Warum Linke mit dem radikalen Islam sympathisieren

Warum verteidigen die Linken muslimische Fanatiker und zögern, den Terror des Islamismus zu benennen? Warum verharmlosen sie stattdessen die Gewalt gegen Frauen, die Ablehnung aller demokratischen Werte? Was geht da vor in den Köpfen der Linken?

Freiwillige Unterwerfung und Hass auf Frauen und westliche Werte: Die Linke und der Islam via www.lizaswelt.net
Freiwillige Unterwerfung und Hass auf Frauen und westliche Werte: Die Linke und der Islam via www.lizaswelt.net

Wenn man Eines in den letzten Wochen seit den Geschehnissen der Silvesternacht beobachten konnte, dann, dass die politische Linke sich für keine Ausrede zu schade war, um das eigene Weltbild irgendwie aufrecht zu erhalten. Dabei scheint es, wenn es dem Erhalt der eigenen Ansichten dient, letztlich sogar opportun, in Xavier-Naidoo-Manier Moslems als die neuen Juden darzustellen. So viel Geschichtsmissbrauch und -verdrehung tut weh. Aber was treibt das linkspolitische Spektrum an, für den Islam oder sogar den islamistischen Fanatismus in die Bresche zu springen? Glaubt man dem US-amerikanischen Sozial- und Moralphilosophen Michael Walzer, dann steckt hinter der linken Verteidigung weit mehr als das Bestreben, dem aufkeimenden Rassismus entgegenzutreten.

Die Linke und der Islam

„Islamism and the Left“, so der Titel des Beitrages im renommierten US-Kulturmagazin „Dissent“, wurde Ende Dezember 2015 veröffentlicht. Darin stellt Walzer die These auf, dass die politische Linke die Auseinandersetzung mit dem Islamismus als Ideologie vermeiden würde. Die Gründe dafür seien vielfältig. Einer sei, so Walzer, die Angst als islamophob zu gelten – ein Begriff, den Pascal Bruckner als clevere Erfindung bezeichnete, weil er dazu beitragen würde, den Islam zu einem Gegenstand zu machen, den man nicht berühren könne, ohne des Rassismus beschuldigt zu werden. Gemäß Bruckner sei der Begriff zuerst dafür verwendet worden, Feministinnen und Atheisten, die den Islam oder islamische Praktiken kritisierten, dem Vorwurf des Rassismus auszusetzen. Etwas, was man sich im Zuge der heutigen Debatte in Deutschland nur allzu gut vorstellen kann, weil es hier ebenso passiert. So wurde der Islam immunisiert gegen Kritik.

Walzer geht jedoch noch einen Schritt weiter, indem er unterstellt, viele Linke hätten so eine große Furcht vor einer Ablehnung des Islam, dass sie letztlich nicht einmal in der Lage dazu seien, die berechtigten Gründe für eine Furcht vor islamistischen Fanatikern wahrzunehmen. Dies würde es ihnen letztlich so schwer machen, zu erklären, was derzeit in der Welt vor sich geht.

Linke seien mehr damit beschäftigt, Islamophobie zu verhindern als islamistischen Fanatismus zu verurteilen.

Zwar bezieht sich Walzer in seinem Aufsatz explizit auf den islamistischen Fanatismus, er lässt sich in Bezug auf die deutsche Linke jedoch auch sehr auf das Verhältnis von Linken zum Islam generell anwenden. So erscheint dieser Punkt spätestens seit den Silvester-Geschehnissen in einer neuen Qualität. Daher haben viele Menschen seit Köln und allem, was danach ans Tageslicht kam, das Gefühl, es ginge den Linken nicht darum, die Geschehnisse ernsthaft und gewissenhaft aufzuarbeiten, sondern darum, einen etwaigen Generalverdacht gegenüber dem Islam und aus  islamisch geprägten Gesellschaften stammenden Asylbewerbern  zu vermeiden. Wichtig waren nicht die Gefühle und die Freiheit der Frauen hierzulande, sondern eine unbedingte Vermeidung von Ressentiments gegenüber den mehrheitlich muslimischen Asylbewerbern.

Die Angst vor einer angeblichen Islamophobie  ist größer als die Angst, unsere freiheitlichen Grundwerte könnten zur Disposition gestellt werden.

