Füllt eine politische Ideologie mit religiösen Zügen das geistige Vakuum Europa?

Die widerstandslose Toleranz der Deutschen gegenüber dem Fremden entspricht einem uneingestandenen Bedürfnis nach Selbstaufgabe. Unser Kontinent war immer schon ein Nährboden der Extreme – und extrem ist heute der Zweifel an der eigenen Lebensform.

„Flammarion“ von Anonym - Camille Flammarion, L'Atmosphere: Météorologie Populaire (Paris, 1888), pp. 163. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.
Flammarion“ von Anonym - Camille Flammarion, L'Atmosphere: Météorologie Populaire (Paris, 1888), pp. 163. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Kein Handbuch der Physik, der Chemie, der Neurobiologie sagt etwas darüber aus, was wir zu tun oder zu lassen haben. Auch in den Wissenschaften, die sich mit Mensch und Gesellschaft befassen, werden Werte bestenfalls als objektive Gegebenheiten beschrieben, so wie sie etwa zu verschiedenen historischen Zeiten in Geltung waren, aber sie werden nicht aufgestellt, vorgeschrieben, verpönt oder als zehn Gebote gesetzt. In den Wissenschaften ist dies prinzipiell unmöglich: Aus dem Sein der Welt können wir nicht auf ihr Sollen schließen. Werte, die das eigene Handeln bestimmen, sind aus unserem Wissen nicht abzuleiten, mag dieses noch so umfassend sein. Deswegen hat es neben der Wissenschaft, welche die Welt so beschreibt, wie sie ist, auch immer ein Denken darüber gegeben, wie sie sein soll – und, vor allem, wie der Mensch sich in ihr zu verhalten habe. Philosophen haben sich diese Frage gestellt, aber beantwortet haben sie vor allem die Religionen, indem sie ihren Anhängern konkrete Werte vorgaben.

Religionen sind vor allem Handlungsanweisungen

Religionen sind niemals bloße Beschreibungen der Welt – auch wenn sie in der Regel solche Beschreibungen enthalten, z.B. über den Ursprung und das Ende der Welt, die Entstehung der Menschen etc. –, Beschreibungen, die sie in der Regel mit der Wissenschaft kollidieren ließen und ihre Glaubwürdigkeit mehr oder minder in Frage stellten. Diese – meist vorwissenschaftlich-phantastischen Beschreibungen aber begründen keineswegs ihr eigentliches Wesen, denn Religionen sind vor allem Handlungsanweisungen. Ihre Kernsätze lauten immer „Du sollst!“, und „Du sollst nicht!“ Die zehn Gebote des Christentums gehören ebenso zu diesem Kern wie die Scharia des Islam.

Aus ihren konkreten Gesetzen und Verboten beziehen Religionen ihre Bedeutung für die Gesellschaft, bloße Weltbeschreibungen allein stiften keine soziale Gemeinsamkeit. Die Tatsache, dass Russen, Chinesen und Europäer im 21. Jahrhundert im Großen und Ganzen dasselbe wissenschaftliche Weltbild besitzen, schweißt sie nicht zu einer Einheit zusammen, hindert sie auch keinesfalls nicht daran, die Waffen gegeneinander zu richten, die sie mit Hilfe eben dieser gemeinsamen Wissenschaft zu immer größerer Perfektion und Vernichtungskraft entwickeln. Dagegen verfolgen die Handlungsanweisungen und Riten der Religion keinen anderen Zweck als die Bindung von Menschen im Gleichklang der Handlungen und Emotionen (Diese These hatte Emile Durkheim bereits 1912 verfochten – siehe: Die elementaren Formen des religiösen Lebens). Der Gottesdienst in christlichen Kathedralen, in muslimischen Moscheen und in hinduistischen Tempeln besteht wesentlich aus Ritualen, womit die Gläubigen soziale Gemeinsamkeit beschwören, ja überhaupt erst erzeugen. Sie tun dies in Worten, Gesängen, sakramentalen Riten ebenso wie in architektonischen Zeugnissen, die wie Chartres, Straßburg, die Freitagsmoschee von Delhi oder der Kailashnath-Tempel von Kanchipuram die sichtbaren Verkörperungen von Gemeinsamkeit sind.

