Es ist still geworden in Deutschland – Best of Asylkrise

Irgendwie haben wir uns schnell gewöhnt - an die vielen Horrormeldungen jeden Tag, daran, dass nach Köln zumindest vordergründig Tacheles geredet werden darf. Trotzdem ist es jetzt, wo mit einem Mal alles auch offiziell herauskommt, erstaunlich ruhig in Deutschland.

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Es ist still geworden in Deutschland. Irgendwie haben wir uns schnell gewöhnt – an die vielen Horrormeldungen jeden Tag, daran, dass nach Köln zumindest vordergründig Tacheles geredet werden darf. Trotzdem ist es jetzt, wo mit einem Mal alles auch offiziell herauskommt, erstaunlich ruhig in Deutschland. Im Prinzip hat man ja all das schon vorher vermutet. Die Kraft zum Aufregen geht langsam aus. Was soll man als normaler Mensch auch tun? Die Straße als Ort, dem eigenen Unmut Luft zu machen, ist verbrannt. Da gibt es nur Pegida. Und Pegida will man nicht sein. Zumindest noch nicht.

Man dachte, man lebt in einer Demokratie und erlebt das Diktat von Konformität und Meinungsgehorsam, das Diktat der Alternativlosigkeit. Die Einzigen, die gegen Merkel aufbegehren, sind die eigenen Leute aus CDU und CSU, aber da fehlt der Wumms, der Schneid, sich in letzter Konsequenz gegen sie zu stellen. Der Koalitionspartner präsentiert seine eigene innere Uneinigkeit ausgerechnet in der Krise und die Opposition ist noch linker als die Kanzlerin selbst. Vermutlich singen sie jeden Tag „Hurra, die Welt geht unter“ von K.I.Z.

Was vermisst man da die FDP, wenn man noch so etwas wie ein Restvertrauen in die Läuterung der Partei besitzt (bei Maischberger sagte Lindner, ganz Europa wartet darauf, dass Merkel sich korrigiert). Tut man das nicht, dann hat man sich wie viele andere vorgenommen, das nächste Mal die AfD zu wählen. Die liegt jetzt bei 13% und ist ein bisschen wie Pegida für’s Parlament. Nur kann man die wenigstens geheim unterstützen. Gefühlt ist sie für viele längst die einzig wahre Opposition. Nicht die Alternative, sondern die Alternativlosigkeit.

Wie viele Flüchtlinge sind eigentlich in diesem Jahr schon nach Deutschland gekommen? Die BILD sagt 100.000. Die anderen sagen nicht wirklich etwas. Es ist eben still geworden. Hunderttausend. Das wären bis zum Jahresende mehr als die eine Million aus dem letzten Jahr und das, obwohl wir jetzt schon nichts mehr unter Kontrolle haben. Die Helfer sind am Limit. Viele sind desillusioniert, weil die Asylbewerber doch nicht so dankbar sind, wie man sich das vorgestellt hat. Und sind das alles nun eigentlich Flüchtlinge, Einwanderer oder Asylbewerber? „Flüchtling“ – das ist so ein Kampfbegriff geworden, um den Beschützerinstinkt zu wecken und an die Moral zu appellieren. Aber es sind eben nicht alle Flüchtlinge und die Moral ein irrationaler, ja eigentlich gar kein Ratgeber. Und wieso spricht man überhaupt von Integration, wenn doch eigentlich alle wieder nach Hause sollen?

Die Polizei jedenfalls ist unterbesetzt und kann sich nicht durchsetzen gegen Menschen, die ganz andere Polizeigewalt gewohnt sind. An den Grenzen wird schon lange nicht mehr vernünftig kontrolliert. Wie auch? Jeder darf rein. Jeder ist Syrer . Oder eben nicht. Los wird man keinen mehr, egal, ob er Frauen an Silvester angrabscht, Ladendiebstähle begeht oder Schlimmeres tut. Das staatliche Gewaltmonopol? Ein zerbrechliches Gut. Hobbes würde über unseren Leviathan lachen.

Was macht eigentlich die Regierung gerade? Man wartet wohl noch immer auf die europäische Lösung, die nicht kommen wird und lässt sich in der Zwischenzeit von den Clooneys sagen, dass es toll ist, so viele Flüchtlinge aufzunehmen. Apropos: Was machen eigentlich die USA?

Frankreich hat jetzt ebenfalls keine Lust mehr. Kontingente will man da nicht. Ich kann’s verstehen. Nach neuesten Geheimdienstinformationen ist das Wahrheit geworden, was man ja schon vorher wusste: Terroristen unter den Flüchtlingen. Und wenn sie noch keine Terroristen sind, macht man eben welche aus ihnen. Salafisten und Co. sind schon um sie bemüht. 7.500 von ihnen soll es in Deutschland geben. 420 Personen hierzulande werden darüber hinaus als sogenannte Gefährder eingestuft, die tagtäglich unter Beobachtung stehen. Alle dürfen sie sich hier frei bewegen und den Steuerzahler Millionen kosten. Auch Sabatina James, Hamed Abdel-Samad und die anderen Islamkritiker werden bewacht. Nicht, weil sie eine Bedrohung für andere sind wie Salafisten und Gefährder, sondern weil sie bedroht werden. Von den Anhängern der Religion des Friedens, der Religion der Toleranz und Gleichberechtigung, von der Religion, die nichts mit sich selbst zu tun hat.