Diese fehlende Angst vor dem Verlust unserer „westlichen“ Werte hängt eng mit zwei weiteren von Walzer benannten Aspekten zusammen. Da wäre zum einen der Denkfehler der linken akademische Theorie vom unvermeidlichen Triumph der Wissenschaft und des Säkularismus. Walzer und andere führende Intellektuelle dagegen sprechen  längst von einem  „Revival of Religion“. Es sei an den Linken, dies zu erkennen, um zu ergründen, wie man Gleichheit und Demokratie gegenüber religiösen Argumente verteidigen könne. Hierfür wäe es jedoch erforderlich, dass man diese Werte auch als die eigenen anerkennt. Hieran schließt sich der zweite von Walzer benannte Grund: Es fehle innerhalb der politischen Linken ein generelles Bewusstsein über den geschichtlichen Hintergrund unserer sogenannten „westlichen“ Werte.

Boko Haram kämpft gegen ursprünglich linke Werte

Wenn Boko Haram, der IS und andere terroristische Vereinigungen einen Krieg gegen unsere Werte, unseren westlichen „Lifestyle“ führen, dann führen sie nicht nur einen Krieg gegen Werte, für die man in unseren Ländern lange gekämpft hat und die wir auch nicht zuletzt vor uns selbst immer wieder verteidigen müssen. Werte wie individuelle Freiheit, Demokratie, Geschlechtergleichheit und religiöser Pluralismus seien  auch Werte, die vor allem das linkspolitische Spektrum definieren würden. So sei auch die politische Linke letztlich eine Erfindung des 18. Jahrhunderts, eine Erfindung der säkularen Aufklärung. An dieser Stelle lohnt es sich, Walzer direkt zu zitieren:

„But nothing like the classic left ever exists among Hindus, Jews, Buddhists, Muslims, or Christians. And the values of the left are those „Western“ values, taken very seriously. So the opposition to those values is really something that the left should confront – and the strongest opposition right now comes from Islamist radicals. And this is the very reason that many leftists are reluctant to confront the Islamist radicals.“

Auch dieses Argument lässt sich auf die Situation und den Umgang mit dem Islam in der deutschen Debatte übertragen. Von der Geschichte der eigenen Werte vollkommen entfremdet, werden die „westlichen Werte“ in der politischen Linken heutzutage fast synonym mit Kapitalismus, US-Imperialismus und Neoliberalismus verwendet, statt zu erkennen, dass es weniger der böse Kapitalismus ist, den es hier zu verteidigen gilt, denn die eigenen Werte.

Der Hass auf den Westen wird zum Selbsthass.

Die Linke kämpft mit dem Islam gegen sich selbst

Und hier finden wir einen ganz entscheidenden weiteren Grund für das überbordende Verständnis, dass man im linken Spektrum nicht nur Muslimen gewährt, die es mit den Rechten der Frauen nicht ganz so ernst nehmen, sondern selbst radikalen Islamisten. Es ist der, wie Walzer ihn nennt, „große Eifer“, mit dem die Linke die „Verbrechen des Westens“ verurteilt. Für viele Linke liegen die Wurzeln des islamistischen Fanatismus nämlich nicht in der Religion, sondern im westlichen Imperialismus und der Unterdrückung und Armut, die er gebracht hat. Gallionsfigur dieser These vom drangsalierten Moslem, dem nichts anderes übrig bleibt als der Terrorismus, ist hierzulande der Publizist Jürgen Todenhöfer.

Der Westen ist an allem schuld

Die Ansicht, „der Westen“ allein sei Schuld, durchdringt die linke Argumentation allerdings auch ohne Hilfe von Todenhöfer und Co. Dies scheint vor allem an der linken Denkweise an sich zu liegen, die den Menschen stets auf unterschiedlichste Art und Weise zum bloßen Opfer äußerer Umstände erklärt. Die ewig implizite Unterstellung der Unmündigkeit, aus der man die Menschen als selbsternannte linke Avantgarde befreien müsse, trieft auch hier aus jeder Pore und gilt sowohl für die Verteidigung des Islams an sich als auch des radikalen Islamismus. Die Attentäter von Paris? Alles junge Männer, denen man in unseren westlichen Gesellschaften keine Chance gegeben hat? Bis zu tausend Männer, die in der Silvesternacht randaliert, Frauen sexuell belästigt und teilweise vergewaltigt haben? Für linke Politiker wie Dieter Salomon von den Grünen läge das schlicht daran, dass sie sich eben in unserer Kultur noch nicht zurechtfinden würden. Claudia Roth ergänzt  bei Maybrit Illner, dass es an uns wäre, ihnen diese Kultur näher zu bringen. Integration wird somit zur Verantwortung der Gastgesellschaften, nicht der Gäste. Von Selbstverantwortung in Sachen Anpassung und Integration an die Kultur eines Landes, in das man einreist, hört man von linker Seite nicht wirklich viel. Und trotzdem ist es vor allem dieser Kulturrelativismus, der weiterhin in Deutschland salonfähig bleibt, während alle anderen als Rassisten bezeichnet werden.

