Ist Akif Pirincci wieder da?

Müssen wir nur noch darauf hoffen, dass eine rasch steigende Anzahl vernünftiger Einwanderer den Unbelehrbaren ins Wort und dann auch in den Arm fällt, wenn sie den politischen Kurs des Landes per Autopilot auf Destruktion programmieren? Ein Gastbeitrag von Heribert Seifert.

Serge Menga, Basel Esa und Nana Domena Youtube.com, media.npr.org, Facebook.
Serge Menga, Basel Esa und Nana Domena Youtube.com, media.npr.org, Facebook.

Erinnern Sie sich noch an Akif Pirincci? Das war dieser merkwürdige Mann aus Bonn, der seinen Migrationshintergrund nicht als tragbare Klagemauer mit sich herum schleppte, um deren Ritzen mit all den Diskrimierungsbelegen vollzustopfen, die er als türkisch-stämmiger Zuwanderer doch haben muss. Stattdessen erklärte er sich lautstark zum deutschen Patrioten, der dem Land und seinen Leuten dankbar ist für die Lebenschancen, die er hier bekam. Ja, er erklärte sogar rundheraus, dass er dieses Land liebe.

Als Bestsellerautor von „Katzenkrimis“ fand er im Publikum grossen Zuspruch.
Zorn bereitete ihm nicht die „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, die sozialwissenschaftlich camouflierte Agitpropzirkel mit der Regelmässigkeit der Jahreszeiten in der „Mitte der deutschen Gesellschaft“ identifizieren. Seine Wut galt dem aggressiven Kolonialherren-Gestus, mit dem anmassende Vormünder das eselgeduldige Volk zu immer neuen Anpassungsleistungen an eine nie öffentlich verhandelte und legitimierte Masseneinwanderung pressen wollten.

Als der lenorgespülte deutsche Michel gutmütig-quietistisch blieb, obwohl ganze Einwanderermilieus in öffentlichen Räumen eine Landnahme per Faustrecht vollzogen, wurde er endgültig ausfällig, cholerisch und war mit einem peinlichen Auftritt bei Pegida tatsächlich fällig zum Abschuss. Der Ausschluss aus der öffentlichen Debatte konnte zwar nur mit einer Falschmeldung durchgesetzt werden, die derzeit die Gerichte der einschlägigen Presse um die Ohren schlagen, erwies sich jedoch als wirkungsvoll.

Serge Menga auf den Spuren von Akif Pirincci

Als ich am letzten Wochenende das Video eines Serge Nathan Dash Menga auf YouTube sah, hatte ich gleich die, zugegeben, schräge Idee, dass hier Pirincci mit einem Trick wieder einen Platz in der Öffentlichkeit gewinnen möchte. Könnte es nicht sein, dass er sich mit dem Mittel des Blackfacing tarnte? Denn Serge Menga, der schwarze Mann aus Essen, der aus der sogenannten „Demokratischen Republik Kongo“ stammen will und eine Zeit als Ruhrkumpel gearbeitet haben soll, hört sich wie die etwas gemässigtere Version des Bonner Polemikers an.

„Ich glaube kaum, dass einer von uns zu Hause auf den Teppich scheisst. Dann tut es doch bitte auch nicht dort, wo ihr mit offenen Armen aufgenommen worden seid!“, raunzt er nicht nur die Täter von Köln, sondern auch andere Einwanderer an, die hiesige Freiräume ruppig ausnutzen. Er erinnert sie daran, dass sie aus ihren Schrottrepubliken hierher gekommen sind, weil in ihrer Heimat sich niemand um ihr Wohlergehen und die Zukunft ihrer Kinder scherte. Wer darauf nicht mit sozialverträglichem Verhalten reagieren könne oder wolle, der solle doch, so Menga, seine „Klamotten packen und gehen.“

Das war der Ton, der in Pirinccis „Deutschland von Sinnen“ angeschlagen wird, dort härter und manchmal zu schrill. Aber wenn der Mann jetzt wieder ins Gespräch kommen will, dann ist es sinnvoll, die Lautstärke etwas herunter zu drehen.

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Und Erfolg hat er, der Serge Nathan Dash Menga (oder Pirincci?): „ein fulminantes, herzerfrischendes 207-Sekunden-Facebook-Video“ nannte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ das Stück, “eine flammende, authentische Wutrede nach Köln gegen kriminelle Zuwanderer – zugleich ein leidenschaftliches Bekenntnis zu seiner neuen Heimat: zu Deutschland, seinen Werten und seinem schützenden Staat.“ RTL, SAT1 und sogar der WDR, Haussender der „Willkommenskultur“ und unnachsichtige Landesradiokammer in Sachen Politischer Korrektheit, kümmerten sich um den Mann. Jetzt empfing ihn sogar der Oberbürgermeister der Stadt Essen, einer besonders von Multikulti ramponierten Stadt im Ruhrgebiet. In der Einladung stand: „Sie haben unsere Stadt gut und authentisch vertreten“.