Gemeinschaft herzustellen, gelingt einer Religion allerdings nur in dem Maße und auch nur so lange, wie sie Gegenstand des Glaubens und der Verehrung ist. Für die meisten Menschen in Europa trifft heute weder das eine noch das andere zu. Vorherrschend ist eine Einstellung, der die Bezeichnung als tolerante Gleichgültigkeit oder gleichgültige Toleranz noch am ehesten gerecht wird. In gewisser Weise ist diese Geisteshaltung beneidenswert, weil sie eine Duldsamkeit gegenüber unterschiedlichen religiösen Auffassungen erlaubt, die in der Geschichte selten ist, aufs Große gesehen, sogar einzigartig. Der moderne europäische Intellektuelle hat keine Scheu, alles zu bewundern und anzuerkennen. In Japan empfindet er Ehrfurcht vor den herrlichen alten Schreine von Ise inmitten eines Hains mehrhundertjähriger Bäume; in Agra erschauert er vor der metaphysischen Schönheit der beiden Moscheen rechts und links des Tadsch Mahals. Wenn er des Arabischen mächtig ist und den Koran lesen kann, dann wird er die literarische Schönheit dieses Textes bereitwillig anerkennen. Er ist imstande, in sämtlichen Zeugnissen der Religion das aufrichtige Bemühen um die Erkenntnis der Wahrheit zu würdigen, doch wird er mit Ephraim Lessing zu dem Schluss gelangen, dass die Wahrheit selbst unerreichbar ist – gerade weil sie sich in so vielgestaltigen Formen manifestiert. Buchstabengläubigkeit, wie sie jede Religion für sich verlangt, ist ihm fremd und unmöglich. Er wird in der Religion – in jeder Religion – das schöne Märchen bewundern, die Annäherung an eine letzte Erkenntnis, die dem Menschen verschlossen bleibt – ein Schluss, zu dem ja gerade auch einige der größten religiösen Denker gelangten, z.B. Pascal: Wie soll ein endliches Geschöpf die Unendlichkeit der Welt und ihres Schöpfers begreifen? Kurt Gödel, Mathematiker des vergangenen Jahrhunderts, hat die Frage auf wissenschaftliche Weise gestellt: Wie soll ein Teil des Systems dieses selbst, also das übergeordnete Ganze entschlüsseln?

Ist es mit der Haltung der distanzierten Toleranz vorbei?

Es scheint mir eine der großen geistigen Errungenschaften der vergangenen drei Jahrhunderte zu sein, dass wir fähig waren, die eigene Ohnmacht gegenüber den letzten Fragen freimütig zu bekennen. Diese Haltung erlaubt es, alle Religionen als Pfade zur Wahrheit anzuerkennen, ohne sich irgendeiner zu unterwerfen. In früheren Kulturen hat es eine solche aufgeklärte Distanz nur selten gegeben, eigentlich immer nur in den Kreisen der sozialen Außenseiter, die eben deswegen verfolgt und geächtet wurden (z.B. Sokrates, Omar Khayyam, Dschalal ad-Din Rumi). Es ist eine Haltung der distanzierten Toleranz, die sich allerdings schroff von der Einstellung der Gläubigen selbst unterscheidet, für die es immer nur ein einziges Bekenntnis zu geben vermag: Sie sind entweder Christen oder Hindus, Muslime oder Buddhisten. Oft waren sie es mit Feuer und Schwert.