Wie gesagt, ich kann Frankreich verstehen. Nach allem, was dort schon passiert ist, hätte ich ebenfalls keine Lust mehr. Man hat ja schon genug mit den eigenen Leuten zu tun, die irgendwann früher ins Land kamen. Wir hingegen können gar nicht genug vom Islam bekommen, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. Die Muslime hier sind viel zu moderat. Wir brauchen den Hardcore-Islam. Leute, die Schwule auf offener Straße mit Gürteln und Christen in Flüchtlingsheimen schlagen. Glühende Antisemiten, die die jüdische Bevölkerung mal wieder das Fürchten lehren. Jaja, das schlechte Gewissen – manchmal vergisst man, weshalb und wem gegenüber man es eigentlich hat.

Es ist wirklich still geworden in diesen Zeiten, in denen ich als Frau zum ersten Mal in meinem Leben mit Pfefferspray und Alarm in der Tasche herumlaufe, in denen sich Menschen bewaffnen und Merkel macht, was sie will. Aber das hat nichts mit dem Islam zu tun, ok? Das wollen wir hier noch einmal festhalten.

Wenigstens der Erziehungsjournalismus funktioniert noch.

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Kommentare {68}

  1. Guten Tag Frau Schunke,
    ein Kollege von Ihnen (Kissler) hat vor einigen Wochen den Zustand unseres Landes in drei einfachen Worten auf den Punkt gebracht: “Deutschland ist peinlich”. (Sehr lesenswert)
    Ich fühle mich bereits seit Mitte September 2015 an den Film “Die Welle” erinnert: Eine Ideologie, ein Führerkult und haufenweise gehirngewaschene Mitläufer, die plötzlich, eingebunden in eine Organisation und mit Aufgaben von “höherer” Stelle betraut, die Gelegenheit bekamen, ihren Selbstwert zu steigern. Das eigene “Ich” dadurch zu definieren und dadurch zu lieben lernen, daß man von anderen plötzlich Anerkennung bekommt. Nichts anderes fand zu Hochzeiten der “Willkommenseuphorie” im vergangenen Sommer und Herbst statt. Die Ideologie hieß: “Wir schaffen das”. Die Führerin hieß und heißt noch immer Merkel. Die Mitläufer sind mitten unter uns. Nach meiner Beobachtung besonders empfänglich und gefährdet: Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, abhängig Beschäftigte, Denkfaule, Beamte, usw. Im Film endete das Chaos nach relativ kurzer Zeit mit einem großen Knall. Den wird es in unserer Realität nicht geben. Deutschland ist vermutlich jetzt schon irreparabel geschädigt. Die Gesellschaft gespalten, eine Regierung kann dauerhaft und ohne Konsequenzen Recht brechen, die Kosten der offenen Grenzen gehen in die hunderte Milliarden und müssen erwirtschaftet werden. Das größte Versagen, neben unserer Politelite sehe ich bei den Massenmedien. Die vierte Gewalt versagt komplett und hat die Situation von Anfang an medial befeuert. Die Massenmedien wollten nicht informieren, sondern tatsächlich “Meinung machen” und zwar in Sinne der Regierung. Das war der Offenbarungseid für unsere pluralistische Zivilgesellschaft. Sie haben Recht: Man gewöhnt sich tatsächlich an diese Verhältnisse, insbesondere an die vereinzelt und an “versteckter” Stelle veröffentlichten täglichen Meldungen über Grabschereien, Räubereien und Messerstechereien. Die Beendigung dieser Situation wird unschöne Bilder produzieren. Vielleicht muß hierfür auch das Recht gelegentlich großzügig ausgelegt werden, um weitere und noch größere Schäden zu verhindern. Wir leben leider in spannenden Zeiten. Um so größer ist Ihr Engagement und das Ihrer Kollegen zu bewerten, die gegen diese Situation anschreiben und offen die Auswüchse und Fehler der derzeitigen Meinungsbestimmer kritisieren. Von rechtswidriger Öffnung der Grenzen über Abschaffung des Bargelds, von political correctness bis zum Wetterbericht von Rosenmontag. Ps. Ich freue mich auf heute abend: Tichy bei Maischberger.

    Dabei wich die veröffentlichte Meinung von Anfang an der

    1. Den angefangenen Halbsatz am Ende bitte überlesen. Sorry.

Kommentare sind geschlossen.