Was für ein Triumph: prominente Vertreter des herrschenden politisch-medialen Kartells erklären die „Wutrede“ eines Bürgers für respektabel, die sich gegen die Folgen ihrer eigenen Einwanderungspolitik und Einwanderungspropaganda richtet. Und plötzlich tönen mehrere Stimmen ähnlich. Die Märkische Allgemeine hat in Köln Nana Domena, „Sohn ghanaischer Eltern“, getroffen, der Augenzeuge der barbarischen Attacken auf Frauen war. „Das waren Bestien“, sagt er. „Für sie muss es ein Rückfahrticket geben.“

Wer folgt Serge Menga, Nana Domena und Basel Esa?

Und bei zeit.de, wo man sonst gern Sachsen wegen Pegida aus der Republik werfen möchte, liest man jetzt, was der junge Syrer Basel Esa dem schockierten Reporter mitteilt: “’Wenn er über die Männer redet, die an Silvester Frauen begrapscht und Handys geklaut haben, klingt Basel plötzlich nicht mehr wie ein Flüchtling, sondern eher wie ein Politiker der AfD. ‘Ich verstehe nicht, wieso ihr Deutschen diese Verbrecher nicht sofort aus eurem Land schmeißt. Das wäre ein gutes Signal an die anderen’, sagt er. Vielleicht, weil es den deutschen Rechtsstaat gerade auszeichnet, dass er jedem eine zweite Chance gibt? ‘Ich glaube, eure Regeln sind zu lasch’, sagt Basel und zuckt mit den Schultern.“

Ex Oriente Lux, mal in einer ganz anderen Variante? Müssen wir nur noch darauf hoffen, dass eine rasch steigende Anzahl vernünftiger Einwanderer den Unbelehrbaren ins Wort und dann auch in den Arm fällt, wenn sie den politischen Kurs des Landes per Autopilot auf Destruktion programmieren? Wie es aussieht, hören sie ja eher zu, wenn rationale Argumente von „Menschen mit Migrationshintergrund“ vorgebracht werden. Das ist , wie manche Leserbriefschreiber zum Bürgermeisterempfang für Menga anmerken, bitter für „Bio-Deutsche“, soll uns aber egal sein, wenn´s denn nur wirksam ist.

Allerdings sollen die neuen Patrioten nicht zu optimistisch sein. Die Tage der Zustimmung könnten rasch vergehen. Im ZEIT-Text steht schon der Hinweis auf „AfD-Nähe“. Das ist in diesem publizistischen Milieu eine deutliche Warnung: Einwanderer, die sich so aufführen, passen nicht ins Land, drohen, die Integration in die de facto herrschende Leitkultur zu verfehlen. Im Begleitschreiben, in dem im ZEIT-Newsletter „Elbvertiefung“ der Text  über  Basel Esa angekündigt wird, steht schon die Hoffnung, dass nicht zu viele Leute seine Ansichten wahrnehmen mögen.

Wenn die Damen und Herren, die einem immer unglaubwürdigerem Gerücht zufolge dieses Land regieren sollen, auch nicht in der Lage sind, die Sicherheit ihrer Bürger zu garantieren: zusammen mit ihren treuen Freunden im Medienbetrieb werden sie schon darauf achten, dass auch ein listig getarnter Akif Pirincci und Seinesgleichen unter Kontrolle bleiben.

Heribert Seifert schrieb in der NZZ unter anderem über die verlorenene kritische Distanz sowie die blinden Flecken deutscher Medien.

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Kommentare {18}

  1. Es gibt immer ein paar Menschen, die von der Öffentlichkeit “geopfert”, bzw. “hingerichtet” wurden, weil sie Dinge gesagt haben, die keiner hören wollte aber leider der Realität entsprachen.
    So ist es Sarrazin und Buschkowsky ergangen, aber sie haben die Saat gelegt und Themen in den Ring des öffentlichen Diskurs geworfen, der sich keiner mehr entziehen kann.

  2. Ähnliches wie diese drei hat mir schon vor über drei Monaten ein in Deutschland geborener Mitbürger marokkanischer Abstammung erzählt. Besonders hart ging er dabei mit seinen eigenen Landsleuten und den anderen Nordafrikanern (Algeriern, Tunesiern) ins Gericht. Nach seiner Meinung wären das alles Ganoven, die -getarnt als syrische Flüchtlinge- nur hier hin kämen um Straftaten zu begehen.