Dabei ist es nicht die Weltbeschreibung und geoffenbarte Heilsgeschichte, die das Handeln der echten Gläubigen in diese Bahnen lenkt. Es ist die Funktion der Religion als Religio, d.h. als soziale, Identität stiftende Bindung. Die Außenseiter galten als gottlos, weil sie sich weigerten, ein ganz konkretes Heilsgeschehen, eine ganz konkrete Heilsgeschichte ebenso wie ganz konkrete Handlungsanweisungen als absolut wahr und verbindlich zu akzeptieren. Dadurch sonderten sie sich von der Gemeinschaft ab, denn Religio als Identität stiftende Bindung setzt immer solche Konkretheit des Rituals und der Gebote voraus. In keiner Religion ist Gott irgendwer, er ist der Jahwe des Alten Testaments, der Shiva der Puranas, der Allah des Korans, der Zeus der alten Griechen. Und dieser jeweils einzigartige Gott verlangt von seinen Gläubigen nicht die Befolgung irgendwelcher beliebiger Glaubenssätze und Riten, sondern solche, an denen seine Anhänger einander erkennen, und zwar so unverwechselbar, als trügen sie wie unsere heutigen Konferenzbesucher eine entsprechende Plakette am Revers. Er ist ein Gott, der eine bestimmte Identität besitzt und diese seinerseits von den Gläubigen fordert. Mystiker, die eine abstrakte Gottheit verehrten, mussten dies überall auf der Welt bitter bezahlen. Sie wurden exkommuniziert oder grausam verfolgt, weil sie diese Konkretheit nicht anerkannten, den identitären Ausweis nicht tragen wollten. Sie propagierten den rätselhaften, den unbekannten, den allen weltlichen Begriffen entzogenen Gott, dem man – eben weil er unbekannt ist – nicht einmal eine menschliche Moral zuschreiben dürfe, mit anderen Worten: keine Handlungsanweisungen („Die brahmanische Mystik macht sich nichts aus der Ethik.“ – siehe Albert Schweitzer: Les grands penseurs de L’Inde.).

Die echten Gläubigen sind nie tolerant, weil sie dann zugeben müssten, dass die Wahrheit der anderen gleichwertig mit der eigenen ist. Der Glaube der anderen ist für sie bestenfalls ein halbwahres Märchen, im schlechtesten Fall ein finsterer Aberglaube, als dessen Urheber sie in der Regel den Teufel ausmachen, da Gott – ihr Gott – für solche Verirrungen auf keinen Fall die Verantwortung tragen kann. So sah der Christ des Mittelalters die Juden und den Islam (und ein echter Gläubiger und Bewahrer des rechten Glaubens, Benedikt XVI., schlug in dieselbe Kerbe). So sieht bis heute die Mehrheit der Muslime alle anderen Religionen. So sah der Protestant Luther die Katholiken, so diese die Protestanten. So sah Kierkegaard, der fanatische Protestant, seine der Religion gegenüber allzu gleichgültigen Zeitgenossen.

In der Religion als Religio, welche die Menschen zu identitären Gemeinschaften bindet, kann es immer nur ein Regelwerk von Gesetzen des Sollens und Unterlassens geben und nur eine Autorität, die diese Regeln verbürgt (den jeweiligen Gott und die ihm dienende Priesterschaft), so wie auch jeder Staat von seiner eigenen Regierung und nicht von einer fremden beherrscht werden will. Alle ökumenischen Bemühungen sind aus diesem Grund immer wieder gescheitert, wenn sie von echten Gläubigen statt von distanziert Toleranten angestrebt werden. Selbst eng verwandte Sekten und Strömungen ein und derselben Religion lassen sich nicht amalgamieren, z.B. Protestanten und Katholiken oder Schiiten und Sunniten. Zwar wäre es theoretisch ein Kinderspiel, selbst zwischen den großen Weltreligionen so etwas wie eine philosophische Synthese zu finden. Ist nicht in allen von ihnen das Lügen, Stehlen und Morden gleichermaßen verpönt (jedenfalls solange es den Umgang mit den Menschen desselben Glaubens betrifft)? Dazu könnten die Stellvertreter sämtlicher Religionen ohne weiteres ihr Placet erteilen. Wenn Religionen nichts anderes wären als philosophische Theorie, dann würde man sich im Handumdrehen auf gemeinsame Grundwerte einigen (wie von Hans Küng betont). Der Grund, warum ökumenische Synthesen sich bis heute als undurchführbar erweisen, ist untrennbar mit der Hauptfunktion aller Religionen verbunden, die jenseits der Theorie und damit auch jenseits jeder Wissenschaft liegt: Als Religio bindet Religion die Menschen durch konkrete moralische Werte zusammen. Ihre Riten und überhaupt alle konkreten Gemeinschaftsakte, die den Gläubigen ihre unverwechselbare Identität verleihen, sind weit fundamentaler als ihre heiligen Texte. Was die Letzteren betrifft, so lassen und ließen sie sich im Laufe der Geschichte die erstaunlichsten Umdeutungen gefallen: Ein Evangelium der Liebe konnte man als Aufruf zur Gewalt interpretieren, während eine aggressive Theorie durchaus mit sozialer Friedfertigkeit einhergehen kann.

