So macht man Neonazis Freude

Linke und rechte Medien werfen sich erfundene Opfer vor. Jüngstes Opfer des Eifer-Journalismus ist SPIEGEL-Online, wo ein erfundener Nazi-Angriff aufbauscht wird. Dies ist ein Aufruf, endlich wieder zu Maß und Mitte zurückzukehren und Gewalt zu bekämpfen, statt für politische Spielchen zu instrumentalisieren.

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Linke und rechte Medien werfen sich erfunden Opfer vor. Jüngstes Opfer des neuen Eifer-Journalismus ist SPIEGEL-Online, wo ein erfundener Nazi-Angriff aufbauscht wird. Dies ist ein Aufruf, endlich wieder zu Maß und Mitte zurückzukehren und Gewalt zu bekämpfen, statt für politische Spielchen zu instrumentalisieren.

Zahlreiche Medien vom „Tagesspiegel“ bis zur „Berliner Zeitung“ hatten ihn schon als linken Märtyrer gefeiert, zuletzt heute wieder Georg Diez auf „Spiegel-Online“: Julian Kinzel von der Linkspartei (Schwerin). Der war angeblich am 4. Januar von Rechtsradikalen unter dem Ruf „Schwule Kommunistensau“ mit 17 Messerstichen schwer verletzt worden. Nun hat der NDR ernsthafte Zweifel am Wahrheitsgehalt der Geschichte angemeldet, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn.

Die Linke (Schwerin) berichtete, was dann zahlreiche große Medien fast 1:1 übernahmen, zuletzt noch das Portal „telepolis“ in einem Artikel vom 10. Januar von Peter Nowak: „Am Montag wurde das Kreisvorstandsmitglied der Schweriner LINKEN, Julian Kinzel, in Wismar Opfer einer Messerattacke. Die drei Täter schlugen ihn nieder und stachen, nach Aussage der behandelnden Ärzte, mit einem Messer etwa 17 mal auf ihr Opfer ein. Dabei wurde er als „schwule Kommunistensau“ beschimpft. Dies und die Bekleidung eines der Täter mit szenetypischer Bekleidung (Thor Steinar) nähren den Verdacht, dass es sich um eine rechtsextremistisch motivierte Straftat handelt.“

Wo bleibt Euer Aufschrei gegen die Rechtsradikalen?

Stets war und ist das Fazit fast aller Berichtenden: ein typischer Fall von rechtsradikaler Gewalt gegen Andersdenkende und Schwule. Diese sei, wie der Fall Kinzel anschaulich zeige, enorm im Zunehmen. So etwa Nowak in seinem Beitrag: „Seit Monaten erleben wir einen zunehmenden Extremismus von rechts, eine zunehmende Radikalisierung, die bis in die Mitte der Gesellschaft reicht.“ Ähnlich auch heute Georg Diez auf Spiegel-Online, der aus den angeblichen Verletzungen gleich ein „niedergestochen“ macht und wichtigtuerisch mit einem Haschtag-Zeichen versieht: „In Wismar wurde diese Woche ein Politiker der Linken niedergestochen. Wo blieb da der #aufschrei?“

Der NDR, der den Fall ursprünglich überhaupt erst bekannt gemacht hatte, hat nun seine Arbeit getan und genauer nachgefragt. Dabei sind erhebliche Zweifel an den Aussagen des Linkspolitikers entstanden. Inzwischen ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft gegen den jungen Mann wegen Vortäuschung einer Straftat: „Nach den durchgeführten Ermittlungen kommen wir zu dem Ergebnis, dass Julian Kinzel den in seiner Strafanzeige beschriebenen Überfall auf ihn in Wismar lediglich erfunden hat“, teilte der Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft laut Angaben der Lokalpresse mit.

Von Anfang an habe es Verwunderung darüber gegeben, „dass das Opfer nicht sofort die Polizei gerufen hat, sondern erst einen Tag später eine Anzeige aufgab. Die Meldung geschah wiederum auch nur über die sogenannte Internet-Wache, also nicht persönlich bei der Polizei. Julian Kinzel war dann lange nicht zu erreichen, nicht für die Medien, nicht einmal für die Polizei.“

Das gleichmäßige und oberflächliche Wundbild passt nicht zur Tatbeschreibung Kinzels. Die Polizei hatte offensichtlich von Anfang an Zweifel an dem Bericht des Linkspolitikers, denn sie ließ ihn gerichtsmedizinisch untersuchen: „Über den Befund wurde aber noch nichts mitgeteilt. Der NDR Reporter zeigte die Aufnahmen aus dem Nordmagazin-Beitrag einer befreundeten Gerichtsmedizinerin aus einem anderen Bundesland. Ihre Antwort ist nicht als Gutachten zu verstehen und bezieht sich nur auf den Blick auf die Filmaufnahme. Die Medizinerin sagte, es sei äußerst unwahrscheinlich, dass ein solches so gleichmäßiges und oberflächliches Wundbild nach einem mit dem dick bekleideten Arm abgewehrten Messerangriff entstehe.“

