Nach sexuellen Übergriffen in Köln: Medienversagen gefährdet den sozialen Frieden

Meinungsführer-Medien verschweigen den Gewalt-Skandal nordafrikanischer Banden am Kölner Hauptbahnhof. Polizisten beklagen die Untätigkeit der Justiz.

Christian Mueller / Shutterstock.com
Christian Mueller / Shutterstock.com

So viel zum Fall und dem, was bis jetzt bekannt ist. Wo setzt nun die Medienkritik an? Dazu bedarf es einer Offenlegung der bisher verwendeten Quellen. Eine der Quellen zum Tathergang und den Hintergründen ist der bereits erwähnte Kölner Express. Bei der zweiten Quelle handelt es sich um FocusOnline. Googled man gezielt nach den Vorkommnissen, erhält man zudem eine spärliche Auswahl an weiteren Berichten aus der Regional- und Lokalpresse und auch der WDR hatte zumindest eine kurze Meldung verfasst. Die meisten dieser anderen Berichte beschränken sich jedoch auf die Erstinformation. Weiterführende Artikel, aktuelle Berichte über den neusten Stand der Ermittlungen, weitere Informationen, die inzwischen durchgesickert sind? Fehlanzeige. Es bleibt beim Kölner Express und FocusOnline. Zwei Quellen, die zugegebenermaßen nicht meine erste Wahl sind, aber sie sind in diesem Fall die einzigen, wenn man den Fall irgendwie auch nur ein wenig weiterverfolgen möchte.

Nachrichtenportale und TV: Funkstille

Von den überregionalen großen Nachrichtenportalen, den großen, etablierten Medien brauche ich gar nicht erst anfangen. Die traurige Wahrheit: Kein einziger Bericht über die Vorkommnisse in Köln. Zero. Nada. Zudem keine einzige Nachrichtensendung im Fernsehen, die über den Fall berichtet. Da werden mitten auf der Straße, im öffentlichen Raum, zahlreiche Frauen von einer Gruppe aus 40-50 Männern fast vergewaltigt (wobei schon die begangene sexuelle Belästigung ausreicht, um tiefe Spuren in der Psyche junger Frauen zu hinterlassen) und wirklich keine große Nachrichtenseite scheint das auch nur annähernd für erwähnenswert zu halten. Für mich ein waschechter Skandal!

Unweigerlich wirft das die Frage auf: Wie weit darf mediale Verschwiegenheit aufgrund etwaiger Erwägungen bzgl. des sozialen Friedens in einem Land gehen? Und wird der soziale Friede wirklich dadurch gewahrt, dass man Dinge verschweigt, die früher oder später ohnehin durch Social Media und Co. herauskommen? Macht man letzten Endes damit nicht alles noch viel schlimmer? Zerstört man damit nicht einmal mehr das ohnehin nur noch spärlich vorhandene Vertrauen der Mehrheitsgesellschaft in die Politik und vor allem das Vertrauen gegenüber den Medien?

Wer meine vorangegangene Serie, insbesondere den zweiten Teil gelesen hat, der kennt meine Antwort. Dennoch ist es für mich immer wieder erstaunlich, wie sehr man sich bei den etablierten Medien darum bemüht, dem pegidaischen Vorwurf der „Lügenpresse“ gerecht zu werden, auch wenn man weniger lügt, denn verschweigt oder ignoriert. Dabei ist dieses Verhalten nicht nur ein falsches Signal für die gesamte Flüchtlingsproblematik und dem Umgang mit ihr, es befeuert auch eine zunehmende Pauschalisierung von Seiten der Gesellschaft.

Wenn der Eindruck erweckt wird, dass weder Politik noch Presse bei Flüchtlingen differenzieren, dass man es nicht für wichtig erachtet, zu erwähnen, welchen Hintergrund die Täter haben, wenn es schlussendlich ohnehin herauskommen wird, der sorgt dafür, dass die Bürger auch nicht mehr differenzieren. Nur eben in umgekehrter Richtung.

Medienversagen schadet dem sozialen Frieden

Wenn die Politik nicht konsequent all jene abschiebt, die kein Recht auf Asyl haben, wenn die Justiz nicht konsequent jene bestraft, die sich eines oder mehrerer Vergehen schuldig gemacht haben und wenn die Presse Informationen über die Herkunft der Täter verschweigt, obschon diese schon längst durchsickern, dann tut man nicht nur den deutschen Bürgern keinen Gefallen, man tut vor allem auch jenen Flüchtlingen keinen Gefallen, die absolut friedlich hier leben und eine gute Chance haben, ihren Platz in dieser Gesellschaft zu finden.

