Brüssel – Friendly Fire Religion

Wollen wir den Islam in unserem Wertesystem dulden und Menschen, die zu uns kommen, unsere Perspektive geben, dann müssen wir den hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen.

Islam_Debatte

Unbestätigte Augenzeugenberichte erzählen von den Attentaten in Brüssel, jemand hätte vor den Explosionen auf Arabisch gerufen.

Mittlerweile bekennt sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu den Anschlägen.

Die Erwartbarkeit der Verursacher dieses punktuellen Grauens macht es im Zenit seines Geschehens aber nicht weniger wirkmächtig. Dieser verfluchte Islam, sagen jetzt wieder die, die keine Fantasie mehr haben, diese Form der Religionsausübung von der des braven Migranten in der Moschee irgendwo in Europa zu trennen. Hass erzeugt Hass.

Immer mehr sind es müde, immer wieder zu betonen, dass sei aber nicht der Islam. Aber welche Lesart ist angebracht? Soll man nun bei jedem neuen islamistischen Attentat in Europa behaupten, der Islam sei eben genau so: weltmachtstrebend, menschenverachtend, zerstörerisch, grausam, brutal, eben zutiefst wertefeindlich und anti-europäisch? Die Kraft zu hassen geht aus.

Es ist die Normalität des Verbrechens, die auf dem Kontinent Einzug gehalten hat. Man gewöhnt sich. Das Risiko, selbst betroffen zu sein, ist ja auch verschwindend gering. Und viele plagt noch dazu ein Schuldgefühl. Basierend auf dieser komplizierten, dieser undurchschaubaren Weltlage: Ja, die US-Amerikaner haben nach 9/11 den Nahen Osten mit Lug und Trug in ein Schlachtfeld verwandelt. Ja, Libyen, Tunesien und Ägypten sind durch auch vom Westen hochgerüstete und protegierte Regimegegner destabilisiert worden auf eine Weise, die Schaudern macht. Ja, der westliche Wohlstand muss an anderer Stelle mitbezahlt werden als nur an der Kasse beim Aldi oder BMW-Autohändler.

Für diese selbstbezichtigenden Betrachtungswinkel muss man in Europa nicht einmal Vergeltung fürchten. Eine Beschimpfung der USA, der EU-Kommission, der europäischen Regierungen ist nicht sanktionsfähig. Hingegen müssen sich unzählige Islamkritiker heutzutage verstecken, um dem Tod von der Schippe zu springen, um einer lebenslang drohenden Todes-Fatwa zu entgehen. Selbst noch in so verweltlichten islamischen Ländern wie der Türkei sind mehr Menschen dafür, die Beleidigung des Propheten empfindlich zu ahnden, als es in Sachsen-Anhalt Menschen gibt, die AfD gewählt haben – nur, um mal einen quantitativ nachvollziehbaren Vergleich zu ziehen.

Im Namen des Islam wird weltweit gebombt, gekillt, massakriert und gemordet. Wie ängstlich und wie gläubig ist Europa eigentlich, immer noch dem Gedanken nachzuhängen, das alles hätte nichts mit dem Islam zu tun? Es hat solange etwas damit zu tun, wie es in seinem Namen geschieht. Wie Moslems ihre abscheulichen Taten mit ihrem Glauben rechtfertigen. Anders geht es ja auch gar nicht. Denn dann würden diese ängstlichen, diese christlich geprägten Verteidiger des Islams im Westen eine absolute Lesart des Korans für sich beanspruchen. Was, wenn es anders wäre? Wer will das entscheiden? Feigheit in Verbindung mit Hoffnung ist kein guter Ratgeber.

Aber hat der Westen die Deutungshoheit über den Koran? Nein, der Westen gilt vielen Moslems sogar als schmutzig, entehrt, wertlos und degeneriert. Als des Teufels. Wer also unter uns ist feige genug, die Angriffe gegen die europäische Zivilgesellschaft nicht als das zu benennen, was sie nun mal sind? Eine Kriegserklärung von Gläubigen an eine gottlose Welt, die nun aber zum allergrößten Erstaunen auch ohne ihren Gott für Millionen Menschen so paradiesisch erscheint, dass immer mehr von ihnen zu uns kommen wollen, um auf lange Sicht ebenfalls gottlos zu leben. Dem Mammon zu frönen, der Völlerei, der Habgier und wie sie alle heißen, die anziehenden Sünden unseres Alltags.