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Kommentare {41}

  1. Bei der bewegenden Veranstaltung “70 Jahre Frieden” hier bei uns in Stuttgart haben wir darüber gesprochen, was “Adonai echad.” aus “Sh’ma Yis’ra’eil Adonai Eloheinu Adonai echad”  im jüdischen Glaubensbekenntns bedeutet (5. Moses 6,4,  dieses Bekenntnis ist unsere gemeinsame Grundlage).  Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.

    Dazu habe ich gefunden:
    http://lhim.org/blog/2013/09/29/what-does-the-hebrew-word-echad-mean

    “As mentioned, in the vast majority of cases, echad refers to one single item. However, in a small minority of cases, echad refers to one group of items. Here are three examples of this:

    Therefore a man shall leave his father and his mother and hold fast to his wife, and they shall become one (echad) flesh. (Genesis 2:24, ESV)”

    Es bedeutet für uns, dass wir auch ein Leib mit unserem Gott werden als “Geist von seinem Geist”.

    Dazu möchte ich gerne noch folgende Gedanken weitergeben:

    Unser liebender Gott (Abba, Jeschua und Ruach) liebt alle Menschen von Herzen und möchte sie wie ein liebender Vater zur Umkehr und einer engen und herzlichen Beziehung mit ihm selber leiten. Er hat Mann und Frau als sein Ebenbild geschaffen. Beide  haben besondere Eigenschaften von ihm selber und zeigen uns, wie er ist. Die einen haben mehr führende Eigenschaften, die anderen mehr liebevolle umd umsorgende. So ist der heilige Geist als Ruach im hebräischen weiblich und beschreibt Gott, wie er in uns als seinem menschlichen Gegenüber (“Sie”) lebt. Er versorgt uns liebevoll  mit seiner direkten Gegenwart, ist ein liebevolles Gegenüber und pflegt eine lebendige und herzliche Beziehung mit uns die uns trägt.

    Das Gegenüber von Mann und Frau ist ein grundlegender Bestandteil der menschlichen Schöpfung und auch ein Bild dafür, wie sich bei der Vollendung der Heilsgeschichte unser Gott als der Bräutigam und wir als die Braut innig und liebevoll vereinigen. Gott hat jeden Menschen eindeutig als Mann oder Frau geschaffen. Durch Jesus bietet er uns die Wiederversöhnung an (Lukasevangelium 15) und will uns wieder in unsere Bestimmung bringen.

    Dazu die Bibel , dem Wort unseres Gottes in Moses/Genesis 1, 27:
    Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

     1.  Moses/Genesis 2,18.21-24:
    Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht … und Gott, der HERR, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau, und er brachte sie zum Menschen. Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht. (1. Mose 2,18.21-25)

    Hier im weiteren ein guter  Artikel für uns Familien:

    http://www.charisma-magazin.eu/charismapdf/158/bonus/BONUS%20Ch158%20zu%2029%20Fasung%20+26.pdf

  2. Eine der besten Beschreibungen des Ist-Zustandes, die ich seit langem gelesen habe. Vielen Dank dafür!

  3. “Das Bedürfnis nach Religio setzt sich gegen die tolerante Gleichgültigkeit durch, die ja immer nur für ganz wenige Menschen ein köstlicher Zustand geistiger Weite ist.”

