EZB – Schlecht leben mit Negativzinsen

Wir zahlen Geld an den Staat, wenn er einen Kredit bei uns aufnimmt. Anleihen für Billionen haben negative Renditen. Auf Dauer hat der Negativzins aber perverse Auswirkungen.

matthi / Shutterstock.com
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Würden Sie dem Staat Geld einfach so schenken? Sie geben ihm einen Kredit und bekommen am Ende weniger zurück. Ein schlechtes Geschäft, von dem man die Finger lässt – aber Sie tun es doch! Wenn Sie beispielsweise eine Lebensversicherung haben, dann sind Sie indirekt Besitzer von Anleihen mit negativer Rendite.

Inzwischen sind deutsche Staatsanleihen mit Laufzeiten bis acht Jahren ein Negativgeschäft. Inklusive aller Zinsen bekommt man am Ende weniger Geld zurück, als man eingesetzt hat. Für die zehnjährigen Papiere gibt es noch eine Mini-Positivrendite. Vergangene Woche war sie auf 0,11 Prozent gesunken, jetzt liegt sie minimal höher. Viele Beobachter halten es für gut möglich, dass die Rendite der Zehnjährigen in diesem Jahr erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik unter null sinken könnte.

Die große Geldflut und der Renditeverfall

Ein Hauptgrund für den beispiellosen Verfall der Zinsen weltweit ist die Geldflut der großen Notenbanken, die seit der Finanzkrise die Leitzinsen praktisch bei null halten und zugleich in Billionen-Umfang Anleihen kaufen. Das treibt deren Kurse in die Höhe und drückt umgekehrt die Renditen. Die Europäische Zentralbank hat vor einem Jahr mit ihrem umstrittenen Kaufprogramm angefangen. Anfangs war es auf 1,14 Billionen Euro angelegt, dann wurde es verlängert, so dass es bis März 2017 auf 1,5 Billionen Euro kommen wird. Inklusive der Reinvestition auslaufender Anleihen sind es sogar 1,8 Billionen Euro. An diesem Donnerstag könnte der EZB-Rat eine weitere Aufstockung in Richtung 2 Billionen Euro beschließen. Andere Zentralbanken haben teils noch mehr gekauft. Es kann wohl kaum ein Zweifel daran bestehen, dass die gewaltigen Kaufprogramme den entscheidenden Anteil am Renditeverfall seit letztem Winter hatten.

Zugleich bewirkt die EZB-Politik, etwa das „Whatever it takes“-Versprechen von Draghi, dass die Renditeunterschiede in Europa eingeebnet werden. Selbst hochverschuldete Länder wie Italien (Staatsschuldenquote 135 Prozent) können äußerst günstig neue Schulden aufnehmen. Bis zu einer Laufzeit von fast drei Jahren zahlt der römische Finanzminister gar keine positiven Zinsen, für die Zehnjährigen nur 1,4 Prozent.

Selbst höchstverschuldete Länder können Geld fast zum Nullzins aufnehmen. In Japan, das 250 Prozent Schuldenquote hat, sorgt die Zentralbank im Verein mit der staatlichen Postbank dafür, dass die Zinsen auf Mini-Niveau und teils im Negativbereich bleiben. Die Bank of Japan ist Hauptabnehmer der Staatsanleihen geworden, rund die Hälfte des Staatsdefizits wird durch die Notenpresse finanziert.

Etwas anders liegt der Fall der Schweiz. Dort hat die Notenbank die Zinsen auch für mehr als zehn Jahre in den negativen Bereich gedrückt, weil sie damit die Aufwertung des Frankens stoppen will. Insgesamt sind auf den internationalen Finanzmärkten Anleihen im gigantischen Volumen von 5,9 Billionen Dollar so bewertet, dass sie negative Renditen haben, haben jüngst die Ökonomen der Bank JP Morgan Chase ausgerechnet.

Aber warum kaufen Anleger freiwillig Papiere, die ihnen eine negative Rendite bringen? Sind Masochisten auf den Finanzmärkten unterwegs? Nicht unbedingt. Es kann rationales Anlegerverhalten sein, beim Kauf solcher Papiere auf steigende Kurse zu spekulieren. Aber wer die Papiere längerfristig bis zum bitteren Ende hält, der macht unweigerlich Verluste.