Aber selbst wenn man eingesteht, dass „der Westen“ mitnichten immer richtig gehandelt hat, dass auch unsere Länder zumindest eine Teilschuld daran besitzen, dass Menschen aus ihren Ländern fliehen müssen: Terrorismus rechtfertigt das nicht. So erscheint es nur allzu wahr, wenn Michael Walzer insistiert, dass die politische Linke die Macht von Religion und Kultur unterschätze. Folgerichtig stellt er daraufhin die Frage in den Raum, wieso Armut, Verzweiflung und materielle Interessen weniger eine linke, denn eine islamistische Mobilisierung hervorrufen würden.

Die Verharmlosung der Gewalt gegen Frauen

Man kann an dieser Stelle weiter gehen und sagen, dass dies nicht nur auf den Extremfall „Terrorismus“ zutrifft, sondern auch auf kulturelle/religiöse Fragen an sich. Um das Verhältnis von Frau und Mann zum Beispiel. Henry M. Broker hat diese Verharmlosung, aber auch die Verbindung zum Antisemitismus der Verharmloser herausgearbeitet. Auch hier darf es keine kulturrelativistischen Entschuldigungen geben. Weder für sexuelle Belästigung und Vergewaltigungen von deutschen Frauen, noch für Schläge, Zwangsehen und Ehrenmorde an den „eigenen“ Frauen. Wer sich als linke Feministin über gendergerechte Sprache streiten kann, der kann vor allem auch endlich mal damit aufhören, das Thema der religiös bedingten Gewalt gegenüber Frauen kleinzureden. Damit will ich mitnichten dem Thema gendergerechte Sprache die Relevanz absprechen, die es zweifelsohne hat. Ich will nur das Verhältnis und die Pflicht aufzeigen, sich auch an Themen heranzuwagen, die bei ideologisch verbrämten Linken oft als nicht sonderlich populär gelten. Wie bereitwillig Linke sich dem Islamismus unterwerfen zeigt das Foto von Claudia Roth mit dem Kopftuch. Es ist übrigens ein Vorgang, der sich historisch wiederholt, wie der Umgang mit dem Iran zeigt.

Die Linke und ihre Verharmlosung der Nazis

Es ist Zeit für die deutsche Linke, sich selbst und die eigenen Motive zu hinterfragen, statt ständig neue unhaltbare kulturrelativistische Aussagen zu treffen oder sogar historisch irreführend, Moslems mit Juden zu vergleichen. Auch diesen Punkt greift Michael Walzer auf, um ihn zu revidieren. Und auch der Historiker Christian Hartmann, der Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ zusammen mit anderen renommierten Historikern mit 3700 Fußnoten belegte, konstatierte unlängst, dass man Parallelen hier nicht ziehen könne.

„Der Antisemitismus“, so Hartmann „war eine Ideologie, die Ereignisse in Köln beruhen auf Tatsachen. Wenn man das vergleicht, unterstellt man ja “den” Juden, dass sie sich damals etwas zuschulden haben kommen lassen. Aber genau das war nicht der Fall.“ Und weiter heißt es: “Der Islam ist für die heutige Rechte zweifellos ein Feindbild, aber kein eliminatorisches. Hitler und die Nazis waren hingegen davon überzeugt, dass sie die Welt vor den Juden retten müssten, indem sie die Juden vernichten. Ich nehme an, es gibt von der Pegida keine Überlegungen, alle Muslime der Welt auszurotten. Wenn man das gleichsetzt, ist das eine Verharmlosung des nazistischen Gedankenguts.”

Und so bleibt zu sagen, dass endlich Schluss sein muss mit der linken Verharmlosung und das nicht nur in Bezug auf unpassende Juden-Moslem-Vergleiche, sondern ganz generell.

