Das ist kein Terror gegen Frauen!

Der Terror gegen Frauen soll den Männern dieser Wertewelt demonstrieren, dass sie ihre eigenen Frauen und Töchter nicht beschützen können. Dass sie folglich keine Männer sind.

hans engbers / Shutterstock.com
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Bis kurz vor sechs, war es ein ganz normaler Tag. Morgens stand ich auf. Dann fuhr ich zur Arbeit. Und am späten Nachmittag parkte ich meinen Roller wie gewohnt vor der Haustür und trottelte Richtung Biomarkt. Ich dachte mir nichts dabei als mir fünf junge Männer arabischer Herkunft entgegen kamen.

Ich glaube, ich habe sie noch nicht einmal beachtet. Denn ich war in Gedanken darüber versunken, was ich kochen wollte. Plötzlich zischte einer von ihnen in mein Ohr: „Gratis Fotze!“. Ich war so irritiert, dass ich gar nicht so schnell reagieren konnte. Und vermutlich war es besser so. Wenn ich einen Aufstand gemacht hätte, wer hätte mir geglaubt? Es stand fünf gegen eins. Eine offensichtlich hysterische Frau gegen fünf arme Ausländer. Also tröstete ich mich damit, dass sie gestört sind. Seit ich allerdings vom Terror in der Silvesternacht erfuhr, denke ich, dass die Attacke auf mich so etwas wie eine Mutprobe oder Übung war. Denn damals fielen mir vermehrt Plakate mit Notrufnummern für Frauen auf. Daher nehme ich heute an, dass ich nicht das einzige Versuchskaninchen gewesen bin.

Terror gegen Männer

Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass es bei den Übergriffen um Terror gegen Frauen geht. Warum sollte jemand einen ungleichen Gegner angreifen. Und mit ungleich meine ich nicht, dass diese Männer uns für schwächer halten und Rücksicht auf uns nehmen. Mit ungleich meine ich, dass Frauen in ihren Augen nur Mittel zum Zweck sein können. Die wahren Gegner sind die Männer.

In Kriegen werden Frauen nicht vergewaltigt, weil die Männer den Frauen etwas beweisen wollen. Sie beweisen damit sich und dem Vater, Bruder oder Partner der vergewaltigten Frau ihre Macht. Die Demütigung der Frau des Feindes ist die schlimmste Demütigung. Es geht hier nicht um Frauen als Frauen. Die Fragen der Emanzipation stellen sich Männer nicht, die so ticken. Frauen sind es in ihren Augen gar nicht wert, so ein Risiko einzugehen. Der Terror gegen Frauen soll den Männern dieser Wertewelt demonstrieren, dass sie ihre eigenen Frauen und Töchter nicht beschützen können. Dass sie folglich keine Männer sind. Denn in ihrem Denken ist nur der überlebensfähig, der seine eigene Fortpflanzung sichert.

Ich bin keine Wissenschaftlerin. Ich bin in Afrika aufgewachsen, und es war nicht leicht; ich verstehe die Schwierigkeiten, in einer fremden, andersfarbigen Umgebung leben zu müssen. Was ich hier schreibe ist eine Analyse, die auf intuitiver Logik, interkultureller Erfahrung, aufmerksamer Beobachtung und einer gewissen kreuzquer Bildung basiert. Und zuerst wollte ich diesen Beitrag darum auch gar nicht schreiben. Dennoch glaube ich inzwischen, dass es ein wichtiger Beitrag ist, damit diejenigen, die die Möglichkeiten haben, sich näher mit diesen Themen zu befassen, einfach mal eine andere Perspektive einnehmen.