Der wahrhaft gläubige Moslem muss sich doch ekeln vor dieser westlichen Gesellschaft mit all ihren Abgründen und Verführungen. Und er ekelt sich. Er sieht in dieser Genusswelt die friedlichste aller Mächte gegen sich gerichtet. Und die mit dem stärksten Glauben, dem größten Ekel, mit der höchsten Erregungskurve bomben für ihren Glauben. Für den Islam. Im Namen des Islam. Weil sie instinktiv wissen, das ihre Art zu glauben, wenn sie Privatsache wird, wie es in Europa die Verfassungen vorschreiben und die Gesellschaften säkular sind, verloren ist. Weil sie wissen, dass sich Islam und die westliche Wertegemeinschaft zutiefst widersprechen.

Das zu denken fordert uns Mut ab, den es zwingt uns einen Handlungsrahmen auf, der nicht von heute auf morgen abgearbeitet ist, der Feindschaft gebiert, der tief religiöse Menschen zu Attentätern macht. Wenn wir den Islam in unserem Wertesystem dulden wollen, wenn wir den Menschen, die zu uns kommen, eine uns genehme Perspektive geben wollen, dann müssen wir den hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen. Dann müssen wir uns unserer Vorfahren erinnern, die schon einmal über Jahrhunderte hinweg die Geißel der absolutistisch-christlichen Kirchenknute nicht nur ertragen, sondern sich über Generationen unter hohen Verlusten gegen die Knechtschaft des Klerus gewandt, sie über die Aufklärung niedergerungen und an den Katzentisch der säkulären eropäischen Gesellschaft verbannt haben. Eine Gesellschaft, wie wir sie heute kennen und schätzen.

Was sind diese Religionen eigentlich für abstoßende Gesellschaftsmodelle? Wenn man angetreten ist, die Menschen glücklich zu machen, warum wirbt man dann im Extremfall dafür, indem man sie in die Luft sprengt? Das wäre nicht der Islam, den Sie meinen? Wer sind Sie, für sich in Anspruch zu nehmen, im 21. Jahrhundert die Deutungshoheit über eine 1.300 Jahre alte Religion zu besitzen? Natürlich, eine Religion, der es nach so vielen Jahrhunderten nicht gelingen mag, für sich zu werben, attraktiv genug zu sein, dass man sich gerne und mit offenen Armen zu ihr bekennt, eine Religion, die so wenig Anziehungskraft auf Religionsfremde hat, die den Gedanken der individuellen Freiheit an Baukränen aufhängt, bis ihr der letzte Atemzug entwichen ist, so eine Religion aus freien Stücken zu lieben, fällt wirklich sehr schwer.

Gegenbeispiele? Ja, Buddhisten hätten durchaus mehr Schwierigkeiten, sich bei derartigen Taten auf Schriften von Siddhartha Gautama oder den Dalai Lama zu berufen. Die Attentäter von Brüssel, so sich herausstellen sollte, dass es sich wieder einmal um tiefgläubige Moslems handelt, erwartet sogar das Paradies mit ein paar dutzend Jungfrauen. Jenes Paradies, dessen „verzerrtes“ Spiegelbild der Westen bereits auf Erden verwirklicht hat – zumindest glauben dass Millionen Moslems, die gerade wieder einmal Einlass begehren. Moslems, die ihren Glauben bald sehr viel weniger ernst nehmen werden, wenn die Bäuche erst gefüllt und der Partner, den man begehrt, einen aus freien Stücken zurückliebt. Europa hat eine Chance, viele Menschen unter seinem Dach friedlich zu beherbergen. Menschen, die unsere Werte höher schätzen als den wertfremden Teil ihrer Religion. Die bereit sind zu Reformen. Die ihre Glaubensbrüder und -schwestern mit den schweren Sprengstoffgürteln verdammen, ihnen die Tür weisen und sie hochkant aus dem gelobten Land jagen. Erst recht dann, wenn diese aus der eigenen Familie kommen.

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Kommentare {64}

  1. Lieber Herr Wallasch,

    bitte entschuldigen Sie, aber ich finde Ihre im Artikel dargestellte Auffassung (oder sollte ich eher HOFFNUNG sagen?) sehr naiv.
    Der Islam ist in fast allen seinen unterschiedlichen Spielarten eines immer: eine Ideologie. Und diese religiöse Ideologie sitzt fest bei den Muslimen und wir werden von den Moslems abgrundtief verachtet – zumindest von den meisten.

