr Jäger das in der Freizeit macht.
    Wenn sie das beanstanden und als Argument bringen, dann müssen Sie sofort die Jagd an den Nagel hängen!

    Derzeit jagen rund 350.000 Freizeit Jäger in unseren Wäldern. Und die jagen und töten nicht um zu überleben, sondern aus Spaß! Als Freizeit Spaß!
    Dabei werden auch sehr viele Tiere getötet, die nicht verzehrt werden sondern einfach nur entsorgt.
    Mindestens 5 Millionen Tiere werden jährlich von Jägern getötet. Ich denke, da müssen noch viele viele Horden Wölfe einfallen, um auch nur annähernd so eine Strecke zu machen.

    Wölfe erwischen hauptsächlich kranke und schwache Tiere. Die sind schlicht leichter zu erwischen. Und dadurch leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zum gesunden Wildbestand und sorgen so dafür, dass die stärksten Gene weiterleben und sich fortpflanzen und dämmen damit auch Krankheiten ein.
    Jäger können so nicht selektieren. Dafür fehlen Ihnen einfach die Sinne.

    Es ist eher so, unsere Freizeit Jäger wollen gar keine kranken und schwachen Tiere! schießen.
    Aussage eines Jägers” Wer will denn schon ein krankes Vieh fressen!”
    Ganz im Gegenteil, ein kapitaler Eber oder Hirsch und die Trophäe macht was her!
    Usw.

    Der Wolf hat das Recht sich an der Natur zu bedienen, denn er ist und gehört zur Natur und er tötet das, was er auch frisst!
    Ihr Jäger tötet weil es für Euch eine “Passion” oder auch “Leidenschaft ” ist – was die meisten ja auch genau so sagen.

    Aber genau da liegt das Problem – stimmt’s Herr Tichy!
    Die Menschen, die gegen den Wolf hetzen und ständig massiv versuchen Stimmung zu machen seit fast ausschließlich nur Ihr Jäger!

    Wie Sie ja selbst sagten” Diese Landschaftsformen sind längst nicht mehr Natur, auch wenn Bäume darauf wachsen, sondern das Produkt von Bauern und Jägern.”
    Das Produkt von Bauern und Jäger – und so soll es gefälligst bleiben.

    Habt Ihr Euch doch schon vor Hundert Jahren den unliebsamen und lästigen
    Beutekonkurrenten dem Wolf (aber auch Bär, Uhu, Luchs usw.) entledigt.
    Die ganze Beute nur für Euch alleine!

    Die letzten 60 Jahre war das Hauptargument von Euch Jäger für die Jagd: Wir müssen die großen Raubtiere wie den Wolf und Luchs ersetzen!
    Und jetzt?
    Das ganze war also ganz offensichtlich nichts weiter als eine billige Ausrede!

    Ich behaupte, das Einzige was Euch am Wolf stört ist, dass er Euch ein wenig Beute weg nimmt, was Ihr selber gerne geschossen hättet!

    Das ist Eure einzige Motivation – reiner Egoismus!
    (Soviel zu Jäger als Artenschützer. Nämlich nur die Arten wo Jäger davon profitiert – stimmt’s?)

    Das man mit diesem schieren Egoismus öffentlich natürlich keinen Blumentopf gewinnen kann ist logisch.
    Also müssen andere Argumente her.

    Das klassische Beispiel – der Wolf als Gefahr für die Bevölkerung oder anders gesagt, Grimms Märchenstunde.

    Sorry, aber für wie blöd halten Sie die Allgemeinheit eigentlich?
    Nur mal ein Beispiel.

    Jährlich sterben in Deutschland im Schnitt 30-40 Menschen durch die Jagd und Jägerwaffen und 600-800 werden teils schwer verletzt.
    Wie viele sterben oder werden durch Wölfe verletzt! Europaweit?

    Das Wildschwein ist bei weitem gefährlicher für den Menschen als Wölfe und das ist Fakt! Es werden weltweit viel mehr Menschen von Wildschweinen verletzt als durch Wölfe!

    Aber die werden ja das ganze Jahr hindurch gemästet damit man ja auch viele zum erlegen hat – reiche Beute! Wir haben trotz oder vor allem auch wegen der Jagd eine regelrechte Wildschwein Schwemme! (Eine Art eben die dem Jäger nützt)

    Wer von Euch macht sich denn darüber so “rührend” sorgen um die Bevölkerung wie beim Wolf ???
    Mit Verlaub, aber das ist schlicht scheinheilig!

    Herr Tichy! Warum müsst Ihr Jäger denn immer so eine Hetze gegen den Wolf veranstalten.
    Sagt doch bitte ehrlich WARUM Ihr den Wolf nicht in Deutschland haben wollt!
    Aber bitte hört doch auf mit diesem – mit Verlaub – “Schmierentheater”!

    Macht es doch so wie in einem Kanton der Schweiz! Ich glaube Graubünden!
    In der Schweiz wird in einem Kanton bereits allen ernstes darüber diskutiert, wem das Wild gehört ! Dem Hobby Jäger oder dem Wolf! – kein Scherz!
    Das ist zumindest Ehrlich!

    1. Guten Tag Herr Alex, ist es nicht widersprüchlich, dass sie einerseits sagen, die Jäger sähen im Wolf eine Konkurrenz, andererseits würde der Wolf nur das jagen, was Jäger ohnehin nicht schießen würden, nämlich kranke Tiere?

      Jagd mag man brutal finden, das ist Schlachten auch. Ich glaube aber, dass die wenigsten Jäger es auf Brutalität anlegen. So habe ich es jedenfalls in meiner Jugend bei der Begleitung meines Vaters, eines Jägers, erfahren. Viel schlimmer finde ich die 11 Halal-Großschlachtereien (so viele sind es meines Wissens) in Deutschland, in denen Tiere elendiglich ausbluten müssen …und das mit zweifelhafter Begründung.

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