Des Wahnsinns fette Beute

Wir müssen aufwachen. Jetzt muss ich lachen. Denn ich sehe mich schon mit einem kleinen Heftchen in der Fußgängerzone stehen, wenn das so weitergeht. Ich betone, dass wir aufwachen müssen, weil ich selbst noch schlafe. Ich muss jede Nachricht mehrmals lesen, um sie zu realisieren. Fast erscheint es mir, als sei mein Reptilhirn aus instinktiver Angst im Erstarrmodus. Und das spüre ich auch bei den Politikern. Am liebsten würde ich sie unter eine kalte Dusche stellen. Sie haben es nicht begriffen. Es ist auch falsch, das nur an islamischen Werten festzumachen. In islamischen Ländern ist man in Normal-Zeiten sicher – auch als Frau. Und das liegt einerseits an den strengen islamischen Moralvorschriften und zum anderen ganz entscheidend daran, dass dort gar nicht oder kaum getrunken wird. Aber Köln ist nicht Kairo, oder Tunis oder eine andere arabische oder andere islamische Stadt. In Köln und in anderen deutschen Städten verbinden sich Enthemmtheit mit Aggression gegen die nicht-islamische Welt. Es ist Krieg. Und wir Frauen sind die ersten Opfer.

Flüchtlinge als Helfer

Mir ist zudem noch etwas sehr wichtig. Dieser Gedanke wurde auch noch nie formuliert. Der IS hat so viel Geld, dass sie Terroristen niemals als Flüchtlinge einreisen lassen müssen. Dass Flüchtlinge als Terroristen akquiriert werden, dass liegt in der Natur der Sache. Worauf ich aber hinaus möchte, ist folgendes: Die Flüchtlinge sind zu uns geflohen, da sie in ihrer Heimat dem Terror schutzlos ausgeliefert waren. Doch wir haben die Mittel dazu, dem Terror die Stirn zu bieten. Was wir jetzt nur noch schaffen müssen, ist, von unserem hohen Ross herab zu steigen und die Flüchtlinge in den Kampf gegen den Terror mit einbeziehen. Denn sie haben die Erfahrung. Sie wissen, wie die Terroristen denken und fühlen. Nur so steht die Polizei nicht noch einmal wie „Omachen Doof“ daneben.

IS und NAZI

Was am Tahrir Square passiert ist, ist ein Machtkampf zwischen säkularisierten, emanzipierten Mittelschichtlern, die den Platz als erstes besetzt hatten, und dann auftauchenden Fundamentalisten. Die vielen Übergriffe auf Frauen dort waren politisch motiviert und damit “legitimiert”. Das ist die schwache Version von dem was du bei IS beobachtest, wo Vergewaltigung als Machtgeste genutzt wird. Das ist nichts Neues, hierzulande kennt man es von den Nazis und den Sowjets. Aber gerade deswegen:

Es ist unvorstellbar, wenn sich das jetzt in deutschen Städten wiederholt, unreflektiert hingenommen und von vielen Flüchtlingsverstehern, die nichts verstanden haben, noch schöngeredet wird. Es ist kein Kampf gegen Frauen, die sind die Opfer. Es ist auch und gerade ein Kampf gegen Männer, die Frauen sind nur die ersten Opfer. Es gibt auf dieser Welt tatsächlich immer wieder Menschen, die sich für Gottmenschen halten und andere für Sklavenmenschen. IS und NAZI tun sich da nix. Darum müssen alle anderen zusammen arbeiten. Wir brauchen eine virale Kampagne, die Frauen und Männer aufrüttelt. Und – diese Frage richte ich an uns alle:

Der IS hat Asche wie Heu. Warum muss Demokratie betteln gehen, um Frauen zu verteidigen?

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Kommentare {88}

  1. Wer die Bilder der Phalanx der Männer gesehen hat, die ungehindert nach Deutschland eingedrungen sind, konnte damit rechnen, daß dies keine Kuschelbären sind. Wer sich die Mühe macht und einen Atlas zu Rate zieht, kann feststellen, daß die Entfernung von Syrien nach Deutschland mehrfach größer ist, als die nach den reichen Golfstaaten. Dies belegt die Vermutung, daß die Männer nicht vor Tod und Teufel davongerannt sind, sondern Teil einer organisierten risikolosen Okkupation zu sein scheinen. Außerdem finde ich es kühn zu denken, daß dieselben Männer, die ihre Heimat zu verteidigen zu feige waren, nunmehr unser Territorium beschützen sollten.

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