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Kommentare {89}

  1. Ein psychologischer Ansatz:
    Ich sehe die Motive der Linken, insbesondere der Grünen, den Islam hierzulande so verdächtig auffällig zu hofieren, noch in einem ganz anderen, gewissermaßen praktischen Grund. Der Islam ist der beste Verbündete im Kampf gegen das Christentum. Das haben sich die Grünen in ihrer Geburtsstunde zu aller oberst auf ihre Flagge geschrieben, von einer inzwischen durchweg heidnisch gewordenen Gesellschaft aber völlig unerkannt. Sie wollen den radikalen Umbau der Gesellschaft, sie wollen den neuen Menschen, gänzlich von (wert-konservativen und christlichen) familiären Fesseln befreit. Systematisch soll das naturgegeben Komplementäre der Geschlechter aus der Wahrnehmung und dem Bewusstsein eliminiert werden – zugunsten einer rein anthropogenen individuellen Rolle, also einer rein soziokulturellen Laune. Das ist Programm und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Und wenn der Islam hier mit helfen kann, zunächst ungeachtet des ihm selbst zugrunde liegende Menschen- und Gesellschaftsbildes (was die ganze Widersprüchlichkeit und Irrationalität der Grünen und Linke zeigt – vom Antisemitismus des Islam noch gar nicht zu sprechen), da heiligt der Zweck ganz einfach die Mittel.
    Warum gerade auf Christen so eine Hass: mit hoher Wahrscheinlichkeit jugendliche Traumata bei den Frauen und pathologischer Narzissmus bei Männern (Typus: Künstler und Geisteswissenschaftler, Frauenversteher und Frauentröster – zumeist im Bett – die Frau wird zum reinen Befriedigungsobjekt, sie selbst darf sich dabei als sexuell befreit verstehen)! Wetten dass! Christen verteidigen die klassische Familie bis zu ihrem letzten Atemzug, weil sie wissen, dass sie die Keimzelle eines jeden Staates ist. Grüne aber provozieren und suggerieren gerne (dem gemeinen Volk damit Einfältigkeit unterstellend) die begriffliche Gleichsetzung von Staat mit National(sozial)ismus und in diesem Kontext Nationalismus oder Patriotismus mit Rassismus. Und deshalb gehört die “klassische” Familie, die sich noch zu Kirche und deutschem! Staat bekennt, abgeschafft.
    Die eigene Familie oder spätestens die der Schulfreundin oder des Schulfreundes wurde in der Jugend nicht selten als Gefängnis, als Freiheitsbeschneider erlebt. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, den ich selbst in meiner späteren Schulzeit (frühe bis Mitte 80er) immer wieder beobachtete. Da gab es auf der einen Seite nicht wenige Schülerinnen, nach denen sich einfach kein Junge umgeschaut hätte. Ablehnung bekanntlich war und ist für junge Frauen zutiefst verletzend. Ganze Tragödien spielten und spielen sich da tagtäglich ab. Auf der anderen Seite dann jene, auch attraktive, die ein ganz schwieriges Vaterverhältnis hatten und deshalb auch keinen “richtigen” Freund. Beide flüchteten sich in ihrer Verletztheit zumeist in esoterische Praktiken, in – heute würde man sagen: Gutmenschentümeleien, oder in ein beinahe schon fanatisch wirkendes Engagement für Umwelt, Soziales und Pazifistisches. Sie wollten unbedingt die Guten sein (unbewusst, natürlich verständlich, nämlich, um geliebt und anerkannt zu werden).
    Die damals noch junge Partei der Grünen verkörperte mit ihrer Gesinnung nahezu perfekt dieses Ideal des “Gutsein-Wollens”. Doch, so fragte ich mich schon damals, warum mussten sich eben jene Mitschülerinnen (später Kommilitoninnen) zumeist auf Partys in Gesprächen über Gott und die Welt stets an der katholischen Kirche abarbeiten? Kein Philosophieren, bei dem man nicht früher oder später auf eben jene Kirche zu sprechen kam, bzw. mit geradezu missionarischem Eifer ihre Lehre aufs schärfste verurteilte. Erst viel später im Rückblick tippte ich auf Stockholmsyndrom. In ihren Gedanken verbündeten sie sich offensichtlich “moralisch” mit eben jenen Jungen, die sich mit den Attraktiven einließen, von denen sie selbst aber gekränkt wurden. Sie mussten von dieser Torte unbedingt schon jetzt etwas ab haben. Sie wollten zumindest in ihren Wünschen und Träumen einfach dazu gehören und suchten ihrerseits die praktische Erfüllung (zumeist unmittelbar nach dem Abi) in Südeuropa, Nordafrika oder Indien. Bekamen sie schon nicht die “tollen” gutaussehenden Jungs, dann wollten sie wenigstens auch endlich Sex. Doch gab es da ja insbesondere die katholische Kirche mit ihrer Morallehre, die ein solches Tun vor der Ehe nicht guthieß. Diese “verlogene” Institution wollte ihnen also diesen Spaß auch noch verbieten. Die evangelische Kirche war diesbezüglich damals schon “fortschrittlicher”. Viele dieser jungen Frauen waren “grün” und engagiert in einem erweiterten Umfeld der evangelischen Kirche. Damit war jedenfalls früh das Feindbild bei diesen jungen Frauen geschaffen. Und diese Verletzungen haben jene Frauen, die heute in Politik und bei Medien hohe Ämter inne haben, bis heute nicht überwunden. Sie haben sich später in ihrem Leben nie mehr in einer fairen Weise mit dem katholischen Verständnis von Ehe und Familie auseinandergesetzt. Im Gegenteil, das Feindbild konnte sich zunächst im meist linken universitären Umfeld weiter verfestigen, weil es scheinbar stets Bestätigung fand. Statt Mut zu einer kritischen Betrachtung der eigenen Position, die ohnehin zumeist von “Vorbildern” übernommen wurde, wurde weiter gekämpft, mit Vorliebe für Homo-Lobbys. Wurde in den 70er und 80er das Zusammenleben ohne Trauschein prolamiert, so fordern dieselben Leute heute die “Ehe für Alle”.
    Nein, die Verletzungen in der Jugend sind weiterhin so wirksam, dass man sich berufen fühlt, die Bekämpfung eben jener Lehre als politischen Auftrag zu verstehen. Lasst uns die Gesellschaft von dieser perfiden, zu höchst menschen-unwürdigen und frauenverachtenden katholischen Lehre ein für alle Mal befreien. Wieveiel würden einen solchen Aufruf unterschreiebn ?! Das ist ihr stilles politisches Programm. Dem Islam kommt dabei die Rolle des nützlichen Idioten zu.