    Ich möchte Ihnen hier an dieser Stelle nicht so ausführlich antworten und verweise stattdessen auf die grandiose Analyse von Frau Köster hier auf Tichys Einblick.
    Auch die dort bisher aufgelaufenen Leserkommentare sind es mehrheitlich wert, zur Kenntnis genommen zu werden lieber Hr. Wallasch.

  2. Dem Verständnis des modernen Islam im deutschsprachigen Raum fehlt Breite und Tiefe in erschreckendem Masse.

    Z.B: Was genau bedeutet der Brüsseler Ruf “Allahu akbar” auf Arabisch? (NICHT: “Allah ist gross.” ) Gab es im Islam Reformationen? Gibt es einen moderaten Islam? (NEIN – sagt Merkelverbündeter Erdogan.) Was ist “Religion” im islamischen Sinne? Kann der Islam einen nichtislamischen Staat respektieren?

    Der Qur’an (z.B. Sure 9) und die Hadith (Überlieferungen) sowie orthodoxe Tafsir bestimmen den Islam, nicht schöngeistiges Gesabbel in der Zeit oder von Politikern und ihren Hinterleuten.

    Im englischsprachigen Raum hat Robert Spencer auf jihadwatch.org seit vielen Jahren Material und Erklärungen zusammengetragen, untermauert von akribischen Zitaten aus dem Qur’an und authoritativen muslimischen Schriften. David Woods gibt in kurzen, eleganten Youtube-Videos verständliche Erklärungen zu Kernthemen, auch hier mit detaillierten Zitaten.

  3. “Wer sind Sie, für sich in Anspruch zu nehmen, im 21. Jahrhundert die Deutungshoheit über eine 1.300 Jahre alte Religion zu besitzen?” – Gläubige?

    Andere Perspektive:
    Wer sind Volkswirte, die für sich in Anspruch nehmen, im 21 Jahrhundert die Deutungshoheit über eine millionenalte Evolution zu besitzen? – Monetaristen, die jeden Diskurs mit naturwissenschaftlichen Erkenntnisse scheuen?

    Warum diese andere Perspektive? Eine der ältesten Religionen glauben an die unsichtbare Hand Gottes. Hr. A. Smith hat diese Vorstellung für die VWL übernommen.

    Evolutionstheoretisch können Selbstmordanschläge tatsächlich einer höheren Kompfexität dienen, was uns konsumorientierte Genussmenschen schwer fällt zu glauben.

  4. Wer sich jetzt hierzulande nicht auf die Seite der Islamkritiker stellt, wird sich, seinen Kindern und Kindeskinders einen Bärendienst erweisen.
    UND – hören wir endlich auf, den Kopf einzuziehen und zu verstummen, wenn Muslimverbände und die muslimischen Comunities die Allerweltswaffe Diskriminierung zieht. Sorry, ich mag das nicht mehr hören. Ich bin tolerant, aber mir gegenüber erwarte ich das auch, doch erfahre ich schon seit den 1970er Jahren eine Zurückweisung muslimischer Männer und Frauen. Wer diskriminiert somit wen? Nachbarschaftliche Einladungen werden abgelehnt, Treffen mit Kolleginnen genauso. Eine Annäherung, gute Beziehungen zu einheimischen Deutschen habe ich noch nicht erlebt.
    Es war ein Fehler unserer Regierung, die deutsche Staatsbürgerschaft für in BRD geborene Kinder von hier lebenden Ausländern wegen des Demographischen Faktors zu vergeben. Wer nicht mehr des Landes verwiesen werden kann, kann hier sein Unwesen treiben und auch noch behaupten, er ist ja Deutscher. Kann das Gesetz nicht wieder rückgängig gemacht werden? Eine Integrationsleistung braucht es ja in diesem Falle nicht mehr, wir müssen uns dann mit den Konsequenzen abfinden. Übrigens rät Herr Erdogan die in der Diaspora lebenden Türken sollen die Staatsbürgerschaft in den jeweiligen Ländern annehmen und das Land von innen islamisch zu verändern. Alles klar? Und wir Allesversteher?

  5. Sehr geehrter Herr Wallasch,

    ein sehr widersprüchlicher Artikel.