Institutionellne Anlegern fehlt Wahlfreiheit

Warum halten dennoch gerade die großen, institutionellen Anleger solche Papiere? Sie haben kaum eine andere Wahl. Die Regulierung schreibt zum Beispiel den Versicherungen vor, einen hohen Anteil ihrer Anlagen in als besonders sicher geltenden Papieren zu halten, vor allem Staatsanleihen und Pfandbriefe. Ökonomen haben für solche Regulierung, die einen in Niedrig- oder Negativzinsen zwingt, das Wort „financial repression“ geprägt. Nach dem Weltkrieg gelang es den westlichen Industriestaaten mittels „Finanzieller Repression“, ihre hohen Schuldenberge nach und nach abzutragen.

Die klassische Zinstheorie wird durch Negativzinsen völlig auf den Kopf gestellt. Denn diese Zinstheorie sagt, dass (positive) Zinszahlungen eine Entschädigung für den Konsumverzicht sind, den der Sparer leistet, der ein Darlehen gibt. Menschen haben eine Gegenwartspräferenz, so der österreichische Ökonom Eugen Böhm-Bawerk, der sich als einer der ersten systematisch mit Kapital- und Zinstheorie beschäftigte. Die Zukunft ist ungewiss, sie liegt im Nebel. Was wir heute besitzen, ist uns daher mehr wert als künftiger Besitz gleicher nominaler Höhe. Schließlich gibt es eine existentielle Unsicherheit: Leben wir überhaupt noch in ein paar Jahren, wenn der Kredit zurückgezahlt wird?

Der Zins ist nicht etwa der „Preis des Geldes“, wie oft gesagt wird, sondern der „Preis der Zeit“. Kann die Zeit einen negativen Preis haben? Bezahlen wir Geld dafür, damit wir auf etwas länger warten müssen?

Der reale Zins (abzüglich der Inflationsrate) ist zwar auch in der Vergangenheit immer wieder zeitweilig unter die Nulllinie gefallen, vor allem in jenen Jahren (etwa in den 1970ern), als die Inflationsrate überraschend stark stieg. Aber im längerfristigen Gleichgewicht geht die klassische Ökonomie davon aus, dass der Realzins positiv ist. Er entspricht auch in etwa der realen Wachstumsrate einer Volkswirtschaft. Da die meisten Länder der Eurozone wachsen, wenn auch nicht besonders stark, ist es schon seltsam, dass die Zinsen derart niedrig liegen.

Auch wenn man zugesteht, dass die demografische Entwicklung das Wirtschaftswachstum zunehmend belastet, gibt es doch immer noch Produktivitätswachstum (anders als jene Ökonomen sagen, die von „säkularer Stagnation“ reden); und positives Produktivitäts-Wachstum müsste zu positiven Zinsen für die Kapitalgeber führen. Dass die Zinsen derzeit bis in höhere Laufzeiten negativ sind, kann nur durch die Verzerrung durch die Notenbankpolitik erklärt werden.

Verzerrung der Vermögenspreise – wg. Notenbank-Politik

Sie bewirken nicht nur eine Umverteilung von den Schuldnern zu den Gläubigern, sondern eine höchst problematische Verzerrung der Vermögenspreise (Aktienkurse, Immobilienbewertungen) und der gesamten Wirtschaftsstruktur. Als die EZB im Januar 2015 das große Ankaufprogramm verkündete, schossen die Kurse für Anleihen und Aktien in die Höhe. Auch der Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland hängt an den extremen Niedrigzinsen. Die Gefahr besteht, dass Niedrigstzinsen die Banken und Anleger in zunehmend riskante Bereiche drängt, was zu neuen Finanzblasen und dem Risiko einer neuen Finanzkrise führt.

Kurzfristig fühlt sich ein Niedrig- oder gar Negativzins aber für viele ganz angenehm an – sicherlich für alle verschuldeten Haushalte, Unternehmen und Staaten sowie für die Vermögenswerte-Besitzer. Auch aus Sicht der Konjunktur erscheint der Niedrigzins zunächst günstig, da sie vom Billiggeld stimuliert wird. Das Billiggeld wirkt aber wie Doping für eine Volkswirtschaft, das auf die Dauer große gesundheitliche Schäden verursacht. Denn der Zins verliert so seine Selektions- und Steuerungsfunktion.

