Flüchtlinge: Schenkt den Bürgern reinen Wein ein!

Eine ungehaltene Rede von Wolfgang Bok zur Flüchtlingsfrage: Tatsachen, die nicht gerne angesprochen - aber berücksichtigt werden müssen.

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ARD-Kommentatorin Anja Reschke, Til Schweiger und die Not der Politiker. Wolfgang Bok fordert mehr wahrhaftige Moral in der Flüchtlingsdebatte. Und formuliert ehrliche Rede zum öffentlichen Gebrauch. Anja Reschke wird bald mit Preisen überhäuft werden. Ihr Kommentar in den Tagesthemen war ja „so mutig“, schreiben selbst Kollegen in ehrfürchtiger Anerkennung. Weil ja angeblich nur die taffe ARD-Frau gegen den braunen Mob, der sich im Netz gegen Flüchtlinge austobt, so entschieden angeht. Schon merkwürdig: Abscheu über Neonazis und über Fremdenfeindlichkeit lese und höre ich überall. Was ist daran mutig, wenn man im Mainstream schwimmt und risikolos gegen einige Zwangsgebührenzahler polemisiert? Mutig wäre es, den Bürgern endlich die Wahrheit zu sagen. Mutig wäre also eine wahrhaftige Moral, die auf die Sorgen der Menschen eingeht und nicht so tut, als habe man alles im Griff. Mutig wäre etwa folgende Ansprache an die lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger:

Gewaltige Herausforderungen liegen vor uns

„Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Allein in diesem Jahr werden voraussichtlich weitere 600 000 Menschen aus fremden Kulturen zu uns kommen und hier Asyl beantragen. Je mehr Rettungsboote wir ins Mittelmeer schicken, desto mehr Flüchtlinge packen die bestens verdienenden Schlepper in noch unsicherere Schlauchboote. Sie wissen ja: Wir holen sie ab. An Nachschub herrscht kein Mangel: Während Deutschland und Europa altern, vervierfacht sich die Bevölkerung allein auf dem Schwarzen Kontinent innerhalb einer Generation auf über vier Milliarden. Die Diktatoren und Eliten haben jedoch kein Interesse, diese Massen zu versorgen. So wenig wie die politischen Cliquen auf dem Balkan oder in Nahen Osten in absehbarer Zeit ihren Bürgern ein Leben ermöglichen werden (können), das sie zum Bleiben ermuntert. Dazu ist das Wohlstandsgefälle einfach zu groß – und sind wir zu großzügig.

Mehr Entwicklungshilfe?

Hören wir also auf, uns einzureden, mit noch mehr Entwicklungshilfe oder Marshallplänen ließe sich der Wanderungsdruck rasch mindern. Fragen wir uns doch lieber, wo eigentlich das viele Geld geblieben ist, das wir in Afrika oder auf dem Balkan verteilt haben? Sehen wir der Zukunft ins Auge: So lange wir die Reisefreiheit für unantastbar halten und nicht einmal bereit sind, die Visa-Pflicht für den Westbalkan wieder einzuführen oder wenigstens die Grenzen wieder zu kontrollieren; so lange wir Länder heuchlerisch kritisieren, die wie Ungarn wieder Zäune errichten, um dem Ansturm Herr zu werden; so lange wir jeden noch so aussichtlosen Antrag auf politisches Asyl aufwändig prüfen und derweil für Kost, Logis und sogar Taschengeld sorgen; so lange wir illegale Einwanderungen nicht so nennen und am Ende gar mit einem Bleiberecht honorieren, so lange wird der Druck auf Deutschland gewiss nicht nachlassen.

Die Kosten werden gewaltig

Sagen wir doch offen, wo die Reise hingeht: Erstens werden die hohen Kosten (allein 2015 über sechs Milliarden Euro) entweder über höhere Schulden und Steuern, oder durch Kürzungen bei Staatsleistungen für Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, finanziert werden müssen. Und zweitens wird der Druck auf sämtlichen Institutionen wachsen, Räume zur Verfügung zu stellen. Ja, wir werden auch verstärkt Kirchen und Theater ins Visier nehmen müssen. Aber das dürfte kein Problem sein. Und für jene, die sich verweigern, hat das Integrationsministerium der grün-roten Landesregierung in Stuttgart schon mal die „Folterwerkzeuge“ ausgepackt: Über das Polizeirecht sind auch Zwangseinweisungen möglich! Zwei Oberbürgermeister, der grüne Boris Palmer in Tübingen und der schwarze Frank Klingebiel aus Salzgitter wollen gleich zur Tat schreiten und leerstehende Häuser beschlagnahmen oder zwangsweise enteignen. Wer nun aufschreit und um die Stuckdecke in seinem großzügigen Altbau fürchtet, sollte sich vor Augen halten: Niemand in diesem unserem Land will, dass Flüchtlinge obdachlos sich selbst überlassen bleiben. Also müssen wir handeln. Aus alle dem folgt: Die deutsche Gesellschaft wird sich dramatisch verändern. Zwei von drei Flüchtlingen sind Muslime, die bald ihre Familien nachholen werden. Deshalb ist es richtig, dass EKD-Ratspräsident Bedford-Strom dem Münchner Moscheebauverein beitritt. Der Bischof zieht nur die Konsequenz aus dem drastischen Mitgliederverlust der evangelischen und katholischen Kirche. Wir allen tragen an dieser Verschiebung also Mitschuld. Weil wir zu selbstsüchtig sind, für ausreichend eigenen Nachwuchs zu sorgen, um eine Überalterung der Gesellschaft zu verhindern.