  3. Das Projekt, das in Deutschland läuft, heisst – Honneckers Erbe.

  4. Na, das hätte mal ein Deutscher, also ein sog. Biodeutscher, sagen sollen.
    Da hätte ich mal die Schlagzeilen lesen wollen. Der Tenor wäre bestimmt ein anderer gewesen.
    Und das ist das Problem in Deutschland.

    Erst wenn auch ein Biodeutscher seinen Unmut auch, oder besonders bzgl. Fremden und zwar in seiner Wortwahl, äussern darf, ohne als Rassist oder was auch immer dann so als Reaktionen kommen beschimpft wird, erst dann ist es wieder gut.

  5. es gibt noch mehr … und ich hoffe, dass es noch viel mehr werden, denn ihnen wird man eher glauben, als dem besorgten Standard-Bürger

    http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/20677329_Arabischstaemmige-Bielefelderin-aeussert-sich-zu-den-Uebergriffen-in-der-Silvesternacht.html

    1. Auf der NW-Seite sind gleich drei weitere Berichte über gewalttätige Ausländer verlinkt, zwei dafür sexueller Art.

  6. Ich habe Migrationshintergrund und werde AfD wählen. Habe sogar derAfD Geld gespendet. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass es soweit in Deutschland kommt.

  7. In den Augen der erleuchteten Linken, die nicht nur den Volkswillen und die Weltformel, sondern auch die volle Wahrheit und the answer to life, the universe and everything erkannt haben, ist der zugezogene Wilde nur das Mündel und Erziehungsobjekt, das bei der richtigen Zuwendung schon eingenordet wird; da amüsiert man sich dann über die putzige Unzulänglichkeit und streichelt gönnerhaft über das schwarze Köpfchen: “Das lernst du schon noch, mein Kind.”

    Mit anderen Worten: Was kümmert den Linken das Geschwätz des Schwarzen, ist der doch derjenige, den der Linke in staatlich subventionierten Instituten erst zu einem vollwertigen Gesellschaftsmitglied machen muß?

    1. Wenn man immer weiter nach links abdriftet, dann wird man auf der Erde irgend wann automatisch rechts ankommen!

  8. Der Ausländer ist halt der bessere Mensch. Ob deutsche Frauen begrapschen, Schwarzfahren oder andere Ausländer beschimpfen – ihm wird alles verziehen. Da kann man als deutscher Staatsbürger nur neidisch sein. Und weiter brav eine Fahrkarte kaufen. Aber aufgepasst: Bitte nicht vergessen zu entwerten!

    1. Schwarzfahren ist ja auch kein Kavaliersdelikt, lieber Herr Proll.

    2. Hmm, “Schwarzfahren”…, ist das nicht eine rassistische Bezeichnung? Vielleicht sollte man mal einen “Aufschrei” starten. So etwas wie “Buntfahren gegen Rassismus”. Oh, vielleicht läuft das Projekt ja schon und deswegen werden die “Buntfahrer” nicht verfolgt… :-)

      1. P.S. Hoffentlich liest das kein Grüner/Linker…

      2. @Stefan Meier

        Ja, stimmt! Schwarzfahren muss unbedingt umbenannt werden in Buntfahren! So muss sich auch niemand mehr beleidigt oder diskriminiert fühlen. Und in Zukunft trinke ich meinen Kaffee auch am liebsten nur noch bunt! Dazu esse ich dann eine dicke Scheibe Buntbrot mit Salami. Und in den Urlaub fahre ich nur noch in den Buntwald oder noch besser, ich verbringe demnächst meinen Urlaub am Bunten Meer! :)

  9. Ich mache immer gerne Privatumfragen.

    Gestern fragte ich Deutsche mit Migrationshintergrund.

    Ein O-Ton:

    Wo kommen Sie her. “Ich bin Kurde und leben seit 21 Jahren in Deutschland.”

    Wie finden Sie die aktuelle Politik: “Völliger Quatsch. Wie kann man sein Land so zugrunde richten.”

    Kurze Pause, er lacht: “Immerhin kann ich das sagen, ohne gleich Nazi zu sein.”

  10. Herrlich! Das heißt, ich kann als halbe Griechin endlich meine Meinung sagen?…

    1. Schwer zu sagen, ich glaub, da ist noch zu wenig Migrationshintergrund drin. Und dann doch höchstwahrscheinlich nicht einmal muslimisch… 😉 (Ironie aus)

    2. …und zwar richtig! Heraus damit…

Kommentare sind geschlossen.