Die Ideologie Multikulti frisst ihre eigenen Kinder

Wo die Gutheit des multikulturellen Mit- und Nebeneinanders zum Dogma erhoben wird, haben es Fakten schwer, sich durchzusetzen. Dies sieht man schön an einem Interview, das die „Süddeutsche Zeitung“ mit der Vorstandsfrau des „Schwulen Museums“ in Berlin, Frau Dr. Birgit Bosold vor wenigen Wochen geführt hat.

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In der letzten Zeit häufen sich homophobe Übergriffe in Berlin auf rasante Weise. Dabei ist die Gegend rund um das Kottbusser Tor in Kreuzberg, dem Zuhause von Multikulti, immer wieder im Brennpunkt der Vorkommnisse. Schwule werden dort – zumeist von jungen Männern mit Migrationshintergrund – mit Fäusten ins Gesicht geschlagen, als vermeintlich leichte, weil feminine Beute ausgeraubt oder auch schon mal mit Gürtelschlägen quer über den Platz gejagt.

Nun könnte man einfach dieses Problem, könnte Ross und Reiter dessen, was da passiert, schlicht benennen. Und dann überlegen, wie man „sine ira et studio“ und nachhaltig diese Probleme löst. Stünden nicht ideologische Gründe dagegen. Und zwar vor allem bei jenen, die für sich in Anspruch nehmen, für die Opfergruppe trans- und homosexueller Menschen zu sprechen.

Gerade die Gegend rund um das Kottbusser Tor gilt als gelobtes Land der linken und grünen Multikulti-Fans. Die offizielle Seite der Hauptstadt, die die teuren Immobilien in Kreuzberg anpreisen möchte, feiert die Gegend als „multikulturelle Hauptstadt“ und bemerkt: „Klein-Istanbul“ sorgt für multikulturelles Flair mit türkischen Obst-, Gemüse- und Dönerläden sowie dem Türkenmarkt am Maybachufer. Doch neben den osmanischen Bewohnern gibt es noch über 180 weitere Nationalitäten, die alle meist gut miteinander und nebeneinander leben.”

Wo die Gutheit des multikulturellen Mit- und Nebeneinanders zum Dogma erhoben wird, haben es Fakten natürlich äußerst schwer, sich durchzusetzen. Dies sieht man schön an einem Interview, das die „Süddeutsche Zeitung“ mit der Vorstandsfrau des „Schwulen Museums“ in Berlin, Frau Dr. Birgit Bosold vor wenigen Wochen geführt hat.

Die SZ schlägt sich dabei mit kritischen Fragen ungewohnt gut. Etwa da, wo sie Bosold fragt, ob sie nicht vielleicht „eine rosarote Brille aufhabe, die Probleme einfach nicht sehen will“.

Darauf ihre eindeutige Antwort: „Ja, gut, aber ich lebe ja auch hier, laufe jeden Tag durch die Stadt und habe nicht das Gefühl, dass ich bedroht werde. Ich weiß nicht, wer hier die rosarote Brille aufhat. Die sogenannten Islamkritiker sind ja bekanntlich nicht gerade glühende Verfechter von Homo-Rechten. Was würde denn, wenn sie sich politisch durchsetzen könnten? Gleichwohl ist eine multikulturelle Gesellschaft natürlich nicht ohne Konflikte zu haben, aber die sind doch produktiv.“

Auf die geradezu infantilen Argumente (à la „Mir geht’s ja gut, warum klagen dann die anderen?“ und „Jennifer hat ihre Hausaufgaben auch schon mal vergessen“) geht der Redakteur der SZ gar nicht weiter ein. Angesichts der extremen Homophobie im real existierenden Islam, die gerade trans- und homosexuelle Flüchtlinge derzeit in Deutschland ganz konkret am eigenen Leib erfahren, hakt er dann aber nochmal nach und fragt, inwiefern man davon sprechen könne, dass solche „Konflikte“ produktiv seien. Die Antwort darauf bzw. den Beweis für produktive Auseinandersetzungen in der multikulturellen Gesellschaft sieht Dr. Bosold gerade in der Gegend rund um das Kottbusser Tor erbracht:

„Schauen Sie sich die Gegend rings ums Kottbusser Tor an, eine der beliebtesten queeren Ausgehmeilen. Da vernetzen sich die Szenen. Treffpunkte der Szene wie ‘Südblock’ oder ‘Möbel Olfe’ oder das ‘SO 36’ liegen mitten in diesem türkischen Kiez und sind Teil dieser Nachbarschaft und viele der Mitarbeiter_innen sind selber queere Migranten_innen. Die machen doch relativ erfolgreich vor, wie man miteinander auskommen kann.“

Diese Aussagen fielen zu einer Zeit, als die Szene rund um das Kottbusser Tor bereits für Übergriffe aller Art durch Menschen mit Migratonshintergrund bekannt war. Auch schwule Männer, die nun scheinbar vermehrt zur Opfergruppe geworden sind, waren immer wieder betroffen.

