Kulturwechsel mit Piktogrammen im Erklärbärstil

Die muslimische Frau soll auf dem Portal Zanzu der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Hilfe finden gegen „Ehrbezogene Gewalt“ von muslimischen Männern? Geht's noch, deutsche Amtsmichel?

Screenshots: www.zanzu.de
Screenshots: www.zanzu.de

„Was passiert beim Orgasmus, wo liegt das Hymen, wie benutze ich ein Kondom? Ein mehrsprachiges Portal will Aufklärung bieten – ohne dabei kulturelle Befindlichkeiten zu verletzen.“

So harmlos hört sich die Beschreibung des neuesten Projekts der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Süddeutschen Zeitung an. „Zanzu“ heißt das und soll eine Art Aufklärungsseite insbesondere für Migranten und Flüchtlinge sein. Nun, jetzt könnte man sagen, die Leute, die hier vor Krieg und Elend geflohen sind, haben vielleicht gerade mehrheitlich andere Sorgen, aber die sich häufenden Übergriffe auf junge Mädchen und Frauen in Schwimmbädern, Kaufhäusern und anderswo scheinen das eindrucksvoll zu widerlegen. Außerdem ist sexuelle Aufklärung, wie die SZ weiter hervorhebt, ein Grundrecht (war es nicht vor allem die sexuelle Selbstbestimmung, die gerade der Frau im Islam ganz gerne einmal abgesprochen wird?). So oder so stellt sich hier die Frage, ob man mit so einer Seite den richtigen Umgang mit Frauen erklären können wird oder ob sich der deutsche Michel in seiner Naivität am Ende doch wieder einmal nur selbst zum Gespött macht.

Kulturwechsel im Erklärbärstil – der deutsche Amtsmichel macht sich lächerlich

Die Antwort ist: Natürlich macht er sich zum Gespött. Wenn man sich die Leute anschaut, die solche Projekte entwickeln, oder Integrationskurse geben, wenn man sie reden hört, dann fällt immer eines besonders auf: Das hohe Maß an völliger Weltfremdheit. Da sitzen sie im Staatsdienst, die Leute, die sich in der Nachfolge der 68er sehen und glauben, sie könnten dem putzigen Nordafrikaner, Syrer, Afghanen oder Iraker jetzt einmal schnell sein ganzes Weltbild, seine ganze Erziehung nehmen und ihn mit Pictogrammen auf einer Seite im Erklärbärstil beibringen, dass Frauen gegen ihren Willen angrabschen und so „traditionelle Bräuche“ wie Genitalverstümmelungen hierzulande „Ih-Bäh“ und verboten sind. Ja, jeder von uns kann sich lebhaft vorstellen, wie z.B. Omer, ein 20-jähriger Drogendealer aus Köln vor seinem PC sitzt und sich über „Ehrbezogene Gewalt“ einzuhaltende Grenzen in Beziehungen und Pornographie beraten lässt. Unabhängig davon, dass er sich der islamischen Bigotterie nach zu urteilen, mit ziemlicher Sicherheit zumindest mit Punkt 1 und 3 schon sehr gut auskennt, macht diese deutsche Deppen-Haltung mittlerweile nur noch fassungslos.

Sie merken schon, so harmlos wie die Seite in ihrem “Sendung mit der Maus”-Stil zunächst daherkommt und wie sie von der Süddeutschen beschrieben wird, ist sie gar nicht. Ein genauerer Blick lohnt in jedem Fall, um zu offenbaren, dass wir es hier nicht nur mit ein paar harmlosen Aufklärungstipps von Dr. Sommer und Oswald Kolle zu tun haben, sondern mit handfesten Problemen, die sich für unsere Gesellschaft und vor allem für die Frauen hierzulande im Zuge der Asylkrise offenbaren werden. Denn nein, liebe SZ, es geht nicht nur um den Orgasmus und die richtige Benutzung eines Kondoms, es geht um so viel mehr. Um Dinge wie Gewalt gegen Frauen, Grenzen beim Sex, bis hin zur Genitalverstümmelung. Nein, hier her kommen keine Menschen, denen leider nicht erklärt wurde, wie man ein Kondom richtig benutzt, hier her kommen Menschen, denen nicht erklärt wurde, dass Frauen Menschen mit gleichen Rechten sind, die man nicht genitalverstümmeln oder vergewaltigen darf.