Wer das Gefühl hat, dass man den, der einmal hier ist, egal was er tut, nicht mehr los wird, dass man von den Medien noch dazu das Gefühl vermittelt bekommt, dass man das, was schiefläuft, gar nicht erst erfährt, der ist nur allzu oft irgendwann dafür, dass man gar keinen mehr hereinlässt, weil ihm das Risiko als nicht mehr überschaubar erscheint.

Es wäre also gerade im Sinne des sozialen Friedens, des friedlichen Miteinanders und der Bereitschaft zur humanitären Hilfe, würde man endlich anfangen, die deutsche Bevölkerung wie mündige Bürger zu behandeln, denen man die Karten auf den Tisch legt. Natürlich kommt es dadurch zu Verunsicherungen, aber sie werden nicht größer sein, als sie jetzt durch das diffuse Misstrauen gegenüber Staat und Medien sind.

Ich für meinen Teil werde weiter an dem Fall in Köln dranbleiben, denn nicht zuletzt ist der Umgang der Medien mit diesem Thema auch ein Schlag ins Gesicht für jedes Opfer dieses Übergriffes.

Nachtrag: Mittlerweile soll es sich um mehr als 1.000 aus Nordafrika stammende Männer handeln, die sich in der Silvesternacht an besagtem Ort aufhielten. Bislang gingen 60 Anzeigen ein, darunter eine wegen Vergewaltigung. Seit heute ca. 17 Uhr berichten auch die großen Presseorgane aufgrund des Drucks in den sozialen Medien über das Thema.

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Kommentare {179}

  1. […] Deutlich konkreter war der ebenfalls verlinkte Artikel Nach sexuellen Übergriffen in Köln: Medienversagen gefährdet den sozialen Frieden von Anabel Schunke. Meedia-Autor Stefan Winterbauer scheint der Artikel gar nicht gefallen zu […]

  2. Versagen und Versager/Verraeter kann man sehr leich auf verschiedenen Ebenen ausfindig machen!
    Die Opfer und wahrscheinlich die Polizisten vor Ort haben sich gar nichts vorzuwerfen. Verursacherin sitzt im Kanzleramt, nicht nur wegen der offenen Grenzen sondern weil sie die verbreitete Gesetzlosigkeit in Umgang mit Kriminalitaet und auch mit Migration nicht schon vor Jahren energisch bekaempft hat. Nein sie liess diese Errosion zu, sie gab nach um eigene Macht mit Hilfe der Linken und Gruenen zu erhalten!

    Meiste Medien dienen nur bereitwillig und sind voll unterwandert von kleinen jungen Dummkoepfen, Karrieristen, linken und gruenen Aktivisten und natuerlich Versagern. Erfahrene, gestandene Journalisten gibt es auch wie wir sehen! Es sind aber viel zu wenige die Mut haben.

  3. Eine interessante mediale Wendung. Ab 2.1.16 haben sich die ARD-Anstalten (abgesprochen?) dafür entschieden, daß diese Niedertracht gegen Frauen gar nicht geht. Und seither erleben wir auch tatsächlich einen medialen Tsunami. MERKE: Polizei, Verwaltung, Gerichte, Politiker müssen ihre mediokre Verniedlichungsstrategie gegenüber der Islamkultur aufgeben, wenn die starke ARD ( WDR, ZDF usw) es will. Dort sitzt Macht. Eine Macht, die bis jetzt stets PRO ISLAM manipuliert hat. Wachen die jetzt endlich auf ?

  4. Gut beobachtet. Zum Glück gibt es soziale Medien, denn die Garanten der Meinungsvielfalt, die mittels Zwangsgebühr finanzierten öffentlich rechtlichen Medienanstalten mussten erst überlegen ob und wieviel von der Wahrheit man dem Zuschauer zumuten darf. Deshalb haben Sie auch auf Augenzeugenberichte verzichtet und stattdessen Politiker in Berlin befragt. Eine Schande für die 4. Gewalt. Eine gute Gelegenheit die Zwangsfinanzierung in Frage zu stellen. Übrigens bei T-online gibt es Augenzeugenberichte !