    Das ist kein Schluss, der mich überzeugt, so man den Satz nämlich auf den Kopf stellt, bleibt er ganz genauso wahr: “Das Bedürfnis nach toleranter Gleichgültigkeit setzt sich durch gegen Religion, die ja immer nur für ganz wenige Menschen ein köstlicher Zustand geistiger Weite war.” Überhaupt hätt’ ich mir bei einem Autor wie diesem erhofft, dass er eine dickere Linie zieht zwischen Religion i.w.S. und dem, was er hier “Religio” tauft. Sofern ich Letzteres richtig verstehe, ist es das, was ich bevorzugt Populärreligion nenne und dann handelt es sich allerdings um eine Differenzierung, die ohnehin zu selten berücksichtigt wird und ich glaube vielen religions-unaffineren Menschen überdies auch kaum (mehr) bewusst ist. Dabei braucht ein vorsichtiger Vergleich mit dem Verhältnis von Populärwissenschaft und (eigentl.) Wissenschaft nicht notwendig von der Hand zu weisen sein. Warum sogesehen nur Populärreligion “echte Gläubige” produzieren soll, muss ich nicht verstehen, zumal sich Beiderlei zweifellos kombinieren lässt. Eben genauso wie einen harten Akademiker (fast) nichts davon abhält, nebenher (auch) populärwiss. Bücher zu schreiben. Dahinter kann ja sogar Kalkül stecken, ebenfalls analog zum Fall des Akademikers, dem daran gelegen sein könnte, seine hohe Kunst auch “Normalsterblichen” fassbar zu machen, nichts Anderes ist Zweck (guter) Populärwissenschaft. Und warum wohl haben nicht wenige Mystiker gedichtet? Warum hat Shankaracharya mit seinen Schülern gebetet? Und zu wem?

    Ich kann mit der Darstellung des Religiösen hier generell wenig anfangen, bzw. stellenweise auch nicht recht folgen, aber das ist unerheblich, denn ohne Grundlage ist das Unterfangen m.E. schon deshalb, weil das Abflauen klassischer Glaubensgemeinschaft mit einem “geistigen Vakuum” gleichgesetzt wird, das ich beim besten Willen nicht erkenne. Öffnen Sie die Augen. Auch ist dies keine Ära spiritueller Verkümmerung, ethischer Desorientiertheit oder des platt Irreligiösen, sondern vielmehr eine der vielen Surrogate: für Religio wie für Religion. Nur logisch, als eine einzige Musterlehre in Zeiten des ausgeprägten Individualismus auf verlorenem Posten steht, ja gar nicht so dehnbar sein könnte, wie sie es müsste, wollte sie alle erreichen. Und nein. Totalitarismus als Kirchenersatz, Führer für Pfaffen, haben wir genauso wenig nötig, wie uns die Kirchen (damals noch prall gefüllt..) und Pfaffen ihrerseits nicht vor dem Totalitarismus bewahrten.

  4. An den Autor dieses unsäglichen und peinlichen Artikels.

    Wollen Sie Ihren Intelligenzquotienten auf einen Schlag erhöhen? Wirklich? Dann versuchen Sie mal einen Text zu schreiben, zu formulieren, der ohne die Wörter Religion und religiös auskommen will. Sie betrügen den Menschen. Der Begriff Religion ist tendenziös und soll Menschen diskriminieren, für dumm verkaufen. Eine Form des brutalen Rassismus. Wer heute noch religiös sein will, der muss ein Dummkopf sein?

    Popper lehrt die korrekte Form der Definition, das korrekte Definieren, zeitlos und eigentlich Pflichtlektüre, wenn Deutschland wieder zu wahrer Exzellenz gelangen wollte.

    Woher kommt der Mensch?
    Warum ist er hier?
    Wohin geht er?

    Was kann irgendein Mensch an diesen Fragen auszusetzen haben? Absolut nichts.

    Auch die Pseudo-Wissenschaft konkurriert ja, mit den angeblichen “Religionen”. Die Pseudo-Wissenschaft gaukelt dem Menschen nur vor, die richtigen Antworten BEREITS gefunden zu haben. Das ist NATÜRLICH EINE LÜGE. Warum? Die Pseudo-Wissenschaft, kann NICHTS DAVON BEWEISEN. Und letztlich geht es ja darum. Das sind Verbrecher, denn, diese Heinis verkaufen dem wertvollen Menschen billigsten (!!) Glauben als Wissen. Ein Verbrechen, eben.

    Sie haben noch nie ernsthaft über den Inhalt, welchen Sie hier zusammen geschustert haben wollen, nachgedacht, und Sie sollten sich schämen. Und mit Wissenschaft können Sie nicht viel zu tun haben, mit echter auf gar keinen Fall.

    Lessing hat dummes Zeug erzählt, seine Argumentation hält keiner logischen Überprüfung stand. Er stolpert über seine naiven Annahmen.