    Jemand dulden, der einem den Fehdehandschuh hingeworfen hat? Das ist doch ein sehr schiefes Bild. Dulden zu Zeiten der Kampfansage? Während des Kampfes? Nachdem er besiegt worden ist? Sollte man selbst am Ende besiegt sein, muss man ja froh sein, wenn man geduldet würde.

    Auch der quantitative Vergleich mit den AfD-Wählern in Thüringen hinkt nicht nur, er hat gar keine Beine. Vermutlich stützen Sie sich bei der vergleichbaren relativen Zahl (etwa 20% AfD Wähler, 20% der Türken) auf die Untersuchung von MetroPOLL, die nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt ergab, dass 20% der Türken die „Beleidigungen des Propheten“ als völlig rechtmäßigerweise mit dem Tod bestraft sahen.
    Das sind ca. 16 Millionen Menschen! In unserer Nachbarschaft, hier und am Rande Europas. Kurzum, das wird der Gefährlichkeit der Sachlage nicht gerecht, denn es sind diese 16 Millionen und noch ein paar Milliönchen mehr aus anderen Ländern, die Islamkritikern wie Hamed Abdel-Samad und Sabatina James und anderen Apostaten nach dem Leben trachten.

    Gut die Frage nach den „ängstlichen, diese christlich geprägten Verteidiger des Islams“.
    2012 erschien das Buch des Religionswissenschaftlers Mouhanad Khorchide „Islam ist Barmherzigeit“, im vorsichtigen Versuch, die Möglichkeit eines „Europäischen Islams“ zu skizzieren.
    Bitte lesen Sie, wie auf Islam.de dieses Buch rezipiert wird (http://islam.de/21973), denn das ist der Webauftritt des Zentralrates der Muslime (die Organisation des netten Herrn Mazyek, der immer an den runden Tischen sitzt). Dort findet ein Dr. Rachid Boutayeb:
    „Ein barmherziger Gott ist schwach und ohnmächtig … Im Islam, um das kurz und bündig zu fassen, kann man nicht über einen „schwachen Gott“ sprechen. Nur ein toter Gott ist barmherzig!
    Der islamische Gott ist totalitär und damit auch autoritär. Er mischt sich in alle Bereiche des Lebens und in alle menschlichen Angelegenheiten ein, sogar in den Geschlechtsakt. Die Beziehung des Menschen zu Gott im Islam ist unbedingte Hingabe und nicht eine Freundschaftsbeziehung, als welche sie Khorchide darzustellen sucht. Der islamische Gott hat und braucht keine Freunde, er ist selbstgenügsam, er ist allein, denn die Freundschaft, … existiert nur zwischen Gleichen und ist nur dort, wo die politische Herrschaft schwach ist, möglich. … Der Jargon von der Barmherzigkeit ist ein christlicher. … Der aus der Anlehnung an diesen Diskurs erkennbare Versuch, den Islam zu christianisieren, zeugt von einer eroberungssüchtigen Logik … Hingabe zu Gott ist im Islam Ausdruck der Furcht, des Gehorsams, der menschlichen Ohnmacht … Der islamische Gott liebt nicht, er lebt auch nicht, er steht über dem Leben. Es handelt sich nicht um einen Jesus, der sein Selbst für die Menschheit geopfert hat, sondern um einen Gott, der Menschenopfer verlangt.“

    (Der Rest der Lektüre lohnt ebenfalls, wie überhaupt die Webseite ganz erhellend ist, z.B. auch hinsichtlich der Integration/Assimilation, wird doch auf Seite http://islam.de/1641.php#juc/mischehe03.html z.B. ganz klar gesagt, dass eine muslimische Frau keinen Nicht-Muslim heiraten DARF.)

    Und wie gesagt, solch starken Worte auf der Webseite derer, von denen es heißt, sie seien die „braven Migranten in der Moschee“.

    Auch in diesem Forum haben sich schon manche gewundert, wie es sein kann, dass die „noch nicht so lang hier lebenden“ Männer aus prekären Verhältnissen, so fordernd, ja überheblich auftreten können. Nun, sie denken, sie tun uns einen Gefallen. Der Islam enthält die Aufforderung, in die Fremde zu geben und ihn dort zu verbreiten, und da er der „einzig wahre Glaube ist“, sollen wir uns glücklich schätzen, dass er uns gebracht wird. Und auch das Gefühl des Fremdseins ist dabei bereits inkludiert, denn es wird ausdrücklich auf Mohammed Bezug genommen, der ja ebenfalls in die Fremde musste, aber dort stark wurde, weil er fremd blieb, denn hätte er sich angepasst, wäre die Lehre ja nicht rein geblieben, sondern von paganen Glaubensvorstellungen verseucht worden.
    Das wird auch an deutschen Schulen so gelehrt, sieh z.B. hier https://www.youtube.com/watch?v=filnxMBpcmAv, ab Min 14:30.
    Und dass man hier „vom Amt“ lebt stört auch nicht wirklich, denn es dürfen die Dhimmis ruhig dafür bezahlen, dass die Geschenke Allahs zu ihnen kommen.