Normalerweise beginnen Unternehmen nur solche Investitionsprojekte, die mehr Ertrag ausweisen, als sie die Finanzierung Zinsen kostet. Wenn der Zins null ist oder gar unter null liegt, können auch sinnlose Investitionen durchgeführt werden, die keinen positiven Ertrag abwerfen. Das ist aber volkswirtschaftlich schädlich, denn es werden Ressourcen für nicht-lohnende Projekte verschleudert. Durch das Billiggeld können sich ganze Unternehmen, die eigentlich schon tot sind, noch über Wasser halten und Ressourcen binden. Ökonomen sprechen von Zombie-Unternehmen. Auch Zombie-Banken werden durch die Billig-Refinanzierung der Notenbanken am Leben erhalten.

Wenn man über die schwache volkswirtschaftliche Performance Japans spricht, dass seit dem Platzen seiner Immobilienblase 1989/1990 nur schwaches Wachstum, stagnierende oder gar rückläufige Preise und Nullzinsen erlebt hat, dann darf man von der Zombie-Ökonomie nicht schweigen. Japan ist ein Paradebeispiel für eine Zombifizierung: Unrentable Unternehmen und Banken mit Unmengen faulen Krediten in der Bilanz wurden durch das Billiggeld weiter am Leben erhalten. Das hat die schöpferische Zerstörung (Schumpeter) der Marktwirtschaft, die auch von Konkursen lebt, außer Kraft gesetzt, Ressourcen wurden unrentabel gebunden oder für sinnlose Konjunkturprogramme auf Pump verschleudert. Das scheinbar billige Geld ist Japan damit teuer zu stehen gekommen.

In eine ähnliche Welt könnte uns in Europa die EZB-Politik führen, wenn sie Zombiebanken und Zombiestaaten finanziert, zwar akute Schmerzen einer Rezession vermeidet, doch unwirtschaftliche, dauerhaft nicht tragfähige Strukturen subventioniert, die eine Rückkehr zu mehr Wachstum verhindern. Die negativen Zinsen sind nicht nur ein ökonomisches kurioses Unding und ein Ärgernis für Sparer, sondern Zeichen einer perversen Entwicklung, die uns realen Wohlstand kostet.

Auf Dauer kann man die Finanzwelt nicht auf den Kopf stellen.

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Kommentare {16}

  1. Ist doch super! Super Mario hat’s getan. Die Staaten machen jetzt noch leichter Schulden, die sie ohnehin nie zurückzahlen wollen. Es kostet nur o%! Damit lassen sich super Wählerstimmen kaufen. Hier sei Merkel Dank, ohne dass sie etwas tut, werden wir um unsere Altersversorgung betrogen, ganz im Gegenteil zur Migrationspolitik, bei der es trotz ihrer wilden Willkommenskultur weniger Zuwanderung gibt.

  2. Die Negativzinsen “ein Ärgernis für den Sparer.” Ein Ärgernis? Eine Katastrophe, über die einfach so hinweg gegangen wird. Warum? weil das den Staaten die Verzinsung für ihre Hyper-Verschuldung spart. Was juckt da der kleine Sparer, der Rentner, der Arbeitnehmer, dem die Möglichkeit genommen wird, für sein Alter vorzusorgen. Für mich ist einfach unbegreiflich, dass immer so getan wird, als wäre das alles eine plötzlich über uns gekommene Naturkatastrophe. Dabei ist das eine von unseren Geld- und Finanzhaien bewusst herbei geführte Situation mit den “richtigen” Leuten an den “richtigen” Stellen, die die Geld- und Finanzströme so leiten, dass sie an die “richtige” Adresse kommen. So ein “Richtiger” an einer “richtigen” Stelle ist Herr Draghi, der aus Nichts, aber auch rein Nichts Geld macht, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer macht. Und unsere Politiker-“Elite” applaudiert. Und jetzt vor den Wahlen barmen sie wieder um unsere Stimmen. Wirklich erbärmlich.

  3. Danke, wie immer sehr informativ!

    Leider beschaeftigt sich diese dilettantische Zombie-Regierung mit einem Zombie-Welt-Experiment und hat alle Alarmsysteme abgeschaltet. Zombiefizierung schreitet unbemerkt voran in allen Bereichen!