Es ist nicht lange her, dass wir Frauen auch in Deutschland und anderswo in Europa noch für unsere gesetzlich verankerte Gleichberechtigung kämpfen mussten (von der Ungleichbehandlung fernab von Gesetzen einmal ganz abgesehen). Bis 1962 durfte Frau kein eigenes Bankkonto eröffnen. Erst ab 1969 galt sie als geschäftsfähig und erst ab 1977 durfte sie hierzulande ohne Erlaubnis ihres Mannes einem Beruf nachgehen. Nicht einmal 40 Jahre ist das her. Und nun sollen wir wieder bei null anfangen? Also nicht bei 0,5 oder 0,8, sondern bei 0,0? Bei Genitalverstümmelung und solch nebulösen Begriffen wie „Ehre“?

Es geht nicht um ein bisschen Pädagogisieren, sondern um Grundlegendes

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoguz, deren Brüder selbst glühende Islamisten sind, legte in ihrem „Eckpunktepapier für eine integrative Flüchtlingspolitik in Deutschland“ vom September letzten Jahres dar, was uns erwarten wird.

“Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. Es liegt an uns, ob wir darin dennoch eher die Chancen sehen wollen oder die Schwierigkeiten.”

Henryk M Broder kommentierte die Aussage treffsicher, indem er darauf aufmerksam machte, dass dann doch recht bedrohlich klingen würde, wenn man bis jetzt der Annahme war, dass man über vieles in dieser Gesellschaft eben nicht mehr verhandeln muss. Vor allem, wenn es um so etwas wie das Nicht-Vergewaltigen von Frauen und die Gleichbehandlung von Homosexuellen, Juden und anderen Minderheiten geht.

„Es wäre beruhigend zu wissen, dass die ‘Veränderungen’, die unserer Gesellschaft bevorstehen, einen weiten Bogen um ein paar mühsam erkämpfte ‘Eckpunkte’ des gesellschaftlichen Fortschritts machen.“ heißt es da weiter und ich fürchte immer mehr, dass man diesem frommen Wunsch, den ich bis zuletzt auch noch hegte, im Namen der Pseudo-Toleranz und des weltfremden Helfersyndroms einiger eine Absage erteilen wird. Am Ende zeigt sich hier, wie viel Wert wir den Frauen in unserer Gesellschaft wirklich beimessen und in welchem Maße wir bereit sind, für ihre Grundrechte einzustehen. Bis jetzt sieht es nicht gut aus. Dabei ist die größte Schande, dass es vor allem Frauen sind, die nicht aufbegehren, die stumm bleiben, wenn es darum geht, diese Eckpunkte, die Broder benannt hat, zu wahren.

Was bleibt sonst noch zu sagen? Ach, vielleicht, dass sich die Piktoprogramme so gut wie nie als Aufforderung an den Mann lesen, sondern immer schön allgemein bleiben. Dass sie sich, wenn sie sich überhaupt an jemanden richten, an die Opfer wenden. Das mag, würde die muslimische Frau sich trauen, sich eigenständig im Internet über ihre Rechte zu informieren, eine gute Idee sein. Dennoch mutet es eher komisch an, wenn man unter dem Button „ehrbezogene Gewalt“ vor allem Opfer anspricht und ihnen erklärt, dass sie zur Polizei gehen können, wenn sie denn davon betroffen seien, statt sich direkt an die Ursache, die Männer zu richten und ihnen klipp und klar zu sagen, dass es so etwas wie „ehrbezogene Gewalt“ hier in Deutschland nicht zu geben hat, weil es nach unserer Auffassung nichts mit irgendeiner ominösen „Ehre“ zu tun hat, wenn man seine Frau windelweich prügelt. Leider nimmt man gewisse Dinge mit der Absicht „keine kulturellen Befindlichkeiten zu verletzen“, wie es die SZ formulierte, einfach als gegeben hin und hofft darauf, dass die muslimische Frau in ihrer Unterdrückung den Mut aufbringt, sich aus der Diktatur ihres Mannes zu befreien. Ja, offenbar hat hier noch nie jemand ernsthaft etwas mit solchen Frauen zu tun gehabt, sonst würde man wohl wissen, dass das eher nicht passieren wird.