    Die Überzeugung, als Muslim auch ein Botschafter Allahs und der höchsten Wahrheit zu sein sein, wiegt schwer. Es wäre daher ein großer Fehler zu glauben, die Menschen kämen ausschließlich hierher, weil ihnen der Westen Wohlstand und dekadente Vergnügungen verspräche.
    Sicher, für einen Teil der besser Gebildeten mögen die Verheißungen des Westens maßgeblich sein, aber längst nicht für alle. Mohamed Atta war kein analphabetischer Schafsbauer, und die Drahtzieher der letzten Anschläge, die, die man nicht fasst, sind es sicher auch nicht. Und was den präkeren Teil betrifft, werden einige in asozialen Karrieren, und andere als Martyrer enden.

    Sie schreiben, sie kämen hierher, um auf „lange Sicht ebenfalls gottlos zu leben“, sozusagen diszipliniert durch Dekadenz und volle Bäuche. Das dürfte ein großer Trugschluss sein. Eher ist es umgekehrt. Diejenigen, die jetzt kommen, werden „unsere“ gottlosen Muslime disziplinieren und zum wahren Islam zurückführen. Dass Väter heute schon kleine Mädchen verhüllen, hat es vor 25 Jahren in Berlin-Neukölln jedenfalls nicht gegeben. Sprechen Sie mit den Säkularen, wie die sich vor der Frage „Bist du auch ein guter Moslem“ fürchten.

    Sie schreiben, die „mit dem stärksten Glauben“ bombten, „weil sie instinktiv wissen, das ihre Art zu glauben, wenn sie Privatsache wird, wie es in Europa die Verfassungen vorschreiben und die Gesellschaften säkular sind, verloren ist“.
    Pardon, das halte ich für unzutreffend. Diese unsere Denkkategorien werden von Muslimen überhaupt nicht angewendet. Der Islam ist wahr, ist das Beste, Größte, Höchste (siehe oben), er ist das Gesetz. Punkt. Und der „Satan Westen“ erhält jetzt eben seine gerechte Strafe, genau so wie Charlie Hebdo.
    Und natürlich wissen sie, dass sich ihre und unser Werte widersprechen, aber wenn man seine Werte als besser betrachtet, geht man eben auch davon aus, dass sie sich durchsetzten, nicht wahr? Vor allem, wenn man von „keines Gedanken Blässe angekränkelt“ ist und sowieso mehr Kinder kriegt.

    Sie täuschen sich auch, was die abstoßende Wirkung von Baukränen betrifft, und dass der Islam keinen Zulauf hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Für Millionen, bald zwei Milliarden, ist er das Versprechen, etwas Besonderes und zum Herrschen auserkoren zu sein. Da zählen Entbehrungen gar nichts.

    Muslime, die zu “Reformen” ihrer Religion bereit sind? Die müssen sie mit der Lupe suchen, und wenn sie sich raustrauen, kriegen sie von der einen Seite eine Fatwah und von der „unseren“ den Vorwurf der Islamophobie. DAS diszipliniert.

    Nein, reformierter Islam wird nur aus dem Islam entstehen, und nur dann wenn die Muslime das selbst wollen, sicher nicht als Notwendigkeit, sich an den Westen anzupassen. Sie auf den Kopf zu tätscheln, ihre Rückständigkeit zu beklagen und ihnen Geld und Piktogramme in die Hand zu drücken und ansonsten zu dulden wird nicht gut gehen. Die Trennung, die Sie, geehrter Herr Wallasch, vornehmen, dort „der IS“, da die „Braven“, dieser westliche Manichäismus funktioniert im muslimischen Wertesytem nicht. Noch einmal 20 Millionen Türken sagten nämlich, dass zwar die Todesstrafe für Charlie Hebdo nicht angemessen sei, aber bestraft (!) werden sollen sie schon.