    Auch lügen Sie im Artikel. Für das Christentum gibt es natürlich Beweise. Wenn es Beweise geben sollte, ja, viele Fakten, dann nur für das Christentum. Für den Atheismus kann es nicht einen einzigen geben. Das Christentum ist KEINE Religion, schon das ganze Wesen ist völlig anders. Das Alleinstellungsmerkmal (Sonderstellung) gilt weiterhin. Ohne Abstriche.

    Der schlimmste Vorwurf an den obigen Autor ist dieser. Sie gaukeln dem weniger gut informierten Leser Objektivität vor. Sie betrügen also, denn Sie sind auf gar keinen Fall objektiv, dies ist logisch unmöglich.

    Mit sehr freundlichen Grüßen

    P.S.: Denn, die Annahmen von Lessing sind es, woran er sich aufhängt, selber erledigt. Auch hier wird gemogelt, betrogen, was das Zeug hält. Und auch Ihre Annahme, die stillschweigende, Sie wären objektiv, ist in keinster Weise haltbar.

    In der Originalschrift (Bibel) steht für jeden Menschen klar und deutlich drin, niemand ist objektiv und jeder (!) muss an etwas glauben. Und mit Hilfe der Logik kämen Sie dann auf die richtige Spur. Alfred Tarski, ein polnischer Mathematiker, auf den sich Karl R. Popper berufen will, formulierte es so:

    Die Wahrheit ist absolut und objektiv.

    Der Relativismus dumm, einfach nur dumm. Etwas für Affen eben.

    Wären Sie darin geübt, sich mit der Wahrheit anzufreunden, dann hätten Sie niemals so einen Artikel schreiben wollen, der voller Fehler ist, jeder möglichen Art. Schade.

    In Israel wird die Systemfrage entschieden. Da kämpft die Welt (mit Hilfe des Islam und der Freimaurer-UN gegen den lebendigen christlich-jüdischen Gott.

    Wie oft wollen Sie raten, wer nur gewinnen kann? Hhm?

    1. Können Sie nicht höflich, oder wollen Sie nicht?

    2. @Thomas Friedrichs
      Besser unhöflich mit Inhalt als eine oberlehrerhafte Nullnummer!

      1. Halten Sie das für die beiden einzigen Alternativen?

  5. Ihrem zutreffenden Einwand, sehr geehrte Frau Meinhardt, kann und möchte ich nicht widersprechen:

    Die von mir gewählte Verallgemeinerung ist als solche – wie immer -natürlich unzutreffend, weil viele Ausnahmen nicht berücksichtigend. Aber zu diesem Mittel greift auch Herr Jenner, dessen Argumentation ich aufnehmen wollte und “Übertreibung macht deutlich”.

    Sie haben in Ihren Anmerkungen selbstverständlich auch aus meiner Sicht völlig recht. Allerdings bringen insofern auch die von Ihnen – wohl zwangsläufig – ebenfalls benutzten Verallgemeinerungen Unschärfen: Nicht nur Islam und Atheismus ähneln sich unter dem von Ihnen angeführten Aspekt, das gilt grundsätzlich auch für das Christentum. Wer sich von den Errungenschaften der Aufklärung in ein Gedankengebäude zurückzieht, in dem durch Glauben oder Unglauben vermittelte Werte zum individuell nicht mehr reflektierten persönlichen Maßstab werden, verabschiedet sich von einem – zumindest im Eigenanspruch – selbstbestimmten und selbstverantworteten Handeln, welches die Verfassungen der aufgeklärten europäischen Gesellschaften als wichtigste gemeinsame europäische Errungenschaft voraussetzen. Ich vermute, daß sehen Sie auch so.

    Hinter diesen über Jahrhunderte entwickelten europäischen Standard scheint – und dieses kritisiere ich – heute offenbar ein großer Teil der Bevölkerung in der Flucht vor Verantwortung für eigenes Handeln leichten Herzens wieder zurückfallen zu wollen.

  6. @ Sehr verehrter Herr Marco Mahlmann,

    welche Widersprüche soll die Originalschrift denn bitte enthalten? Mir ist kein einziges bekannt. Stattdessen überprüfen Sie mal, suchen Sie die Stellen in der Bibel, die sich an all diejenigen richten, die behaupten, es gebe Fehler darin.