  2. Bitte bitte, bitte – nehmt endlich dieses Roth-Bild raus – jedes Mal wenn ich auf diese Seite komme und diese unsägliche Frau mit dem Kopftuch sehe regt sich mein Magen auf höchst unangenehme Art und Weise. Bitte, bitte, macht es weg.

    1. Nein, bitte das Bild da lassen. Ich finde es super. So realistisch. CR am Ziel ihrer Träume.

  3. Ich vermute, dass das, was hier als linke Werte bezeichnet wird von den Linken nur als Mittel zum Zweck “angenommen” wurde: viele der bürgerlichen Werte, die die Grundlage der FDGO sind, waren nie Werte bei den Linken, sondern deren ewige Hassobjekte. Um aber im Marsch durch die Institutionen zu bestehen, mussten die Linken sich tarnen, so tun als ob. Dadurch wurden sie auch akzeptabel für ihre vormaligen Gegner, die nun den Schulterschluss mit den Linken vollziehen. Die Linken beweisen dabei ein Talent, ähnlich der Zerkarie des Kleinen Leberegels in seinem Zwischenwirt, der Ameise, die sie zum zwecke der Vervollständigung ihres Lebenszyklus zum Selbstmord bringt (ich weiß, Biologismus, auch bei Linken ziemlich unbeliebt). Die Obsession der Linken dem Islam gegenüber enttarnt sie; ihre bedingungslose Liebe arabischen Terroristen gegenüber zeigt, wie tief sie in der RAF-Sympathisantenszene noch verwurzelt sind. An vielen Widersprüchen und Ratlosigkeiten (linke Feministinnen vs. Rolle der Frau im Islam) scheint immer wieder der linke Grundtenor durch: Klassenkampf, der alles dafür Nützliche instrumentalisiert. Und ein besonders nützliches Beispiel sind die Kirchen: eben noch von den Linken verachtet und verfolgt vollziehen die Kirchen den Schulterschluss mit ihren Peinigern von gestern (Leberegel?); wie nützliche Idioten (der Begriff, meine ich, stammt von Lenin, ziemlich beliebt bei den Linken).