  4. “Auf Dauer kann man die Finanzwelt nicht auf den Kopf stellen.” – Die Finanzwelt hat einen Kopf, um auf Gewinnaussichten zu reagieren. – Wenn Ihr Anspruch an die Finanzwelt selbstreferentiell ist, sind negative Zinsen nur eine weitere Spielart.

    Wenn Ihr Anspuch an die Finanzwelt, die Steuerung der Realwirtschaft (inkl. Lebensqualität) ist, sind weitere Instrumente notwendig.

  5. Tja, auch wieder jemand der nicht versteht wie der Kaptialismus funktioniert. Kapitalrenditen können nur entstehen wenn der Konsumgüterausstoß und damit der Konsum pro Kopf der Bevölkerung steigt. Anders ausgedrückt ist genau das die gesamtwirtschaftlich erwirtschaftete Kapitalrendite.
    Wachsen kann eine Wirtschaft aber nur wenn sie einen realen Produktivitätsfortschritt erzeugt und die freigesetzte Arbeitskraft wieder reaktivieren kann.
    Nur produktivitätssteigernde Innovationen schieben das Wachstum an, wobei es tatsächlich aber erst durch die Reaktivierung des freigesetzten Arbeitspotentials entsteht. Das erfordert aber einen steigenden Einsatz möglichst aufwandsarm (billig) bereitstellbarer Energie. Damit war Mitte der 70er Jahre Schluss, weshalb der wirkliche Produktivitätsfortschritt in den hoch entwickelten Industriestaaten so niedrig wurde das er nicht mehr handlungsleitend war.
    Um die Jahrtausendwende ist er dann ganz verschwunden. Schumpeters Satz von der “kreativen Zerstörung” wird zwar immer gerne zitiert, ist aber von der gleichen Qualität wie die Feststellung das Spinat besonders gesund ist. Denn “kreative Zerstörung” bringt gar nichts wenn da nichts wächst.

    Das Problem ist eben heute nicht das “ineffiziente Strukturen” erhalten werden, sondern das es keine effizienteren Alternativen gibt. Sprich es gibt keine lohnenden Investitionen (da kein Wachstum), weshalb sich alle aufs Spekulieren und Akkumulieren verlegt haben. Oder anders ausgedrückt: Die Kapitalrenditen (Kapital ist KEIN GELD!) wurden wieder durch Macht-, bzw. Eigentumsrenditen ersetzt wie sie in feudalen, nicht wachsenden (vorkapitalistischen) Wirtschaftssystemen der Normalfall sind.

    Entgültig gekippt ist das System dann als auch noch der Sparwahn ausgebrochen ist. Da geschlossene Volkswirtschaften aber nicht sparen können (sie können übrigens auch keine Schulden machen, der Saldo aus (Geld)Vermögen und Schulden ist immer 0) wurde der Schaden durch diesen Versuch maximiert.

    Was ja die Allermeisten nicht begreifen ist das ein Schuldenabbau immer einen synchronen Vermögensabbau bedeutet. Werden die gesamtgesellschaftlichen Schuldenstände reduziert müssen die Vermögensbestände ebenfalls fallen.
    Schulden kann man nur über zwei Methoden abbauen: Die Vermögensbesitzer geben ihr Geld für neu zu produzierende Waren aus (den nur durch reale Güter kann ein Kredit getilgt werden, alles andere verteilt ihn nur um) oder es erfolgt ein Schuldenschnitt. Und nichts anderes passiert gerade.
    Wenn eine Volkswirtschaft bewusst “spart” bedeutet das nichts anderes als das die Volkswirtschaft gmeinschaftlich einen Schulden- und damit auch Vermögensschnitt beschlossen hat.
    Der Satz “Wir wollen sparen” im Sinne von nichts ausgeben ist äqvivalent zu der Aussage “Wir wollen arm werden”. Also braucht jetzt niemand zu heulen das er keine Zinsen mehr kriegt. Das haben schließlich alle so gewollt (ergibt sich aus einfacher Saldenmechanik, Berufsschule erstes Jahr).
    Im Moment ist der Buchverlust ja noch moderat, denn wir deponieren jedes Jahr 250 Millarden im Ausland. Nur das sind eben auch nur noch “Luftbuchungen” auf den deutschen Konten. Denn damit die je wieder zurückgezahlt werden können müssten sich der Aussenhandelsüberschuss irgendwann in der selben Höhe und der selben Dauer wieder in ein Aussenhandelsdefizit verwandeln.

