Willwut bei Anne Will

Wie geht das neue deutsche Mantra? Ein Häuflein flüchtlingskrisenverwirrter Politiker trägt es bei Anne Will vor: „Die Fluchtursachen müssen beseitigt werden!“ Die Flucht aus der Realität und eine Rechnung zu Lasten der Wirtschaft - selbst aufgemacht.

Anne_Will_24012016a

Aber was heißt das eigentlich? Das heißt nichts anderes als: „Frieden auf Erden!“ Und dazu passt dann auch die Anwesenheit der evangelischen Kirche in dieser Sonntagabend-Quasselrunde wie die Faust auf’s Auge. Nein, hier geht es längst nicht mehr und niemandem um die Frage, wie bis zu 5 Millionen Zuwanderer konkret untergebracht werden sollen, wie wir ausgesetztes geltendes Recht wieder durchsetzen können, sondern allein noch um gefühlig vorgetragene Meinungsäußerungen in unterschiedlicher Quantität unter Vernachlässigung jeglicher Qualität. Gefühlsfernsehen. Der Christ tönt am lautesten.

Noch eine Runde Realitätsverweigerung

Nennen wir es, wie es heißt: die Merkelsche Realitätsverweigerung pflanzt sich in der gleichen unheimlichen Geschwindigkeit fort, wie die Einwanderung Tag für Tag mehr explodiert. Und als dann Anne Will auch noch die Facebook-Zitat-Karte gegen die AfDlerin Storch zieht, so wie man es aus zu vielen Talkshows mit AfD-Beteiligung kennt: Jetzt wird über AfD-Statements gestritten und alle sind froh darüber, denn über dumme Sprüche zu reden ist leichter, als ernst über die Sache zu verhandeln. So ist die Sendung bereits in das selbe tiefe Loch der Merkelschen „Wir schaffen das“-Ideologie gefallen wie vergleichbare Sendungen zuvor.

Der verlängerte Arm der Kanzlerin, Armin Laschet, kämpft wie ein rheinischer Löwe, um zu bestreiten, was sogar Sigmar Gabriel gegen die Kanzlerin gerichtet hat: Angela Merkel hat eingeladen. Eine Millionen Menschen. Und weitere Millionen haben sich mit der Einladung in der Tasche bereits auf den Weg nach Europa gemacht. Also nach Deutschland, denn nach Rumänien wollen sie nicht, ergänzt Frau von Storch von der AfD. Ja, sie gehen dahin, wo sie willkommen sind und die Leistungen am höchsten bei unkontrollierter Einreise und unmöglicher Abschiebung.

Im Gestern einbetoniert: Die Ober-Evangelische

Heinrich Bedford-Strohm, Präses der Evangelischen Kirchen, betet sie rauf und runter, seine Glaubenssätze, das machen sie immer diese Vorhölle-Heiligen, wenn Politik es nicht mehr schafft, klar zu machen, wie man es veranstalten will, geltendes Gesetz durchzusetzen (ja, darum geht es im Kern immer noch), also wenigstens die bestehenden Asylgesetze anzuwenden: Aber natürlich dafür sind dann alte Grenzen und ihre Sicherung notwendig. Genau dazu sieht man sich aber nicht mehr in Lage. Laschet erklärt es damit, dass man dann die europäische Wirtschaft beschädigen würde: fast so, als wäre ein Supergau der sozialen Systeme die geringere Gefahr. Da wird wieder geflunkert bis an die Decke der Lächerlichkeit. Niemand will den freien Warenverkehr behindern, der Europa wirtschaftlich erst möglich gemacht hat. Aber wenn Griechenland sich weiter weigert, seine Außengrenze zu sichern, werden eben andere Länder dazu übergehen, es zu tun. Es ist gar nicht mehr die Frage, ob Deutschland seine Grenzübertritte kontrolliert (denn nur darum geht es), sondern welche Länder ihre Grenzen zu Deutschland noch offen halten werden.