  4. Gratulation Frau Schunke, hervorragende Analyse aus einer Grundlagenforschungs-Blickrichtung. WARUM handelt die Linke so.
    Ich glaube auch, bei einer atheistisch-materialistischen (zzgl. hedonistische) Sozialisation im Verbund mit einem jahrzehntelangen schulischen Geschichtsunterricht der eine Überdosis bei 1933-1945 hat, können viele Menschen dynamische Entwicklungen, Gefahren, trojanische Pferde etc. nicht mehr erkennen. Erst recht nicht wenn die Keime dazu vor rd. 1400 Jahren gelegt wurden. Auch glauben sie ihr linker Materialismus wird Religion schon besiegen oder das kleine 65 Jahre alte Taschenbüchlein GG (Grundgesetz) wird 1400 Jahre Islam schon kompatibel machen, umerziehen. Man denke nur an das traumtänzerische Wort vom “EuroIslam”. Genau so “erfolgreich” wie bürgerlich-verbeamtete Polizisten die Kopfabhacker bändigen werden.
    Frau Merkel und ihr Gesinde hat mit Deutschland das Flugzeug von Andreas L. bestiegen. Es bedeutet wenig Trost, dass die links-grünen Buntland-Berauschten darin ebenfalls zugrunde gehen werden.

  5. Toller Beitrag. Das erklärt für mich auch warum immer mehr Menschen (zumindest in meiner Kreis) sich gegen Israel und pro-Palestina aussprechen. Was natürlich zu widerlegen wäre…

  6. Ach, also Antisemitismus war unbegründet, aber die Moslems sind ja WIRKLICH böse, also ist Islamophobie schon OK, oder wie? Köln war ein Fall organisierter Kriminalität. Die hat es auch unter Juden gegeben. Es geht eben sehr wohl genau darum, nicht von Kriminalitätsfällen auf ganze Gruppen zu pauschalisieren. Selbst wenn in irgendeiner Gruppe statistisch irgendein kriminelles oder asoziales Verhalten häufiger auftritt, rechtfertigt das keine Diskriminierung der ganzen Gruppe. Und dieser Hartmann hat Mein Kampf kommentiert? Na, Glückwunsch, von Geschichte hat er wenig Ahnung. Tatsächlich konnte man Hitler, als er noch wie Pegida auf der Straße agitiert hat, auch nicht nachsagen, er wolle alle Juden der Welt ausrotten. Auf diese Schiene ist er erst um 1941 gekommen. Er hat ja noch nichtmal gesagt, er wolle die jüdische Religion verbieten – bei Pegida gab es jüngst einen Redner, der wollte den Islam verbieten.

    1. nebenbei: Hitler kam nicht erst 41 auf “die Idee”, sein Judenhass war älter. Die Frage der sogenannten Endlösung der Judenfrage war eine Konsequenz seiner Grundhaltung gegenüber den Juden.
      Und es geht keineswegs um Pauschalisierung dem Islam gegenüber: es geht darum, die Realität als Realität anzuerkennen und zu benennen. Mal weg von Pegida, viele Menschen haben unabhängig von denen vor “Kriminalitätsimporten” gewarnt, als unbesehen alle Flüchtlinge noch als sakrosankt im öffentlichen Sprachgebrauch gehandelt wurden. Es ging und geht eben um die fehlende Differenzierung, um das schwelende Verbot, “Unerlaubtes” zu äußern: ja, es gibt “ausländische” Kriminelle, so wie es jüdische Kriminelle, schwule Nazis und linke Päderasten gibt.
      Es sind doch im Grunde zwei Fragen: die nach der unkontrollierten Einwanderung und deren Folgen (“echte” Verfolgte, Schutzsuchende vs. Völkerwanderer) und die nach kulturellen Inkompatibilitäten von Einwandernden (vormaligen und neuen), nicht nur auf der Köllner Domplatte und nicht nur an Silvester und nicht erst 2015/16. Beide Fragen sind legitim und eine Gesellschaft, die das Stellen dieser Fragen und die Suche nach den Antworten kriminalisiert (es ist unstreitig, dass sich das nicht nur auf Pegida bezieht, sondern auf alle “Regierungskritiker”) und damit bereits bei der Institutionalisierung ist (Ruf nach VS, Bespitzelung durch nichtstaatliche Organisationen, Diffamierung in der Öffentlichkeit sogar durch Regierungspolitiker etc.), eine solche Gesellschaft hat die Demokratie erfolgreich überwunden nach dem plumpen und in seiner Übertragung niederträchtigen Motto: ihr seid Nazis und, wie ihr ja alle wisst, mit Nazis diskutiert man nicht.