Die weiteren Äußerungen Bosolds zeichnen sich durch eine harte Kritik an Islamkritikern und „weißen Cis-Männern“ aus. Beide seien heutzutage die eigentliche Gefahr für homosexuelle Männer.

Betonköpfe haben ohne Zweifel einen gewissen Charme, wenn es um irgendwelche Nebensächlichkeiten geht, die im realen Leben der Menschen keine Rolle spielen. Sie fallen dann in unserer Wahrnehmung zumeist unter die Schublade: „Freaks, durchgedreht, aber ungefährlich.“ Das ist im Falle der ideologischen Verkrümmung einer Frau Dr. Bosold nicht der Fall.

Zum einen gehen die sich mehrenden Übergriffe auch auf das Konto der von ihr kultivierten Verharmlosungen, zum anderen steht sie für eine wesentlich größere Gruppe an ewiggestrigen Betonköpfen, die für ihre Multikulti-Ideologie zur Not auch Mitmenschen zu opfern bereit sind. Das gilt, wie die Vorfälle rund um die Silvesternacht in Deutschland und der Umgang damit bei Politikern und Medien gezeigt haben, für die Gesamtgesellschaft. Auch hier wurde vertuscht, verschwiegen, gelogen, angedeutet, dass die angegangenen Frauen auch selbst ein Stück weit zu den Übergriffen beigetragen haben – und bagatellisiert. Was bei Bosold die Islamkritiker, das war hier das Oktoberfest.

In der homosexuellen Subkultur bündeln sich diese Einstellungen nun noch einmal wie in einem Brennglas. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass es zum Beispiel von dem deutschlandweit bekannten Bundestagsabgeordneten der Grünen, Volker Beck, keine Pressmitteilung zu den Vorkommnissen am „Kotti“ gibt. Sonst erreichen Journalisten bisweilen bis zu drei solcher PMs aus dem Büro des grünen Aktivisten pro Tag, die alle irgendwelche vermeintlich oder echten homophoben Vorfälle zum Gegenstand haben. Ein Schweigen, das umso lauter schreit, als Beck sozusagen um die Ecke des Kottbusser Tors residiert. Bei offenem Fenster hätte er die Panikschreie der mit Gürteln über den Platz gejagten Männer fast mit eigenen Ohren hören können.

Aber auch eine andere Nachricht ist bezeichnend: Das im rotgrünen Nordrhein Westfalen politisch durchaus einflussreiche „Schwule Netzwerk NRW“ gab Frau Dr. Bosold wenige Wochen nach ihren umstrittenen Äußerungen in der SZ als diesjährige Preisträgerin für die „Kompassnadel 2016“ bekannt. Bei diesem Kompass handelt es sich offensichtlich um ein Gerät, dass irgendwann einmal umgepolt worden ist, sodass nun Süden nach Norden zeigt bzw. Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern wurden.

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Kommentare {12}

  1. Es ist wirklich paradox: Eine Dunja Hayali, eine Anne Will, ein Volker Beck müssten ja zu den schärfsten Kritikern eines homophoben Islam und einer ungebremsten muslimischen Einwanderung gehören. Denn sie würden mit zu den ersten Opfern zählen, wenn sich dieses Land zu dem entwickelt, wonach es derzeit aussieht.

    Es ist wie bei Drogensüchtigen: sie wissen, dass es ihnen schadet, dass sie damit aufhören müssten, und wenn nicht – dass sie daran zu Grunde gehen werden. Aber sie können es nicht alleine, man muss ihnen helfen.

  2. “Gefressen” werden nur die kleinen Fische, Gutgläubigen und Schwachen. Bosold, Beck und Co jedenfalls nicht. Die Sektenprediger der Ideologie leben mit im Großen und Ganzen unbeschwerten Gewissen weiter. Fehler sind das, was die anderen machen. Den Anspruch auf stattlich Alimentation, für den aufopferungsvollen Einsatz für ihre Schäfchenherden, werden diese Herrschaften zu wahren wissen. Egal auf welche Posten und Projekte sie sich verdrücken werden, wenn es brenzlig wird. Kritische Selbstreflektion und echte Anteilnahme sind aus diesen narzisstischen Machtfunktionären nicht herauszukitzeln, den Aufwand kann sich der Journalist sparen. Die einzig zielführende Maßnahme wäre kompletter und dauerhafter Entzug von Macht, Privilegien und Steuergeld wegen erwiesener und fortgesetzter Ungeeignetheit.

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