    Man kann es vielleicht so sehen: der IS, Al Qaida und Co. ist die Speerspitze. Die Massenmigration ist (äh, hüstel) der Schaft.

    1. Vielen Dank für Ihre logischen und informativen Ausführungen !
      Schade nur, daß die deutschen Meinungsmacher und Politiker sich im wesentlichen diesen Erkenntnissen verschließen.

  6. „…die unsere Werte höher schätzen als den wertfremden Teil ihrer Religion.“

    Von welchen „Werten“ ist hier die Rede?
    Sind das nicht inzwischen nur Worthülsen und Füllmaterial für inhaltsleeres Gerede?

    Denn kaum jemand ist mehr bereit für diese „Werte“ zu kämpfen und wer es dennoch wagt, wird als Rassist beschimpft.
    So sind die „Willkommensrufe“ an die Werte des Islams gleichzeitig die Abschiedsgrüße an die freie Gesellschaft.
    Denn wie frei eine Gesellschaft unter dem Islam ist, kann man in den arabischen Staaten besichtigen.

  7. Ihre Antwort auf den 1.Kommentar auf Seie 1:

    23. März 2016 um 8:42 von Alexander Wallasch

    Ok, aber wie viele Korangläubige befinden sich wirklich unter den bereits hier lebenden Moslems? Eben die Frage war eine meines Beitrags.
    ———————————–

    Herr Wallasch, jeder Moslem ist ein Korangläubiger, ansonsten wäre Er kein Moslem. Wie die Prozesse der Radikalisierung ablaufen, hier:

    http://www.bpb.de/apuz/164920/radikalisierung-eine-soziologische-perspektive?p=all

    http://www.bpb.de/apuz/164918/radikalisierung-deradikalisierung-und-extremismus?p=all

    Und über allem liegt der Gruppenzwang, dem jeder, Bewußt oder Unbewußt unlerliegt! Gruppenzwang gibt es auch innnerhalb der Familie.

    Zum Gruppenzwang im Islam:

    http://christineschirrmacher.info/tag/todesstrafe-fur-apostasie/

    Und die Psychologischen Auswirkungen bei Gläubigen:

    http://de.europenews.dk/Daenischer-Psychologe-Die-Integration-von-Muslimen-in-europaeischen-Gesellschaften-ist-nicht-moeglich-81104.html

    Und das hier beschreibt, das es keine Rolle spielt, ob Gläubige, Sunniten, Schiiten oder sonstigen Spielarten des Islams unterliegen:

    http://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-2014/islam-nicht-enden-wollender-glaubenskrieg-nach-innen-und-nach-aussen/

    So hart wie es Klingt, für mich ist jeder Moslem ein potenzieller Glaubenskrieger, unabhängig vom Geschlecht. Genauso halte ich diese “Weltreligion”, den Islam, für Verfassungswidrig.

    Nur ein Verbot der Glaubensausübung und Lehre des Korans und die Rückführung aller Moslems, zum Schutz von uns und ihnen, für Erfolgversprechend.

    Das Verbot betrifft natürlich keine Gäste, Urlauber oder sonstige welche sich nur kurzfristig hier aufhalten. Apostaten und vom Islam Verfolgte sind aufzunehmen.

    Wer andere Lösungen findet, nur raus damit.

    Mit freundlichen Grüßen, Reinhard Peda

    1. Das ist aber sachlich falsch, den jeder Moslem ist es erst einmal per Geburt. Das sagt nichts aus über seine innere Haltung. Wie auch, bei einem Säugling?

      1. Direkte Antwort funktioniert irgendwie nicht.

        23. März 2016 um 13:05 von Alexander Wallasch

        Das ist aber sachlich falsch, den jeder Moslem ist es erst einmal per Geburt. Das sagt nichts aus über seine innere Haltung. Wie auch, bei einem Säugling?
        ————————————-

        Hat das der Säugling Bestimmt, ein Moslem zu sein?

        Mfg Reinhard Peda

  8. Christiane Schirrmacher (Islamwissenschaftlerin): “Der Islamismus oder der politische Islam lehnt eine Trennung von Staat und Religion ab. Für Islamisten ist der Islam vielmehr eine untrennbare Einheit von Religion, Politik und Gesellschaftsordnung. Der Islamismus nutzt den techn. Fortschritt und will die Moderne prägen, nicht aber die Prägungen und Werte der Moderne übernehmen …” Alice Schwarzer: “Der Islam ist der Glaube und der Islamismus ist die Politisierung dieser Religion”. R. Erdogan: “Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam”.