Auch die Partei „Die Linke“ äußert sich inzwischen vorsichtiger. Der NDR resümiert: „Die vom NDR Reporter zusammengetragenen Informationen deuten darauf hin, dass es zumindest bei einem Teil der Darstellungen des Opfers und seiner Partei sehr begründete Zweifel geben kann.“

Ein weiterer schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit von Medien und Parteien

Der mit der Geschichte des linken Widerstands gegen den Rechtsradikalismus Vertraute wird da wohl auch an den Fall Mittweida denken: Dort hatte sich laut Gerichtsurteil 2007 eine junge Frau selbst ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt und dann behauptet, von Neonazis überfallen worden zu sein, nachdem sie einem Flüchtlingskind hatte helfen wollen.

Dass derzeit – angesichts der Ereignisse der Silvesternacht – die linken Erklärungsmuster für die Probleme unserer Gesellschaft immer weniger greifen, ist offensichtlich. Auch dass man, da man manche Dinge nicht mehr leugnen kann, nun Fakten, vor denen vor allem Konservative und Rechte gewarnt haben, relativiert, scheint psychologisch verständlich. Auch dass viele Medien bis heute die eindeutig politisch motivierte Berichterstattung des „Opfers“ unkritisch übernehmen, arbeitet bei den Bundesbürgern weiter an deren erdrutschartigem Glaubwürdigkeitsverlust.

Sollte der NDR aber mit seiner Annahme, dass hier eine Straftat vorgetäuscht wurde, recht haben, dann dürften die wenigsten Menschen für ein solch ideologisch motiviertes Lügen noch Verständnis aufbringen. Vermutlich am allerwenigsten die wirklich gegen den Rechtsradikalismus und Homophobie Engagierten, deren Kampf durch solch eine Aktion weit zurückgeworfen wird.

Wäre ich ein Rechtsradikaler würde ich mich bei SPON-Journalisten wie Diez ganz persönlich bedanken. Denn die eigentlichen Profiteure solch halbseidener Aktionen sind tatsächliche Rechtsradikale, die sich ob der beschriebenen sinisteren Geschehnisse ganz gehörig ins Fäustchen lachen werden.

Da könnte man die Kollegen Diez & Co fragen: „Wo bleibt euer #Aufschrei gegen solchen den Rechtsrutsch herausfordernden Journalismus?“  Gewalt ist abscheulich. Gewalttäter sollten bekämpft werden – nicht instrumentalisiert.

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Kommentare {18}

  1. Autor Berger verspricht mehr, als er in seinem Artikel halten kann: “Linke und rechte Medien werfen sich erfundene Opfer vor.” – Dass die Vortäuschung von rechten Straftaten eine beliebte Taktik der Linken ist, beweisen zahlreiche Vorkommnisse der letzten Jahre. Die Linken fast aller Schattierungen haben dabei auch keinerlei Gewissensbisse. Entspricht doch das Lügen und Betrügen der marxistischen Dialektik im Kampf gegen den Klassen- und neuerdings auch gegen den “Rassen”-feind. Auch im Großen wird ja bekanntlich hemmungslos gelogen, um die linke Weltsicht gegen die Realität und die Bevölkerungsmehrheit durchzuboxen (Stichwort “Lügenpresse”).
    Doch wo bleiben in dem Artikel Bergers spiegelsymmetrisch die durch Rechte vorgetäuschten linken Straftaten? Im Artikel finden sie nicht statt und auch nicht in den rechten Medien. Ganz einfach deshalb nicht, weil die Rechte nicht mit solchen fiesen Methoden arbeitet. Sie sind wieder einmal ein gedankliches Alibi-Konstrukt eines bürgerlich-konservativen Autors, der damit seine Äquidistanz zu den beiden politischen Flügeln andeuten will. Nur ja nicht in den Verdacht kommen, man sympathisiere mit der deutschen Rechten! Dabei ist doch für jedermann erkennbar, dass man sich jetzt oder ganz demnächst entscheiden muss, ob man auf der Seite der zerstörerischen Linken und Merkel-Bürgerlichen oder aber auf der Seite der die Nation, die bürgerlichen Freiheiten und den Rechtsstaat verteidigenden Rechten steht. Lauwarme Bekenntnisse zu irgendetwas werden demnächst nicht mehr angenommen in diesem Theater.

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