Ein Schuß in´s eigene Knie: Die Wirtschaft

Und die immer wieder beschworenen 10 Milliarden an Schäden für die Wirtschaft, die ein paar Verbandsfunktionäre in die Welt gesetzt haben: Leute, die Kosten der Flüchtlinge betragen 40 Milliarden. Wenn ihr schon rechnet, dann war diese Rechnung ein Schuß in´s Knie … Aber so weit kommt man bei Will nicht. Die Debatte bleibt im Gestrigen. Die Moderatorin klebt an ihren Karteikärtchen wie ein Oberschüler beim ersten Referat. Ein paar aktuelle Einspieler; also Julia Klöckner fordert einen Plan A2, der das ist, was die SPD als “Transitzone” bereits abgelehnt hat. Sich im Kreis drehen, das nennt man dann Große Koalition. Dazu passt, was auf Twitter ein “Erich Honecker” formuliert: “Genossen, mittlerweile ist die SPD derart am Ende, dass es nicht mal mehr für einen Sitz in `ner Talkshow reicht!”. Die SPD findet als Einspieler in Person von Ralf Stegner statt, der natürlich die Transitzone wieder mal ablehnt und Julia Klöckner wieder auf der Stelle treten lässt, seinem Parteichef in den Hintern tritt und uns allen auch.

Nein, wir können das Elend der Welt nicht besiegen, indem wir die Elenden der Welt nach Deutschland holen: Aber die Politik, diese Friedrichs und Laschets, die an der stabilen Silberkreuzkette der selbstgefälligen Mahner der sozialistisch-befeuchteten deutschen Christenkirchen hängen, haben aufgesteckt wie artige Pudel. Sie wissen keine Lösung, aber sie tun immer noch so, als hätten sie eine. Niemand weiß, wer es und wie lösen könnte. Aber müssen wir deshalb an denen festhalten, die offensichtlich nur vorgeben eine Lösung parat zu haben? Vielleicht lockt ja die Lücke neue Problemlöser hervor. Schlimmer als Nichtstun kann es ja kaum kommen.

Ein Trauerspiel auf niedrigstem Niveau, dem neuen Niveau der Kanzlerin. Aber wenn alles vakant geworden ist, wenn sich die Hiobsbotschaften auftürmen und sich die europäische Welt gegen dieses Deutschland auflehnt, dann mag es zwar noch eine Reisefreiheit geben, aber wer traut sich als Deutscher dann überhaupt noch ins europäische Ausland?

Kanzlerin Merkel hat in Freiburg in etwa erklärt, erst die nächsten Generationen werden ihre Heldentat überblicken können. Und so langsam verstehen immer mehr Deutsche, was sie damit gemeint hat: Sie meinte die Nachkommen dieser Millionen Flüchtlinge, die sie gerufen hat. Aber wenn sie sich da mal nicht irrt. Möglicherweise wird sie von diesen entwurzelten Menschen, die dann in dritter und vierter Generation von einer immer magerer gewordenen Stütze, ohne Aussicht auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz leben müssen, am meisten gehasst werden. Ach so, wir wollten ja hier diese Anne Will Sendung etwas genauer besprechen. Aber wozu eigentlich? Und dazu passt es dann auch, dass wenig später bei “ttt” an die Dadaisten erinnert wird. Wie heißt es da noch? Nach Dada war alles anders.

Unterstützung
oder

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ihre Argumente, Gedanken oder Informationen zum kommentierten Beitrag bringen wir ganz oder gekürzt mit Ihrem Nutzernamen und ohne Ihre E-Adresse, wenn wir Ihren echten Vor- und Nachnamen erfahren.

Kommentare {76}

  1. Die Kirchenoberen predigen unter Berufung auf christliche Werte der Nächstenliebe die unbebremste Zuwanderung u. sind noch nicht einmal in der Lage, die Not ihrer Glaubensbrüder in den Ländern der Christenverfolgung und hier im Inlaned zu benennen u. zu unterbinden. Nicht nur Dld. als Staat u. Kultur schafft sich dank Merkel u. ihrer Abnicker ab, sondern die Insititutionen der beiden großen christlichen Kirchen tun es ihr bei der Gelegenheit gleich nach u. sind in ihrer Heil versprechenden Verblendung noch nicht einmal in der Lage, das auch nur ansatzweise zu realisieren.

    1. Ja richtig und die Scheinheiligkeit der Kirche ist das wirklich Erschreckende. Hauptsache Mitgefühl heucheln, aber darüberhinaus keinen Finger für die wirklich Bedürftigen krümmen. Warum sind denn die Kirchen immer noch so reich, wenn sie doch ihr ganzes Habe den Armen geben könnten? Warum sitzt der Pfarrer nicht im Büßerhemd bei Will, sondern schaut ganz besonders geschniegelt in die Runde und reißt das Maul auf- wir sollen gefälligst die Welt retten. Welcher Tor glaubt solchen perfiden Schwindel noch? Mit Realitätsverlust hat dies wirklich nichts zu tun- das ist Betrug am eigenen Volk, in der Absicht über das Elend von Millionen zur absoluten Macht zu kommen. Aus Chaos entsteht die neue Ordnung, nicht wahr Frau Merkel?