    Die Amerikaner waren da viel schlauer. Die lassen sich ihren Lebensstandard seit Jahrzehnten von Deutschland, China und Japan finanzieren. Und irgendwann gibt es dann einen netten Brief mit dem Dank für soviel Großzügigkeit und das wars dann. Man sollte eben nur dem einen Kredit geben bei dem man im Notfall auch das Inkasso durchsetzen kann.

    Also werden die Vermögen der breiten Masse erst einmal langsam verschwinden. Sollte es zu einem Bruch des Euro kommen werden sie schlagartig verschwinden. Denn dann wird die “Neue Mark” immens aufwerten, was nicht nur die Exportwirtschaft und damit die deutsche Wirtschaft insgesamt zerstören wird, sondern auch schlagartig die Auslandsschulden entwerten.

    Die QE-Programme der Notenbanken dagegen spielen bei der ganzen Nummer überhaupt keine Rolle. Das sind Taschenspielertricks zur Belustigung des Piblikums. Sie sind weder wirklich schädlich noch nützen sie irgendetwas. Denn diese Gelder kommen nie in der Wirtschaft an sondern zirkulieren nur virtuell über eine Reihe von Konten. Ihr einziger Zweck ist es politische Aktivität zu simmulieren um sich dem eigentlichen Problem nicht stellen zu müssen.

    P.S.: Sie können ja mal als Unternehmer oder Privatkunde versuchen einen Kredit mit negativen Zinsen zu bekommen um dann “völlig sinnlose” Investitionen zu tätigen.

    1. Guter Kommentar. Gibt ja doch noch welche mit Durchblick.

      Mfg Reinhard Peda

    2. Sehr aufschlussreich und nachvollziehbar. Dennoch eine Anmerkung zur Geldgeneration durch die Zentralbanken, im Falle der EZB per QE, ELA, Target und dergleichen (hat da noch jemand den Überblick?):

      Sie bewirkt durchaus etwas, nämlich eine Verschiebung der Machtverhältnisse in Richtung der ohnehin Vermögenden. Aus meiner Sicht werden diese überproportional begünstigt, während Kleinanleger das Nachsehen haben.

      Darüber hinaus hat der Verfasser des Artikels recht, wenn er argumentiert, dass die Geldschwemme überfällige staatliche Strukturreformen verhindert. Solche Reformen haben den Sinn, die jeweilige Volkswirtschaft fit für den globalen Kapitalismus zu machen. Die Frage ist, lässt sich die von Ihnen beobachtete Verschiebung der Weltwirtschaftsordnung weg vom Kapitalismus in Richtung Neofeudalismus noch verhindern, respektive rückgängig machen? Ich meine, man muss es versuchen.

      Jedoch wird ein Ende des aktuellen Abwertungswettlaufs nur durch eine konzertierte Aktion aller wichtigen Zentralbanken zu erreichen sein.

  6. Wann kommt die Ich-AG – Bank mit der Möglichkeit Aktien zu “drucken”

    1. Ach ich vergaß: Die Autohersteller haben ja bereits „ihre „Banken“.
      Können die im Falle von 100% „Eigenzulassungen“ der produzierten PKW und langfristigem Ausfall der „faulen Konsumentenkredite“ auch vom Staat gerettet werden??

    2. @soeren haeberle.: Dann nehmen Sie mal das Geschäftsmodell von tesla unter die Lupe. Jedes Jahr eine KapitalErhöhung. Autoproduktion nur um die Story zu erhalten. Geld verdienen, wird Elon Musk mit Autos nie.
      Funktioniert solange, wie der Kurs astronomisch ist.
      Fazit: jeder kann sein eigenes Geld drucken und hoffen, dass er jemanden findet, der es gegen anderes eintauscht.

  7. Sehr wahrscheinlich ist Gold im Jahr 2020 bei ca. 8000 Dollar, Silber vielleicht bei 400 Dollar. Es muss in Edelmetallen gespart werden. Als spekulative Ergänzung ein paar Goldaktien, die sich bei diesem Goldpreis durchaus vertausendfachen könnten.