Fachkräfte – Fehlanzeige

Zur Wahrheit gehört auch, dass nun nicht gerade jene Fachkräfte massenweise zu uns kommen, die unsere Wirtschaft angeblich so dringend braucht, um sich der Fünfzigjährigen entledigen zu können. Die wirklich Hochqualifizierten gehen lieber in die USA, wo sie nicht mit hohen Abgaben drangsaliert werden. Und selbst wenn die Anwerbung tatsächlich gelänge: Ist das nicht eine Art neuer Kolonialismus, wenn der noch reiche Westen denen die Ärzte, Ingenieure oder IT-Spezialisten wegnimmt, die für den Aufbau des jeweiligen Landes so dringend gebraucht werden? Geben wir es ruhig zu: Wenn wir Humanität sagen, meinen wir auch immer eine Portion Eigennutz. Der Bedarf an ungebildeten Hilfskräften ist hingegen gering. Denn „Industrie 4.0“ braucht anspruchsvolle Zuwanderung. Doch vor dieser Auslese scheuen wir uns. Niemand will heute Menschen nach ihrer Qualifikation beurteilen und den Daumen senken. Daran wird auch ein Einwanderungsgesetz nichts ändern. Denn es begrenzt nicht den Zustrom derer, die in diesem Land eine sozial eher randständige Zukunft vor sich haben und zu sozialen Spannungen führen dürfte. Wie gehen wir mit diesen Menschen um? Was hat dies für Folgen für unsere Sozialbudgets, Sicherheit und Kultur? . . .“ Es ließen sich noch viele Argumente anführen, um endlich das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass die jetzigen Wanderungsströme wohl eher ein Rinnsal sind im Vergleich zu dem, was da noch auf uns zukommt. Immerhin zählt die Uno derzeit rund 58 Millionen Flüchtlinge, von denen immer mehr mobil genug sind, weite Strecken ins gelobte Europa zu überwinden. Das rapide Bevölkerungswachstum dürfte die Konflikte um Land und Wasser verschärfen. Aber auch Lob darf in der Ansprache nicht fehlen. Etwa für den Til Schweiger, der so beherzt mobil macht gegen die „rassistische Trolle“ in den (un)sozialen Netzwerken und nun sogar ein „Vorzeigeflüchtlingsheim“ bauen will. Ich würde dies allerdings mit der Bitte verbinden, diese Einrichtung dann wirklich auf eigene Kosten zu betreiben. Und zwar dauerhaft. So wären die fetten Honorare gut angelegt, die der Schauspieler und Produzent mit Filmen verdient, die er inzwischen selbst reichlich flach hält. Es wäre auch zu viel verlangt, von dem energischen Kämpfer gegen alles, was nach Neonazi riecht, nicht nur zu verlangen: „Verschwindet von meiner Facebook-Seite!!“; sondern die so Denkenden auch aufzufordern, von den eigenen Filmen fernzubleiben.

Keine Til-Schweiger-Filme für dieses Volk!

Denn Hand aufs Herz, lieber Til: Die Kulturschaffenden und Linksintellektuellen, bei denen Sie sich um Anerkennung mühen, zahlen nicht für „Honig im Kopf“ oder „Zweiohrhasen“. Ihre Kunden sind eher jene, die Zweifel hegen, ob das mit der Willkommenskultur nicht etwas zu weit geht. Auch ein Appell an Pro Asyl ließe sich in dieser Rede gut unterbringen: „Baut und finanziert endlich Asylunterkünfte aus eigener Kraft, anstatt immer nur über den ‚verbreiteten Rassismus’ zu klagen.“ Unter den vielen Unterstützern dürfte es doch reichlich Leute geben, die Grundstücke und das nötige Kleingeld bereitstellen. Nur: Diese Ansprache wird in diesem Land kein Politiker halten und schon gar kein Kommentator von ARD oder ZDF vortragen. So viel Wahrheit ist nämlich politisch nicht korrekt. Wer sie verbreitet, findet sich schnell in der rechten Ecke wieder. Deshalb: Dies war nur ein rein fiktiver Redevorschlag. Ganz und gar nicht preiswürdig.

Dieser Beitrag ist kürzer auf Sonntag Aktuell erschienen

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Kommentare {50}

  1. Ich schließe mich dem Dank an Herrn Bok an. Das ist die Wahrheit – und wenn ich darüber nachdenke, warum kein Politiker in der Öffentlichkeit das ausspricht, wird mir angst und bange für die Zukunft in Deutschland. Die Volksverdummung der Politiker kennt keine Grenzen mehr und die Meinungsfreiheit wird bestimmt auch bald abgeschafft werden!
    Aber das schlimmste ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung bereits so verblödet ist, und es gar nicht bemerkt!

  2. Ich bin ein MannzuFrau Transgender und finde diesen Artikel überragend!
    Ich fühle mich immer weniger wegen meiner Transsexualität zu einer Minderheit zugehörig, sondern weil immer weniger Menschen um Recht und Freiheit in unserem Land kämpfen, so wie wir es fast jeden Tag müssen.

  3. ENDLICH MAL JEMAND DER DEN MUT HAT DEN MUND AUFZUMACHEN UND DIE WAHRHEIT ZU SAGEN HUT AB

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