  2. Eine sehr treffende Analyse.
    “Ein Moderator ist eine Person, die ein Gespräch lenkt oder in einer Kommunikation vermittelt”. Diese Aufgabe hatte Anne Will zu nicht erfüllt.
    Das Vorlesen des Face-Book Eintrags von Fr. von Storch sollte doch aus-
    schließlich der Bloßstellung dienen.” Heinrich Bedford-Strohm, Präses der Evangelischen Kirchen, betet sie rauf und runter, seine Glaubenssätze”. Muß er doch, wenn Gesetze nicht mehr gelten muß der Glaube her, damit “Wir schaffen das” noch irgendwie begründet werden kann. Das Wort Glaube bezeichnet eine Grundhaltung des Vertrauens, v. a. im Kontext religiöser Überzeugungen. Sachliche Argumente für Vertrauen sind nicht mehr vorhanden.

  3. Auch ich habe die Talkrunde mit Anne Will (sie überhaupt?) am vergangenen Sonntag gesehen.
    Ich kann Herrn Wallasch´s Eindrücke nur bestätigen, wobei ich mich am meisten an der sklavischen Kanzlerinnen-Ergebenheit Herrn Laschets und der Scheinheiligkeit Herrn Bedford-Strohms gerieben habe.

    Aber der Reihe nach:

    Anne Will: Auch ihre Mimik läßt Sie nicht schlauer ausschauen. Die Rolle einer kritischen Journalistin, die un-ideologisch nachhakt, hat Anne Will mit Sicherheit nicht eingenommen. Eher war leider wieder eine schon bekannte Tendenz zum nicht Zuhören und zum unfreundlichen Unterbrechen der Gäste bei ihr festzustellen.

    Hans-Peter Friedrich: Na, er hat es versucht, aber für ihn gilt das gleiche wie für seinen Chef Seehofer: Bellende Hunde beißen nicht. Außerdem war und ist er zu feige, um Dinge wirklich mal beim Namen zu nennen.

    Armin Laschet: Meine persönliche Sicht: Abgehalfterter Landespolitiker, der verzweifelt versucht, noch einen Job bei Mutti zu bekommen. Aber auch mit Schleimen wird es nichts werden.

    Heinrich Bedford-Strohm (B-S): Die Scheinheiligkeit war mächtig vertreten. Nur emotionale Sprüche, mit nichts dahinter. Wenn Herr B-S wirklich mit seinem Verein helfen wollte, dann müßte er von den Milliarden, welche die Kirchen jedes Jahr über die Kirchensteuer und andere staatliche Beihilfen erhalten, seine Mannen mobilisieren und in den Ländern, aus denen die Menschen vor dem dort stattfindenden Elend fliehen, HELFEN.
    Dann könnte er sehr viel bewirken!
    Natürlich will er das gar nicht, denn die Kirchen in Deutschland leben SEHR GUT von dem Migrantenstrom und können sich gar nichts Besseres vorstellen, als, daß immer noch mehr kommen.

    Beatrix von Storch: Einigermaßen schlagfertig und in meinen Augen der Realität am nächsten.
    Der Spruch mit Mutti´s Ruhesitz in Südamerika (die einen sprechen von Chile, die anderen von Paraguay) war natürlich eine lustige Sache, die die Runde etwas aufgeheitert hat.
    Ob Angie im Herbst 2016 nach getaner Arbeit dorthin zieht, oder als eventuelle neue UN-General-Sekretärin weggelobt wird, ist mir persönlich egal.
    Hauptsache, weg!

    “Hauptsache, weg!” löst die nächste Frage aus, wer folgt Merkel als Bundeskanzler?

    Mein Vorschlag wäre: Jens Weidmann, zur Zeit Bundesbank-Präsident.