    Tun Sie es für die echte Wissenschaft, der Wahrheit zuliebe, und der intellektuellen Redlichkeit. Und für sich, natürlich. Diese Fragen sind übrigens schon alle beantwortet worden. Lange vor der dümmlichen und verlogenen Schein-Aufklärung der Moderne, die natürlich keine war, sondern ein Riesenbetrug, am Menschen.

    Mit sehr freundlichen Grüßen

    1. Nicht mißverstehen. Das hat etwas mit hochklassiger und professioneller Arbeit zu tun. Wenn Sie das dann nicht glauben wollen, ist es Ihr Problem. Die Bibel sagt ja. An etwas muss jeder Mensch glauben. Und wer die Bibel ablehnt, bekommt nur schlechteres. Logisch und mathematisch absolut korrekt. Das hat mit der Wahrheit zu tun und mit wahren Aussagen. Auf wahren Aussagen ruht die echte Wissenschaft. Bis heute mußte ständig die Wissenschaft deren Aussagen korrigieren, in schöner Regelmäßigkeit. Die Originalschrift steht völlig unschuldig dar. 😉

    2. Jeder muss etwas glauben. Das hat nichts mit Beweisen zu tun. Der Atheismus, die Gottlosigkeit, fallen Sie nicht von Ihrem Sessel, ist nicht beweisbar. Das ist absolut unmöglich. Und für die Bibel gibt es Beweise en masse. Ja, Fakten, und so weiter. Der Albtraum der Gottlosen. Nur, die Bibel will überhaupt nicht, dass alle Gott erkennen dürfen. Man muss das Fachbuch schon korrekt zitieren.

    Und wenn jemand nicht korrekt zitieren kann, dann sehen Sie ja, was heutzutage die Linken mit diesen Leuten tun. Denen wird der Doktortitel entzogen. Logisch. Schauen Sie mal in die Presse.

  7. Natürlich gibt es im Christentum Dinge, die als wahr und unantastbar gelten. Es sind im wesentlichen aber nur die Dreieinigkeit Gottes und die Eigenschaft Jesu, Gottes Sohn und seine Offenbarung zu sein. Als Handlungsmaxime gelten die zehn Gebote (einmal “du sollst”, nämlich Gott als einzigen Gott anerkennen; neunmal “du sollst nicht”); alles andere steht dem Gläubigen zu tun frei.
    Die Bibel ist voller Widersprüche, die auch bewußt so nebeneinandergestellt wurden, so daß dem Leser klar ist, daß hier Dinge rekonstruiert werden und eben kein Mensch weiß, was wirklich die Wahrheit ist.
    Das Christentum macht dem Gläubigen viel weniger Vorschriften als das Judentum und der Islam.

  8. Diese selbstzufriedene Schau des angeblich abgeklärten “modernen Intellektuellen”, der aus der Perspektive des Unbeteiligten auf die Intolerantien der Religionen subjektiv herabschaut wie ein maßregelnder Lehrer auf seinen Schüler und allenfalls konzediert, dass es ihm auf dem Weg zur Vollkommenheit des Zusammenlebens an ein paar Kleinigkeiten mangelt, wähnt sich doch im Wesentlichen schon wenigstens auf dem richtigsten aller möglichen Wege.
    Deshalb fehlt in seinen Betrachtungen auch immer das wichtigste Detail zu einer wirklich selbstkritischen Analyse, die die Euphorie über die Aufklärung als soziales Allheilmittel realistisch dämpfen müsste, damit auch die Aufklärung endlich aus dem religiösen Status der Anbetung herauskommen kann. Denn es wird immer vergessen, dass die Aufklärung eine Gemeinsamkeit mit dem IS hat: Öffentlich inszenierte Enthauptungsorgien, zelebriert an denen, die man als Gesinnungsgegner ausgemacht hatte.
    Und auch die sozialistischen und kommunistischen Weiterentwicklungen der Soziallehren der Aufklärung kamen ohne Grausamkeiten gegenüber Gesinnungsfeinden offenbar nicht aus. Das scheint bis heute so zu sein, denn in den religionsbefreiten Menschheitsparadiesen ist es offensichtlich kein Problem, auch ganz ohne Religion die Zugehörigkeitsgefühlsabgrenzung so drastisch vorzunehmen, dass die Attraktivität von Ländern wie Nord Korea und China für Anderdenkende begrenzt bleibt und selbst ein moderner atheistischer Intellektueller, wenn er müsste, sich lieber für die erzkatholischen Philippinen entscheiden würde, wo auf Abtreibung und Pädophilie die Todesstrafe steht, als für Nord Korea, wo man sich müht, die Soziallehren eines Zweiges der Aufklärung umzusetzen.
    Ob sich Menschen unter dem Banner von Religionen oder der Areligiosität zusammenrotten, sie bleiben in der Rotte gefährlich.
    Deshalb bleibt eine der wichtigsten Voraussetzungen für gedeihliches Zusammenleben die strikte Begrenzung von Macht und die Durchsetzung des Rechtsstaates. Deshalb gilt meine Sorge weiterhin der Groko als Speerspitze einer Bewegung, die eine beängstigende Macht kumuliert hat und die Rechtssaatlichkeit bereits begonnen hat abzuschaffen. Ein Land, das seine Grenzen nicht selbst respektiert und seine Staatsbügerschaft feilbietet wie eine billige Hure und auf der anderen Seite Steuern eintreibt, so als gäbe es dieses fest unrissene Land mit seiner Verwaltung noch, hat sich von seinen Bürgern schon so weit entfernt, dass niemand weiß, wie man diesen freischwebenden Moloch noch bezähmen soll. Vor allem, wer das tun soll. Denn er wächst täglich, indem er sich alles einverleibt und gefügig macht, was noch nicht im Gleichschritt mitmarschiert.
    Vielleicht müssten es gerade wieder die Bußprediger sein, die das träge gewordene Volk noch wachrütteln könnten?
    Wir sind sonst tatsächlich auf dem besten Weg in die Diktatur der Toleranz.