    Hochrechnung :
    Gold 1200 $ = Aktie bei 0,2 Euro = 100 Euro
    Gold 2000 $ = Aktie bei 6 Euro = 3.000 Euro
    Gold 3000 $ = Aktie bei 30 Euro = 15.000 Euro
    Gold 5000 $ = Aktie bei 120 Euro = 60.000 Euro
    Gold 10.000$=Aktie bei 500 Euro = 250.000 Euro
    http://gebert-trade.weebly.com/deutsch.html

  8. Zitat:
    “Die Regulierung schreibt zum Beispiel den Versicherungen vor, einen hohen Anteil ihrer Anlagen in als besonders sicher geltenden Papieren zu halten, vor allem Staatsanleihen und Pfandbriefe.”

    Das könnte micht ja fast glaubend machen, dass ‘Papier-Geld’ nicht (mehr) ‘werthaltig’ ist?

    Ist noch gar nicht so lange her, dass die grossen Experten vom Golderwerb abgeraten haben, hätte ich nur nicht auf sie gehört und zugekauft. Meine, zugegeben geringen, Bestände haben meine Aktien, Fonds, Festgeld und Tagesgeld outperformed.
    Schon mal gut, wenn man ein schon Schliessfach hat. 😉
    Hin und wieder sollte man doch dem Bauchgefühl folgen – Kopfgeburten gibt es zu viele.

    1. Und was machen Sie, wenn Sie nicht mehr an Ihr Schließfach kommen/dürfen?

    2. “Die Regulierung schreibt zum Beispiel den Versicherungen vor, einen hohen Anteil ihrer Anlagen in als besonders sicher geltenden Papieren zu halten, vor allem Staatsanleihen und Pfandbriefe.”

      Soweit mir bekannt ist, ist das seit Beginn diesen Jahres außer Kraft. Mit dem Start von Solvency II können Versicherungsunternehmen prinzipiell anlegen, wie es ihnen gefällt – solange sie natürlich das entsprechend benötigte Risikokapital aufbringen können. Das vielleicht als Ergänzung. Natürlich ist es aber richtig, dass die Kapitalanlage der deutschen Versicherer zu großen Teilen aus Staatsanleihen und Pfandbriefen besteht.

  9. “Pervers” ist die einzig richtige Bezeichnung für die Politik einer Notenbank, deren erklärtes Ziel die Inflationierung des von ihr ausgegebenen Geldes und damit der Entzug von Kaufkraft für weite Teile der Bevölkerung (der Mittel- und Unterschicht) ist.

    Wir sollten nicht vergessen, dass wir den Goldman-Sachs-Italiener den Umfallerqualitäten unserer Kanzlerdarstellerin verdanken. Auch sollten wir nicht vergessen, dass uns das ganze, in sich perverse Euro-System von einer Politikerkaste aufgezwungen worden ist, die auch danach keine Gelegenheit ausgelassen hat, ihre vollständige Unfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.

  10. So ist es! Und die gesamte “Grüne Industrie” mit ihrer CO2 feindlichen Klimakatastrophen Agenda inkl. Energiewende/EEG ist sowas von Zombihaft unterwegs dass hier von Anfang an die staatlichen Subventionen im Mittelpunkt standen und die Marktwirtschaft komplett ausgeschaltet hat. Viele EE-Unternehmen konnten sich trotzt massiver EEG Subventionen nicht vor Markt Insolvenz retten. Auch die bisher Renditeträchtigen und marktwirschaftlich gesunden Stromkonzerne wurden durch ein EEG Zombigesetz in den Ruin getrieben. Die Folge dieser marktfeindlichen “Grünen Industriepolitik” via Gesetzesvorgaben ala EEG oder Energieeinsparverordnung sind ausfallende Renditen für die Gemeinden und Kommunen und in Summe für die Volkswirtschaft ein Absturz in eine Mangel und Armutsgesellschaft.
    Der Maastricher Vertragsbruch mit seinen marktfeindlichen ESM ist der Absturz der Finanzwelt von einer wohlstandsschaffenden Gesellschaft hin zu einer Gesellschaft von Mangel und Armut die durch unwirtschaftlichen staatlichen Subventionen gestützt wird…solange gestützt wird, bis das gesamte System wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht…siehe marktfeindliches/gesellschaftsfeindliches/unfreies DDR Staatsregime/System.

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