  4. Alle Kommentatoren regen sich zu recht über die niveaulosenen, regierungsfreundlichen Redeschaus ( Talkshows ) auf. Nicht nur hier bei Tichys, sondern auch auf vielen anderen Internetseiten etc. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen so inkonsequent sind und sich das immer wieder antun, wohlwissend, daß sie sich wieder ärgern werden. Es gibt doch keine neuen Erkenntnisse und keinen Unterhaltungswert. Also warum boykottieren Sie nicht diese Sendungen. Wenn das alle Unzufriedenen machen würden, würde sich das auch in den Einschaltquten deutlich bemarkbar machen.

    1. Man sollte schon wissen, mit welchen Informationen die Gesellschaft zugeschwallt wird… und man kann nachvollziehen, wie und warum so mancher Zeitgenosse eben genau so argumentiert.

  5. Ich habe gestern nur kurz bei Will reingeschaut und bin dabei auf Bedford-Strohm gestoßen. Die Lobeshymnen, die der Mann zur Willkommenspolitik in Deutschland im Ausland vernommen haben will, offenbaren einen (seinen) tiefen nationalen Narzissmus. Wie (wenig) relevant sind denn solche Lobeshymnen neben der Frage, ob die Willkommenspolitik im Inland funktionieren kann oder im Gegenteil das Land in furchtbare Konflikte stürzt?

  6. Gut Herr Wallasch, inhaltlich und stilistisch auf dem Punkt. Und man bleibt sprachlos zurück… Nur eines tröstet, dass die an der staatlichen Silberkette hängenden Kirchen genauso verlieren wie die etablierten Parteien.

  7. Der Einspieler Facebook/v. Storch war natürlich eine Superleistung von Will.
    Komischerweise macht man so etwas immer gerne mit der AfD. War schon zu Luckes Zeiten so, dass man sich ein AfD-Mitglied i.d. Art und Weise hernimmt. Ja, würden es Will und ihre Kollegen mit der SPD tun, der Oberzwitscherer Stegner bietet reichlich Stoff dazu.
    Bei allem, d. Kommentar von Frau v. Storch, finde ich auch nicht gut, wenn man sich auf Gerüchte stützt, frage ich mich schon – was soll das?
    Doch bezügl. der Empörung d. Publikums und Anwesenden muss ich doch schon fragen, warum empören sie sich nicht über d. Bundesregierung, d. Rechtsstaatlichkeit ausgesetzt hat ? Nun ja, das Publikum ist nicht repräsentativ, sind bestellte Klatscher, das ist so durchsichtig !

    Heute wird v. d. Polizei (H. Wendt) dementiert was d. Innenministerium gestern zum Besten gegeben hat: die Zurückweisungen wären täglich um die 200, die Menschen, um die 2.500/tägl. würden registriert u. kontrolliert. Das stimmt alles nicht, man will uns etwas Glauben machen was nicht der Realität entspricht. Laschet und Konsorten halten uns bewusst dumm, es wird gelogen was das Zeug hält. Danke Herrn Wendt für die Richtigstellung.

    Wie hat sich Laschet gegenüber Fr. v. Storch ausgedrückt, sie sei Untergrenze, das ist schon sehr beleidigend. Die Hofschranzen von Merkel schrecken vor nichts zurück.
    Für mich ist die Untergrenze jeglicher Rechtsstaatlichkeit, jeglicher Realitätswahrnehmung mit Politikern wie Laschet erreicht. Zum Kirchermann sage ich lieber nichts, der schwimmt auf seiner Gesinnungwelle – fern vom restlichen Europa, fern von aller Welt.

  8. Ich danke Ihnen.

  9. Zunächst danke Herr Wallasch, dass es nicht nur mir so geht. Sie wissen schon – geteiltes Leid ist halbes Leid…

    … und dann gibt es Menschen, die postulieren hinter der ganzen Realitätsverweigerung einen genialen Plan unserer Bundeskanzlerin Merkel. Die Folgen der genialen Ergüsse von Frau Merkel sehe ich tagtäglich in den unterschiedlichsten Lebensbereichen..

    Dazu kann man in kaum einem Medium, Print, Radio, Fernsehen noch entspannt dem Inhalt folgen, ohne dass man in irgendeiner Weise sich spätestens hinterher für dumm verkauft fühlen muss – gemessen an der selbst erlebten Realität.

    Soll doch einmal ein Psychologe darlegen, welche Folgen so eine Verdummungs-dauerberieselung hat.

    Und Verweigerung ist auch keine Lösung – nicht jeder ist zum Eremiten geboren.