    2. Das Kardinalproblem Ihrer Haltung besteht darin, dass Sie die Inhalte und den politischen Anspruch der verschiedenen Glaubenssysteme relativistisch ausblenden. Es ist die Tragik der heutigen Situation, dass seriöse Islamkritik auf einen oberflächlichen Blick Parallelen zu den antisemitischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts aufweist und deswegen gerade hierzulande gerne reflexhaft dämonisiert wird. Natürlich kann man unbeleckt bei Pegida-Veranstaltungen viele Assoziationen an über hundert Jahre alte Slogans wie “Die Juden sind unser Unglück” finden, wenn man sie finden will. Dennoch schlägt diese seicht-linke Interpretation der politischen Lage fehl, weil sie die fundamentalen Unterschiede zwischen den Werten und Machtansprüchen der jüdischen und islamischen Kulturen nicht einzusehen vermag. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte hatten wir es bei dem Judentum mit einer expansionistischen, oppressiven politischen Erorberungsideologie zu tun, wohingegen sich die Geschichte der islamischen Kultur seit Anfang ihres Bestehens immer wieder mit Aggressionen, dem Errichten theokratischer und autoritärer Diktaturen und der theologisch begründeten Entmenschlichung und Oppression Andersdenkender, Ungläubiger, Frauen etc. in Verbindung bringen lässt. Ich kann Leuten wie Ihnen immer nur raten, sich wirklich einmal intensiver mit Koran, Hadithen und Sira zu beschäftigen, und dann damit Ihre Beobachtungen des problematischen Benehmens von aggressiven Jugendlichen, von unserer Werteordnung gegenüber hasserfüllten Imamen oder offen mit Terror, Gewalt oder Scharia sympathisierenden, “moderaten” Muslimen abzugleichen. Ich würde Ihnen ja gerne zustimmen, dass in Köln nur ein Sonderfall von Kriminalität zu beobachten war, den es auch unter “weißen Deutschen” oder Juden hätte geben können, ich halte es aber für vollkommen abwegig. Wertesysteme und kulturell-religiös geprägte Einstellungen sind nicht einfach auszublenden. Wenn Sie den Wertekosmos vieler hiesiger Muslime in Betracht ziehen, finden Sie im Grunde genommen das gleiche widerwärtige Denken über den Wert von Frauen, insbesondere ungläubigen Frauen, auch wenn es nicht alle zu solchen kriminellen Exzessen reizt. Und auch zu diesen Verhaltens- und Denktypen finden Sie in den religiösen Texten und Traditionen zwingende Postulate, die sehr wohl vieles erklärbar machen. Ein wichtiger Punkt des Artikels, den Sie vollkommen ignoriert haben, ist die richtige Erkenntnis Hartmanns, dass sich in die aktuellen islamkritischen Protestveranstaltungen zwar auch gelegentlich klassische Rassisten und proletenhafte Ausländerfeinde mischen, aber dennoch kein eliminatorisches Denken vorherrscht. Viele lassen auch eine Differenzierungsbereitschaft erkennen, die sich schlicht nicht mit dem alten Herrenmenschenwahn der Nationalsozialisten vergleichen lässt. Die Nazis behandelten die Juden als Rasse und mussten sich ihre Anschuldigungen aus Verschwörungstheorien und ariosophisch-ideologischem Unfug aus der Luft basteln. Seriöse Islamkritik braucht als Beleg nichts weiter als die typischen Erfahrungen mit Integrationsproblemen und allabendlich in den Nachrichten zu betrachtenden politischen Konflikten um Terrorismus, Parallelgesellschaften, muslimische Gewalt und Islamisierungsprozessen. Der Islam wird ganz zurecht nicht als “Rasse” der Muslime verstanden, sondern als religiöse Ideologie; viele leiderprüfte arabischstämmige Christen, Ex-Muslime und wahrhaft moderate Moslems mischen sich unter diese Kritiker (etwa: Sabatina James, dieheute Abend bei Markus Lanz zu sehen war). Ihre Perhorreszierung eines Holocaust ist ein typisch deutscher, hanebüchender Reflex, den Sie noch einmal einer eingehenderen Faktenprüfung unterziehen sollten.