Ein gefährliches Sozial-Experiment und die Medien gehen darüber hinweg

Darüberhinaus ist es bemerkenswert, mit welcher Ruhe und ohne das geringste Fünkchen Empörung unsere hiesige Presse über diesen Schwachsinn berichtet. Wie wenig man sich daran stört, dass man dem allgemeinen Einwanderer und Flüchtling in seiner europäischen Hybris den Status eines „dummen Wilden“ auferlegt, der nur von ein paar Freundinnen von Claudia Roth mittels einer Internetseite in die richtige Richtung erzogen werden muss. Nicht nur, dass diese Männer häufig ganz genau darüber Bescheid wissen, was erlaubt ist und was nicht und es sie einfach nicht interessiert, weil sie die Gesetze und die Kultur dieses Landes sowieso noch nie interessiert haben, nein, es ist auch furchtbar naiv zu glauben, man könne eine abgeschlossene Sozialisation und kulturelle Prägung seit der frühesten Kindheit mit ein paar netten Bildchen und Integrationskursen vom Tisch fegen. Nein, was hier stattfindet, ist nicht weniger als ein soziales Experiment auf Kosten der hier lebenden Frauen, dessen negative Konsequenzen wir heute noch nicht einmal annähernd abschätzen können. All das ist grob fahrlässig, und langsam frage ich mich, ob das Recht auf Unversehrtheit des Körpers tatsächlich für alle gilt, oder ob man in seinem Helferwahn zumindest die Verletzung des weiblichen Körpers und der Psyche der Frau billigend in Kauf nimmt.

Ich möchte jedenfalls nicht in einem Land leben, in dem ich meine Grundrechte als Frau ab sofort wieder jeden Tag neu aushandeln muss. In dem ich überhaupt wem auch immer erklären, mit ihnen darüber diskutieren muss, dass ich gleichberechtigt bin und dass man mich nicht zum Sex zwingen darf. Diese Dinge bleiben für mich unverhandelbar und nicht zu diskutieren. Dass ich das überhaupt sagen muss, zeigt mir jedoch, an welchem Punkt wir uns bereits befinden.

Und ich frage mich, weshalb das kein Thema in der Presse ist. Wieso das alles so kritiklos hingenommen wird. Wo sind die anderen Feministinnen, die vielen Frauen und die Männer, die doch so viel von Gleichberechtigung halten? Wieso habe ich immer noch das Gefühl, mit meiner Empörung, Angst und Fassungslosigkeit nahezu alleine dazustehen? Ich werde keine Antwort von Ihnen bekommen, außer die Unterstellung, eine Rassistin zu sein, wenn ich Kritik am Import eines Frauenbildes übe, das mich in meiner Freiheit einschränken will.

Einen Trost gibt es jedoch für Frauen wie mich .. Denn wenigstens erklärt die Seite, wie man sich vor dem „Gelegenheitssex“ den Penis ordentlich wäscht und dass man dabei ein Kondom verwenden sollte. Danke, Zanzu.

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Kommentare {78}

  1. Hallo Frau Schunke ! Opportunismus , Mitläufertum oder Blödheit ist seit uralten Zeiten ein normaler Bestandteil jeder Gesellschaft . Das Problem heutzutage ist das die vorgesehenen Kontrollmechanismen nicht mehr funktionieren , weil es flächendeckend nur noch eine Scheinkontrolle gibt , die Täter und Kontrolleur in einer Person ist ! Das ist so als wenn ein Einbrecher ihre Wohnung ausräumt , und dabei Krimineller , Polizist und Richter in einem ist ! So ist es natürlich kein Wunder das die Zustände in unseren Land immer absurder werden ! Änderung ist nur von Denjenigen in Presse und Politik zu erwarten , die noch über einen Funken Selbstachtung verfügen , oder von den vielen Unbekannten in der Bevölkerung , die es ablehnen in einem Narrenzug von Opportunisten und Gehirngewaschenen mitzulaufen ! Ist das nicht alles surreal ! Man reibt sich die Augen – Deutschland im Jahre 2016 ?

  2. Zanzu bestätigt vortrefflich die in islamischen Ländern herrschende Meinung über den dekadenten Westen in all seiner Perversität. Besser könnte es für Imame, die ihre Gläubigen zwar zur Auswanderung in christliche Länder und deren Übernahme animieren, sie aber Freitag für Freitag vor der Integration in diese Länder warnen, die ihnen Freundschaften mit christlichen Menschen untersagen, gar nicht laufen. Mit Zanzu verhalten wir uns genau so, wie es Moslems von uns erwarten: erbärmlich, pervers und dumm! Ein gerade eingereister junger Moslem wird beim Betrachten der Piktogramme denken, es sei eine Aufforderung zum Sex mit unseren Frauen und Mädchen.