  9. Die angesprochene Selbstaufgabe europäischer Bürger gegenüber einer fremden, herrischen Religion – dem Islam – ist so offenkundig wie logisch:

    Durch Selbstaufgabe eigener Werte streift man vermeintlich die letzte eigene Verantwortung für “richtig” oder “falsch” eigenen Tuns entgültig ab. Man flüchtigt sich in die Situation des alles entschuldigenden Befehlsnotstandes, hervorgerufen durch die nun selbst gewählte neue Unmündigkeit gegenüber einem vermeintlich jede unbequeme Eigenverantwortung ausschließenden übermächtigen Zwang eines aufoktroyierten archaischen Glaubens- und Rechtsystems.

    Wir erleben über Toleranz und nachfolgende Unterwerfung die Flucht der angeblich aufgeklärten europäischen Bürger aus der Eigenverantwortung für das Handeln nach einem eigenen Wertesystem. Der europäische Bürger ist das gelebte Schlechtmachen bewußtseinsvernebelnder Drogen satt: Gefordert wird jetzt wieder Opium fürs Volk!

    1. @ Sehr verehrter Herr Dr. Radisch,

      denken Sie etwas präziser, bitte, Genauigkeit ist hier und jetzt sehr wichtig.

      a. Der europäische Bürger hat gar nichts getan. Weder ist die Aufgabe offenkundig noch logisch.

      b. Wenn, dann hat nur ein Teil nachgegeben. Das ist jedoch zweifelhaft.

      c. Fakt ist, die Medien, auf die sich ein Teil der Europäer verlassen wollte, belügt und manipuliert alle Europäer. Ursache und Wirkung nicht vertauschen.

      d. Die Medien belügen die Menschen im Einklang mit einer Handvoll kriminell handelnder Politiker.

      e. Diese Politiker sind vernetzt. Und werden von den Intriganten bei der UN in New York unterstützt.

      f. Kaum einer schaut mal genauer nach und kritisiert die Hintermänner dieser UN.

      Mit sehr freundlichen Grüßen

      1. Jetzt, wo der Ärger, nur bei einem Teil der europäischen Bevölkerung groß sein will, sucht man Sündenböcke.

      2. Der absolut dümmste Ort einen Sündenbock suchen zu wollen, ist die christliche Ideologie.

      3. Der Atheimus behauptet: Sündenböcke kann es nicht geben.

      4. Islam und Atheismus ähneln sich wie Zwillinge. Jeder Doktor sollte dazu in der Lage sein, die gefährlichen Gemeinsamkeiten aufzufinden.

      Guten Rutsch in Neue Jahr 2016

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