  5. Einseitige Berichterstattung gerade der Leitmedien richtet großen Schaden an und ist zunächst ein grober journalistischer Verstoß. Da die Chefredakteure aber keine Amateure sind, bleibt nur die Erkenntnis, dass sie bei heiklen Dingen wohl massiv unter Druck gesetzt werden.. Die Parteien, die in den Gremien zB. des Fernsehens sitzen, gucken nach oben, und wir bekommen dann zu sehen und hören, was wir gefälligst zu denken haben. Pferde tragen Scheuklappen, damit sie nur in die vorgegebene Richtung schauen.

  6. Dies wartet darauf, von DIE WELT genehmigt zu werden.
    Schwarze Listen bei Zeitungen, bei Sendern, bei den Geheimdiensten sind doch nicht mehr von der Hand zu weisen. Gibt es auch bereits Vorkehrungen für Lagereinweisungen für Bürger, die sich gegen diese Politik der verantwortungslosen Politiker wehren? Oder will man diese in der Psychatrie verschwinden lassen ? Diesem Staat kann man langsam jede Schlechtigkeit zutrauen.Jeden Tag kommen noch immer tausende Scheinasylanten und Wirtschaftsflüchtlinge in unser Land. Die Kosten gehen in die hunderte Milliarden, die die deutsche Bevölkerung und die hier lebenden friedlichen Ausländer erarbeitet haben.Merkel hat Hunderttausende unkontrolliert in unser Land gelassen und wir müssen es jetzt ausbaden. Zensiert werden diese Kommentare wieder, wie es WELT , ZEIT ONLINE usw. schon mit hunderttausendenden Leserkommentaren gemacht hat, die nicht auf Linie sind.

  7. Sehr geehrte Kollegin,

    die Sache mit dem Slip können Sie nicht so stehen lassen, weil sie den Eindruck erwecken, die Frau wäre der Jahreszeit entgegen völlig unangemessen gekleidet gewesen, nämlich hochsommerlich und damit “selber schuld”. Entweder entspricht das der Wahrheit oder ihr wurde die Strumpfhose oder die Hose vom Leib gezerrt und zerrissen, dann schreiben Sie das aber bitte auch!

    Ich finde es beschämend, dass Sie als Frau hier in diesem bitteren Zusammenhang die Formulierung verwenden, “sich nachts allein auf einem Bahnhof herumtreiben”. Die Frauen sind auf dem Heimweg gewesen, an Silvester, wo sich in einer Großstadt ziemlich viele Menschen auf den Heimweg machen nach Mitternacht. Was soll dieser Jargon, herumgetrieben haben sie sich sicherlich nicht. Und möglicherweise sind sie zu zweit oder zu dritt gewesen, das wissen Sie doch gar nicht, Frau Schunke, möglicherweise haben sie nichts von den seit Monaten andauernden Zuständen rund um den Kölner Hauptbahnhof gewusst, weil sie von auswärts kamen und waren der Annahme, dort sei ausreichend Polizei, Überwachung etc. Ich meine, es ist immerhin Köln, da würde ich ausreichend Sicherheit vermuten. Den Frauen ist absolut nichts vorzuwerfen!

    Mit freundlichem Gruß aus Berlin!

    Saskia Fischer

  8. “Viele von ihnen kämen auch nicht direkt aus ihren Heimatländern, sondern seien über Spanien und Frankreich, wo sie ebenfalls eine Zeit lang gelebt hätten, eingereist. Dazu ein Zivil-Ermittler: „Sie wissen genau, dass ihnen in Köln nichts passiert. Die Justiz ist lasch und ihre Asylverfahren ziehen sie mit juristischen Tricks in die Länge.“

    Hier liegt ein jahrelanges Versagen der Medien, auch der Justiz vor,
    welches systematisch “ausgeblendet” wurde und immer noch wird:
    http://www.focus.de/politik/deutschland/tania-kambouri-beleidigungen-und-gewalt-streifenpolizistin-schildert-ihren-schockierenden-alltag_id_4993177.html

    Es nun auf die Kanzlerin und ihr “wir schaffen das” zu reduzieren,
    zeigt an, wie Meinungen und Ansichten weiterhin erfolgreich “andressiert” werden.

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