  9. “Moslems, die ihren Glauben bald sehr viel weniger ernst nehmen werden, wenn die Bäuche erst gefüllt und der Partner, den man begehrt, einen aus freien Stücken zurückliebt. Europa hat eine Chance, viele Menschen unter seinem Dach friedlich zu beherbergen. Menschen, die unsere Werte höher schätzen als den wertfremden Teil ihrer Religion.”

    Das ist ja eine spannende Theorie. Dann erklären Sie doch auch bitte wie es sein kann, dass Menschen mit gefüllten Bäuchen, die hier geboren und aufgewachsen sind, zu Terroristen werden können. Gibt es in Molenbeek kein Sozialsystem? Hatten die Terroristen nicht die Möglichkeit im friedlichen Europa Wohlstand zu erlangen?

    Kennen Sie die Sendung “60 minutes”? Schätze mal Schweden ist auch kein Wohlfahrtsstaat. https://www.youtube.com/watch?v=42jpuXJPk0w

    1. Ja, aber auch hier stellen Sie doch die Einzelbetrachtung über das Massenphänomen. Ich sehe meine Behauptung da noch nicht widerlegt.
      Herzlich!

  10. Der Artikel geht von einer Fehlannahme aus. Der dogmatische, militante, sunnitische Islam ist bei allem religiösen Selbstzweck primär ein ideologisches Machtinstrument, um Anhänger im inner-arabischen, politischen Machtkampf hinter der eigenen Position zu sammeln. Die echten Konfliktlinien verlaufen nicht zwischen IS und Europa, Israel oder den USA, sondern entlang der Glaubensgrenze zwischen dem schiitisch dominierten Süden des Iraks, den Alawiten in Syrien und vor allem zwischen Saudi Arabien und dem Iran.

    Die Machtkämpfe erfolgen mit ungeheurer Brutalität insbesondere zwischen den korrupten, “westlich-dekadenten” Eliten der sunnitischen Ländern (Ägypten, Algerien, Saudi-Arabien), die faktisch vom Westen unterstützt werden, und islamistischen Bewegungen, die aus der perspektivlosen, sozial frustrierten Babyboomer-Generation von Kashgar bis Agadir rekrutieren. Brüssel oder Paris sind nur Begleiterscheinungen des tatsächlichen Konflikts.

    Schon Osama Bin Laden ging es primär nicht darum, die USA zu vernichten oder einen realen Krieg gegen diese zu führen, sondern weltweit Anhänger für den inner-islamischen und vor allem inner-saudischen Machtkampf gegen das Königshaus zu rekrutieren. Indem er zeigte, dass seine streng gläubige Organisation stärker als der “Teufel” USA war, positionierte er sich als starker, erfolgreicher Wüstenfürst, dem die anderen Stämme traditionell Tribut und Unterwerfung schulden, weil er den stärksten Stamm erfolgreich als schwach und wehrlos bloßgestellt hat. Jahrhundertelang – bereits vor Mohammed – wurden konkurrierende Stämme niedergeworfen und deren Frauen, Pferde und Kamele symbolträchtig geraubt, um sich als die stärkste, regionale Fraktion darzustellen, der sich traditionell schwächere Stämme und Clans anschließen, um vom Prestige des Machthabers zu profitieren und Schutz gegenüber lokalen Rivalen zu erlangen. Symbolik spielt traditionell eine viel wichtigere Rolle, als reale Macht. Deshalb wurde auch viel Aufwand investiert, die „Mutter aller Gläubigen“ als propagandistisches Gegengewicht aufzubauen.

    Heute werden Passagierflugzeuge oder Selbstmordattentäter eingesetzt und unglaublich brutale Tötungen weltweit “ausgestrahlt” als Mittel psychologischer Propaganda im Kampf um regionale Macht. Adressaten dieser Botschaft sind nicht säkularisierte Westler, sondern die traditionell verhaftete, weitgehend ungebildete Unterschicht der islamischen Staaten. Das Sponsoring der Golfstaaten an die Terrornetzwerke ist sowohl Schutzgeld, als auch eine Form modernen Tributs an den erfolgreichsten, dreistesten und brutalsten “Kamelräuber”.

