Was hat eine „MädchenMusikAkademie“ mit Homosexuellen zu tun?

Die Gleichsetzung des Bemühens Homosexueller um Akzeptanz mit der Gender-Ideologie treibt immer abenteuerliche Blüten. Diesmal sind es die „Schwusos“ in Nordrhein-Westfalen, die Schwulen und Lesben in der SPD, die mit dem Einsatz für die Genderideologie positive Schlagzeilen machen wollen. Dass sie dabei selbst in letzter Konsequenz homophob agieren, bemerken sie nicht.

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Als Opfer ihrer Kampagne haben sie sich die FDP-Landtagsabgeordnete von NRW, Susanne Schneider ausgesucht. Diese hatte es bereits vor wenigen Wochen gewagt, sich mit den Aidshilfen anzulegen. Grund war damals ein junger Vertreter einer von öffentlichen Geldern finanzierten Homosexuellengruppe, die in Schulen tätig ist. Er hatte sich auf Facebook damit gebrüstet, dass er HIV-positiv ist, es „wieder tun würde“ und auch mit seinen Partnern ungeschützten Sex hat, ohne diese vorab von seiner HIV-Infektion in Kenntnis zu setzen. Schneider stellte daraufhin die Eignung des jungen Mannes in Frage, in Schulen junge Menschen zur Homosexualität und HIV aufzuklären. Obwohl ihr ein Homoaktivist wie der FDP-Politiker Michael Kauch beisprang, zog sie sich doch den geballten Hass von anderen übereifrigen Homoaktivisten auf sich, die ihre HIV-Infektionen als Krönung ihres schwulen Lebensstils verstehen.

Das neue, angeblich ebenfalls homophobe Verbrechen von Susanne Schneider: Sie wendet sich gegen eine eigene „MädchenMusikAkademie“, ein Projekt der rotgrünen Landesregierung, das ganz offensichtlich stark von der Gender-Ideologie beeinflusst ist und Unsummen an Steuergeldern verschlingen wird. Und noch schlimmer: für ihr Engagement wurde sie von der bekannten Gender-Kritikerin Brigit Kelle gelobt.

Der Vorwurf der „Schwusos“ kam dann auch postwendend: Das sei Rechtspopulismus und Schneider fische damit am rechten Rand. Mit ihrer Kritik an der Genderideologie „schade sie Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen“. Auch diesmal bleibt wieder eine Begründung aus, inwiefern eine Kritik an der Genderideologie schwulen Männern schaden sollte. Als Hintergrundrauschen der causa sei erwähnt, dass der Vorsitzende der Schwusos, Ansgar Dietmar, bei den Wahlen zum Parteivorstand vor ein paar Tagen durchgefallen war. Die SPD-Gruppe will nun offensichtlich mit der Aktion, die viel künstliche Aufregung verrät, zeigen: irgendwie relevant sind wir schon noch …

Aber dieses Eifern nach Relevanz hat auch einen sehr ernsten Hintergrund: die in queeren Kreisen immer mehr zunehmende Gleichsetzung der Anliegen der Genderideologien mit denen homosexueller Männer, die sich für mehr Akzeptanz und Integration in unserer Gesellschaft engagieren. Die homosexuellen Genderideologie-Fans müssen sich fragen lassen: Was hilft es schwulen Männern, wenn man ihnen sagt, dass sie ihr Geschlecht beliebig von Tag zu Tag neu wechseln und bestimmen können? Dass man Mädchen deshalb besonders fördern müsse, weil man ihnen gesellschaftlich ja eine bestimmte Rolle anerzogen habe, in der sie sich vielleicht nicht wohl fühlen? Steckt in diesem Zusammenwerfen von Genderideologie und Emanzipation schwuler Männer nicht das Vorurteil, dass Schwule eigentlich gar keine richtigen Männer sind und sein wollen und man sie nun von dieser Last des Männlichseins befreien müsste? Dass es Männer, die Männer lieben, eigentlich gar nicht geben könne bzw. dürfe? Und bietet die Gendertheorie, die Geschlechterrollen und somit auch sexuelle Veranlagung weitestgehend von gesellschaftlichen Konstituenten abhängig macht, nicht genau den ideologischen Boden, den jene Homo-Heiler benötigen, die sonst von Schwusos & Co so vehement bekämpft werden?

Die Kritik der Schwusos fällt bei genauerem Nachdenken also ganz schnell auf diese selbst zurück. Vielleicht sind es ja gar nicht Schneider und Kelle, die homophob agieren. Sondern die „Schwulen und Lesben in der SPD“ zeigen sich hier als implizit homophob, indem sie angeben für die Rechte Homosexueller einzutreten, aber in Wirklichkeit einer Ideologie den Weg bereiten, die Mannsein und damit die Liebe eines Mannes zu einem anderen Mann, die Schwulsein in letzter Konsequenz abschafft?

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Kommentare {17}

  1. Das Problem ist auch, dass ein Großteil der Bevölkerung so gut wie nichts über die Genderideologie und deren weitreichende Konsequenzen weiß, obwohl diese seit Jahren Leitlinie europäischer Politik ist. Viele verwechseln es zum Beispiel schlicht mit Feminismus. Aufklärung und ein öffentlicher Diskurs sind dringend notwendig.