  7. M.E. ist es viel einfacher: Es geht den Linken um die Macht im Innern.

    “Islamophobie” ist nur eine von vielen propagandistischen Formeln, mit denen sie ihren Machtanspruch gegen den verschüchterten Rest der Gesellschaft durchsetzen wollen: andere heißen Sexismus, Zweifel an Migration oder Klimawandel oder schlicht Faschismus. Sinn der Sache ist es, die Bürgerlichen in die Büsche zu jagen, und das gelingt ihnen prima.

  8. Exzellente Radiographie der grünen Seele!

    So erlebe ich auch “meine” Grünen, bevorzugt die weiblichen unter ihnen.

    Stets darauf bemüht, größtmögliche physikalische und mentale Distanz primär zum deutschen Prekariat zu halten, gerne die Meinungsführerschaft auf Elternabenden innehabend, SUV-fahrend, extrem “kritisch” gegenüber Amerika & Israel und hart & herablassend vs. Andersdenkenden.

    Gegenüber dem armen Migranten benimmt sich Besagte wie anno dazumal gegenüber dem geistig behinderten Kind, allerdings mit einer großen Portion Bewunderung für dessen Rohheit, ja Virilität.

    Ich erkenne in dieser grünen Seele eine enorme innere Wierdesprüchlichkeit…

  9. Ich glaube, der Hintergrund ist noch ein anderer. Man greift zu kurz, wenn man sich die Glaubenswelten der Linken anschaut und sich über horrende logische Widersprüche wundert. Letztlich sind die Glaubensinhalte der Linken politische Verfügungsmasse des Augenblicks. Es sind keine wirklichen tiefgehenden Überzeugungen. Man sollte m.E. eher von den psychischen Befindlichkeiten typischer Linker ausgehen, wie ich sie an den sozialwissenschaftlichen Fachbereichen verschiedener Unis ad nauseam erleben musste. Fanatische Linke sind im Grunde weniger “links” – sie sind einfach nur Fanatiker. Der Fanatismus und der damit zum Ausdruck kommende Anspruch auf geistige Führerschaft über die “weniger Bewussten” in einer Gesellschaft ist hier das eigenlich wesentliche, nicht irgendwelche konkreten Glaubenssätze. Diese Sätze können je nach Opportunität wechseln, ebenso die politischen Bündnisse, die man schliesst. Nicht umsonst heisst es zu recht “les extrèmes se touchent”. Innerhalb der Linken sind radikale Stellungswechsel normal. Das reicht von Georges Sorel über James Burnham und viele andere bis zu dem Ex-RAF-Mitglied und heutigen Rechtsradikalen Mahler.
    Der Linke braucht für sein psychisches Wohlbefinden den Zustand der permanenten Aufgeregtheit, der Hysterie – egal in Bezug auf was. Sie ist sein Vehikel, seine eigene Bedeutung für Gesellschaft und Geschichte zu beweisen. Eine Bedeutung, von der er ahnt, dass sie inexistent ist – und die er deshalb umso verbissener mit Zähnen und Klauen verteidigt. Das ist seine Grundmaxime, nicht erst seit der Soziologe Helmut Schelsky seinen Frontalangriff auf die linke Intellektuellenklasse mit seinem Buch “Die Arbeit tun die anderen” gefahren hat.
    Einzelne Glaubenssätze sind nur Mittel zu diesem Zweck. Niemand hat das so schön und gleichzeitig unterhaltsam dargestellt wie Malcolm Bradbury in seiner gnadenlosen Satire “The History Man”.

  10. Ich gehöre einer winzigen Minderheit an, ich bin transsexuell. Ich werde von Linken und Grünen viel stärker angegriffen als andere, weil ich Meinungen vertrete, die im Bayernkurier gedruckt werden könnten. Manchmal habe ich darüber hinaus das Gefühl, das mich diese Leute schon deshalb verdächtig finden, weil ich so aussehe, wie das mein Vorname vermuten lässt. Es trifft also nicht nur weiße heterosexuelle Männer. Weit gefehlt!
    Viele Gutmenschen schauen darüber hinaus nicht mehr über den Zaun. Inzwischen haben wir in Deutschland schon Flüchtlinge, die vor Flüchtlingen geflohen sind. Deutschlandradio 26.1.2016: M ist transsexuell. Sie kommt aus dem Libanon. Dort kann sie vor allem wegen der vielen “konservativen syrischen Flüchtlinge” nicht mehr bleiben.
    Heute stört man sich an Minderheiten und morgen vielleicht am Oster- oder Weihnachtsfest.

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