    Nur ganz am Rande, Frau Schunke, nicht nur sie als Frau werden in diesem Lande bald nicht mehr wie gewohnt leben können, unsere jungen Männer werden zwar nicht sexuell belästigt, dafür aber vermehrt totgetreten oder totgemessert werden.

  3. Sie, Frau Schunke, sind nicht allein mit Ihrer Fassungslosigkeit und Empörung. Diese Entwicklungen gibt es in Frankreich, Großbritannien und Schweden schon lange. Dass es jetzt auch in Deutschland so kommt, ist von der Politik genau so gewollt. Angela Merkel müssen die Vorkommnisse in Schwimmbädern usw. bekannt sein. Aber diese “Dame” will noch mehr solcher Männer ins Land holen. Merkel will, dass sich das Leben von Mädchen und Frauen in diesem Land drastisch verschlechtert. Die Vergewaltigungsopfer im ganzen Land sind auch Merkels Opfer. Dafür hat Angela Merkel meine vollste Verachtung.

  4. Schwarzer Mann auf weißer Frau – wenn das kein Rassismus ist! Ist das die amtlich vorgegebene Integration der Fremden in die Geschlechtsöffnungen der hier schon Lebenden? Auweia! Und dann auch noch ausschließlich aus Heterosicht. Wo sind im Aufklärungsheftchen all die vielen schönen Gendervarianten und deren Kopulationskombinationen, die die grüne Pädagogik möglichst früh und ‚nachhaltig‘ – schon in den Schulen – in die Köpfe und Genitalien der Kinder reinstoßen möchte? Wo bleibt der gemischtrassige flotte Dreier unter Drogeneinfluß und wo der teilislamische Ökumenen-Sechser, vom dionysischen Massenbumms (‚Alle Menschen werden – warme? – Brüder’; sogar die Schwestern) gar nicht erst zu sprechen? Reichten da Mathematik und Kombinatorik der Bundeszentrale schon jenseits von 1 und 2 nicht mehr hin? O tempora, o mores! Wie sinnstiftend, wenn einem die Verrückten die Welt erklären! Einfangen, wegsperren, desintegrieren. Auf keinen Fall wählen!
    .
    Dank an Frau Schunke und an all die tapferen Kommentatoren hier im Forum, die mich noch einmal zu einem ‚Jetzt spuck es endlich aus!‘ inspiriert haben.

  5. Welche Schauermärchen erzählt denn die Autorin hier:

    “Bis 1962 durfte Frau kein eigenes Bankkonto eröffnen. Erst ab 1969 galt sie als geschäftsfähig”

    Vor allen letzten Punkt stelle ich mir etwas seltsam vor. Gingen denn vor 1969 keine Frauen auf den Markt, um Gemüse einzukaufen. Waren diese Einkäufe nun allesamt nichtig?

    1. Vollgeschäftsfähig sind Sie dann, wenn sie alleine Geschäfte, also auch Verträge, abschliessen können.
      Ein Einkauf ist auch für nicht voll geschäftsfähige Personen möglich. Ein Kind kann auch Waren kaufen, in Abhängigkeit vom Alter ist der Kaufvertrag dann auch bedingt rechtskräftig. Aber wenn ein 10 jähriger ein ipad kaufen will (und von seinem Taschengeld/geschenktem Geld) dann können die Eltern trotzdem den Kauf rückgängig machen. Ein Kind kann kein Haus kaufen oder einer Notarvertrag schliessen, es kann auch nicht auf Unterhalt klagen, dass alles kann aber eine geschäftsfähige Person.

      Bis 1972 konnte eine Ehefrau nur mit Zustimmung des Ehemanns einen Arbeitsvertrag abschliessen.
      Bis 1958 verwaltete der Ehemann den Lohn seiner Ehefrau.

  6. …ah ja, aber was die Genitalverstümmelungen angeht, so IRRT die Frau Autorin leider Gottes, denn diese sind zumindest für kleine Jungs auch hierzulande eben NICHT „Ih-Bäh“ und verboten, sondern als Teil einer vermeintlichen “Religionsfreiheit” über das grundgesetzlich verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit gestellt und ERLAUBT!!!

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