    Was oft auch unterschlagen wird: der IS ist ein Bündnis zwischen säkularen, irakischen Baathisten und sunnitischen, islamistischen Fanatikern. Es geht primär nicht um den religiösen Kampf gegen Europa oder das Christentum, sondern den Kampf um die Macht gegen Schiiten, Kurden, Alawiten und letztlich um ein politisches Kalifat im gesamten arabisch-islamischen Raum. Die Strippen werden im IS von ehemaligen Eliten des irakischen Staatsapparats gezogen, islamistische Fußsoldaten werden ohne Skrupel verheizt, wie weiland russische Bauern und Arbeiter zur Zeit der Revolution im Kampf für das soziale Paradies auf Erden oder die internationalen Brigaden in der spanischen Republik.

    Anschläge des IS in Europa sollen Stärke demonstrieren und Gegenschläge provozieren, was wiederum weltweit Moslems rekrutiert, die ihre Religion angegriffen sehen und sich hinter dem aktuellen Champion sammeln, um von dessen Stärke psychologisch und wirtschaftlich zu profitieren. Der starke Zulauf zum IS hielt deshalb nur solange an, wie dieser sich erfolgreich als stärkste Macht präsentieren konnte. Russland hat gezeigt, dass man sich nicht mit ihm oder seinem Protegé anlegt. Der IS wird auch Israel nicht angreifen. Er würde sofort mit heruntergelassenen Hosen erwischt und als das entlarvt, was er ist: ein militärisch schwaches, propagandistisches Gebilde von ideologisch brutalisierten Kamelräubern.

    Europa wird sich eine derartige Antwort nicht leisten wollen und können, also bleibt es ein dankbares Ziel für den regionalen Dominanzkampf des IS.

    Ungeachtet dessen, zeigt der Islam in seinem geschlossenen, religiösen Weltbild, das JEDEN Aspekt des täglichen Lebens regelt, eine ideologische Festigkeit, gegen jede Form von westlicher Integration, die sich faktisch argumentativ nicht aushebeln lässt. Solange solche erschreckend primitiven, aber höchst effektiven Indoktrinationen, wie in diesem Video aus deutschem Koranunterricht nicht komplett unterbunden werden, wird er sich auch hierzulande weiter ausbreiten und zunehmend radikalisieren. Dagegen lässt sich nichts machen, solange selbst einfachste Problembeschreibungen im innerdeutschen Macht- und Kulturkampf ideologisch motiviert erfolgreich sabotiert werden.
    https://www.youtube.com/watch?v=6UrGVqoBfm8

    1. Mithin: was ist die richtige Antwort auf dieses archaische Streben nomadisierender Clans?
      Genau! Doch dazu dürfen wir nicht mehr fähig sein: das haben wir uns selbst auferlegt. Nicht einmal zum eigenen Schutz dürften wir… Was folgt? Migration unter dieser oder jener Flagge geht weiter, Landnahme im Haus des Krieges mit Versorgungszusage durch das Wirtsvolk, Ausrufen einer autonomen Republik inmitten des dar al harb, von dort aus weitere Verbreitung in die verbliebenen, wie ein Flickenteppich zerlegten Landstriche des einst freien Westens. Der wird, auch in Anbetracht seines zerfressenen Körpers nicht müde werden in der Bemühung, die nicht Intergrationswilligen zu integrieren parallel dazu den Kampf gegen Rechts bis ins Absurde steigernd, bis schließlich die letzten Europäer den Kontinent verlassen wie weiße Farmer in Afrika.
      Angekommen in den USA werden sie von dort den Kampf für die Integration in das nicht mehr Vorhandene weiter kämpfen, immer noch unterstützt von denen, die alles angerührt haben. In 100 Jahren ist Europa genau so Geschichte wie heute die Staufer oder Karl der Große. Nur nicht ganz so glänzend. Nicht ganz…Und was wird geschrieben stehen in den Büchern über jene Zeit? Was werden unsere Nachfahren im 4. Glied von uns erfahren? Werden sie dafür Interesse zeigen? Wird man in den Schulen eine Merkel erwähnen wie wir heute einen Bismarck, einen Churchill, einen Schickelgruber oder Schugaschwili kennen? Wird wieder mal “aufgearbeitet” werden?
      Wir bekommen, was wir verdienen.

    2. Vielen Dank für Ihren so schlauen und an Kenntnis reichen Beitrag!
      Herzlich

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