  2. Sehr gut, es wird Zeit das wir Homos uns von dieses albernen Politkaktivisten aus dem grünen und Schwuso Umfeld distanzieren. Die Vereinnahmung aller Schwulen und Lesben durch diese Leute um Volker Beck und wie sie alle heißen, gehen gar nicht!

  3. So langsam scheint sich der Knoten zu lösen.

    Immer mehr Minderheiten wachen auf und begreifen, es geht nicht darum sie zu schützen oder etwas Gutes für sie zu tun.
    Es geht nur darum, sie zu instrumentalisieren und mit ihnen Werbung für etwas zu machen, was seit dem Zusammenbruch der DDR in einer freien Welt keinen Platz mehr hat.

  4. Wasserfeste Theaterfarbe
    Moin Herr Berger, man freut sich, wenn sich die >Normalos< aller Arten gegen der "Stiefmütter-Scheewittchen", die sich im Wechsel der Moden notorisch aus allen Winkeln dauerbespiegeln, outen.

    Ihr Beitrag paßt erhellend und Transzendenz anregend zur Morgensendung im Deutschlandfunk, wo Identitätsprobleme und die Lust am Rollenwechsel incl. des Auftragens von wasserfester Theaterfarbe, damit der Bartschatten bei der jeweiligen Geschlechter-Rollen-Inszenierung nicht stört, soeben über den Äther kamen.

    Sozialisation kann fast alles sein – bis dazu hin, dass man nicht nur für dumm verkauft wird, sondern irgendwann daran auch noch selber glaubt. Irgendwann kommt dann die Erkenntnis der eigenen oder fremden "Truman-show".

    Wenig gegen die, die Moden lieben. Aber alles gegen die, die anfangen ihre eigenen Sozialisationsmasken den anderen sozialisationsterroristisch überzustülpen: über die Schule, über die Sprache…

    Unter-zur-Hilfe-nahme von Karl Marx, dem wahren Fetisch-Durchschauer: Sie stellen die Wolkenkuckucksheime der Gender- und Aidsspezialisten in ihrem Beitrag vom Kopf auf die Füße. Danke.

  5. Wohltuend und mit den Beinen auf der Erde, Herr Berger. Nach ‘Gay West’ bemerken anscheinend immer mehr Schwule, daß sie instrumentalisiert werden von der linken Gender-Mafia.
    Wurde auch Zeit:
    http://www.emma.de/artikel/ein-brief-lieber-schwuler-freund-263666

  6. Es ist ja mehr als selbstevident, dass die meisten berühmten und erfolgreichen Musiker und Komponisten Männer sind, wobei natürlich auch immer wieder Ausnahmen die Regel bestätigen. Diese stets wieder feststellbare, weitgehend in der Biologie der Geschlechter begründete Tatsache war und ist den meisten Feministinnen schon immer ein Dorn im Auge gewesen und sie sehen darin einen Ausdruck der extremen gesellschaftlichen Benachteiligung von Frauen, was inzwischen auch GenderistInnen mit ihrem dubiosen Wissenschaftsbegriff nur allzugerne bestätigen. Und was liegt da näher als eine Mädchenmusikakademie zu gründen, die den weniger BegabtInnen bestätigt, dass ihre mangelnde Begabung ein gesellschaftliches Konstrukt ist, insofern als sie das Produkt jahrhundertealter Benachteiligung darstellt.
    Nur allzugerne lassen sich nun mal Menschen mit Leid und Minderwertigkeitsgefühlen induzierenden Defiziten einreden, dass letztendlich alles eine Frage gesellschaftlicher Zuschreibungen sei und die Lösung aller Probleme in der Beseitigung gesellschaftlichen Unrechts bestehe. Die Erfinder solcher gesellschaftlicher Theorien der sozialen Verursachung aller Benachteiligungen in Politik, Kultur und Wissenschaft führen natürlich einen Kampf um die Köpfe der Menschen, weil sich hinter ihren Theorien ein sehr fragwürdiger Wissenschaftsbegriff verbirgt, der dem Faktencheck im wesentlichen nicht standhält, so dass man mehr auf Konsens denn auf Wahrheit setzt. Dies wird erleichtert dadurch, dass es keine allgemein verbindlichen Kriterien gibt, was unter Wissenschaft zu verstehen ist. Es herrscht Methodenpluralismus -Anthony Goes – was dazu führt, dass sich nun viel Blödsinn hinter fragwürdigen Wissenschaftskonzepten verbergen kann. Ähnliches kennen wir aus dem Bereich der Kunst, wo selbst Mordaufrufe an Politikern und Journalisten einem äußerst dubiosen Kunstbegriff subsumiert werden. So konstruiert letztendlich die Wissenschaft die Fakten, die sie benötigt, um ihre Aussagen zu fundieren. Tatsächlich aber können Fakten nicht beliebige gesellschaftliche Konstrukte sein, vielmehr sind sie Bestandteil der Realität, an der sich gehaltvolle Aussagen bewähren müssen.

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